| ROUNDUP: Pistorius lehnt deutsche Beteiligung am Iran-Krieg ab |
| 04.03.2026 18:36:00 |
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen
Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg strikt abgelehnt. "Deutschland
ist nicht Kriegspartei. Die deutsche Bundeswehr wird sich an diesem
Krieg nicht beteiligen", sagte der SPD-Politiker in einer Aktuellen
Stunde des Bundestags. Oberste Priorität für die Bundesregierung
habe nun der Schutz der deutschen Bürger sowie Soldatinnen und
Soldaten in der Region, in der die Lage hochdynamisch und gefährlich
sei.
Pistorius bezeichnete die völkerrechtliche Debatte in Deutschland zu
den Angriffen der USA und Israels als wichtig. "Es muss klar sein:
Völkerrecht muss zentraler Maßstab unseres Handelns bleiben. Denn
eine internationale Ordnung, davon bin ich fest überzeugt, kann
langfristig nur stabil sein, wenn sie auf allgemein anerkannten
Regeln basiert, an die sich wenigstens die meisten halten."
Gleichzeitig gelte aber, dass Politik mit dem Betrachten der
Wirklichkeit beginne. "Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein:
Ebendiese Regeln hat gerade der Iran jahrzehntelang ignoriert,
hintertrieben, bekämpft", sagte Pistorius. Jahrelang habe die
internationale Gemeinschaft versucht, die zerstörerische Rolle des
Iran mit Verhandlungen, Sanktionsregimen und internationalen
Abkommen einzuhegen. "Ohne Erfolg. Im Gegenteil: Irans
zerstörerische Rolle in der Region hat eher zugenommen."
Röttgen: Es geht um die Abwägung von Übeln
Nach Auffassung von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan
(SPD) weckt der Tod mehrerer führender Vertreter zu Recht Hoffnung
auf ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Würde im Iran. Zugleich
sei die Gefahr eines Flächenbrandes in der Region real. Die
SPD-Politikerin erklärte mit Blick auf die US-israelischen Angriffe,
völkerrechtliche Fragen müssten zwingend geprüft werden. "Auch
berechtigte politische Ziele entbinden nicht davon, sich an
gemeinsame internationale Regeln zu halten."
Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen vertrat die Auffassung, dass
man die Angriffe auf den Iran nicht streng völkerrechtlich bewerten
könne. Im Ergebnis behielte dann das iranische Herrschaftssystem,
das die Ablehnung und Verachtung des Völkerrechts als solches sei,
eine Existenzgarantie. "Es geht hier um eine Abwägung von Übeln. Was
ist das kleinere Übel?" Krieg sei ohne jede Frage ein Übel. Aber:
"Das Regime der Mullahs ist das größte Übel für die Region, für die
Menschen im Iran und darüber hinaus."
Linke wirft Merz ein Kuschen vor Trump vor
Linke-Chefin Ines Schwerdtner forderte Kanzler Friedrich Merz (CDU)
auf, für das Völkerrecht den Rücken gerade zu machen. Während die
Regierung in Madrid den USA verbiete, militärische Basen in Spanien
für die Angriffe zu nutzen, "kuschen Sie vor Trump", sagte
Schwerdtner mit Blick auf den Besuch von Merz beim US-Präsidenten.
Die Regierung tue auch zu wenig, um im Nahen Osten festsitzende
deutsche Reisende zurückzuholen.
Der in Teheran geborene Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour
(Grüne) sagte, die Menschen im Iran hätten Angst, weil Bomben
fallen. "Aber danach kommt sofort der Satz: Es ist Zeit, dass dieses
Regime geht." Dies habe mit der Unterdrückung und dem Terror zu tun,
der in der ganzen Region zu sehen sei.
AfD warnt vor neuer Fluchtbewegung nach Deutschland
AfD-Fraktionsvize Beatrix von Storch warnte vor einer neuen
Fluchtbewegung nach Deutschland. "Die Bundespolizei muss jetzt in
Grenzschutzbereitschaft." Erfahrungen mit herbeigeführten
Regimewechseln in Nahost seien bisher Bürgerkriege oder neue
diktatorische Herrschaftssysteme. Es gebe keinen einfachen Weg zu
Freiheit und Demokratie in der islamischen Welt, sagte die
AfD-Politikerin./sk/DP/jha
AXC0344 2026-03-04/18:36
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Autor: - dpa-AFX
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