| Gericht genehmigt Bayers Glyphosat-Deal mit Klägern vorerst |
| 04.03.2026 18:20:00 |
Der Agrarchemiekonzern Bayer
kommt seinem Vorhaben ein Stück näher, die
milliardenschweren Rechtsrisiken wegen Glyphosat-Klagen in den USA
in den Griff zu bekommen. Nachdem die Leverkusener Mitte Februar
einen Sammelvergleich mit der Klägerseite bekanntgegeben hatten,
vermeldeten sie nun die vorläufige Genehmigung durch das zuständige
Gericht in St. Louis im Bundesstaat Missouri.
Der Mitte Februar bekanntgegebene und bei Gericht eingereichte Deal
umfasst Zahlungen von maximal 7,25 Milliarden US-Dollar (aktuell
6,23 Milliarden Euro) über bis zu 21 Jahre. Seine Rückstellungen für
Rechtsstreitigkeiten musste Bayer deswegen um vier Milliarden auf
11,8 Milliarden Euro erhöhen. Mit dem Sammelvergleich sollen sowohl
anhängige als auch mögliche künftige Klagen beigelegt werden, bei
denen eine Krebserkrankung geltend gemacht wird
(Non-Hodgkin-Lymphom/NHL).
"Das ist der erste wichtige Schritt für die Umsetzung des
Sammelvergleichs", teilte Bayer nach der vorläufigen Entscheidung
des Gerichts mit. "Wir sind überzeugt, dass der langfristige und
solide finanzierte Vergleichsvorschlag, der von führenden
Klägerkanzleien unterstützt wird, durch das Gericht endgültig
genehmigt werden sollte."
Konzernchef Bill Anderson hatte am Vormittag die Jahreszahlen des
Herstellers von Unkrautvernichtern und Saatgut für das Jahr 2025
vorgestellt und sich dabei zuversichtlich gezeigt, dass das grüne
Licht aus St. Louis bald kommen würde. Schon wenige Stunden später
war es so weit.
Nur ein Schritt von mehreren
Das grüne Licht ist allerdings nur ein Schritt hin zur finalen
Genehmigung. Nach Angaben von Bayer informieren die Klägeranwälte
nun ihre Mandanten. Denen wird eine Frist bis Anfang Juni
eingeräumt, um den Vergleich abzulehnen oder Einwände bei Gericht
einzubringen. Nach dieser Frist gibt es noch eine Anhörung von dem
Gericht, danach steht die finale Genehmigung an. Gegen diese können
allerdings wieder Rechtsmittel eingelegt werden.
In den USA führten Zehntausende Kläger Krebserkrankungen auf
Glyphosat zurück. Während eine zur Weltgesundheitsorganisation
gehörende Einrichtung den Wirkstoff, der in dem Unkrautvernichter
Roundup enthalten ist, 2015 als "wahrscheinlich krebserregend beim
Menschen" eingestuft hatte, waren zahlreiche andere Einrichtungen
von der WHO und von diversen Ländern anderer Meinung. Bayer betont
stets, dass die Anwendung von Glyphosat sicher sei. Außerdem hoffen
die Leverkusener auf ein positives Grundsatzurteil des obersten
US-Gerichts. Das soll ebenfalls helfen, die Klagewelle zu beenden -
dieses Urteil wird im Juni erwartet./wdw/DP/men
ISIN DE000BAY0017
AXC0338 2026-03-04/18:20
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Autor: - dpa-AFX
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