| Putin übergibt Budapests Außenminister zwei Kriegsgefangene |
| 04.03.2026 18:36:00 |
Kremlchef Wladimir Putin lässt zwei
Kriegsgefangene mit ungarischer und ukrainischer Staatsbürgerschaft
frei und übergibt sie Budapests Außenminister Péter Szijjártó. Die
Männer seien in der Ukraine zwangsweise für den Fronteinsatz
mobilisiert worden, sagte Putin bei dem Treffen in Moskau. "Sie
können sie mitnehmen", antwortete er auf die im Fernsehen gezeigte
Bitte Szijjártós, die Kriegsgefangenen freizulassen. Putin sagte,
dass sie mit im Flugzeug des Ministers nach Budapest reisen sollten.
Am Tag zuvor hatte Putin mit Ungarns Regierungschef Viktor Orban
telefoniert, der demnach ebenfalls um die Freilassung der Männer
gebeten hatte. Putin lobte die Position Ungarns als ausgewogen und
unabhängig im Ukraine-Krieg. Der Kremlchef betonte, dass Budapest
sich prinzipiell für eine diplomatische Lösung des Konflikts
einsetze.
Orban gilt innerhalb der EU als der Staatschef mit den besten
Beziehungen zum Kreml, wo er zuletzt im November 2025 zu Gast war;
er sträubt sich zur Freude Moskaus auch immer wieder gegen die
westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des Kriegs. Indem er etwa
Energie kauft von der Rohstoffgroßmacht, füllt er auch ihre
Kriegskasse.
Putin und Szijjártó sprechen auch über Öllieferungen
Putin sicherte Minister Szijjártó zu, dass Russland auch weiter
verlässlicher Energielieferant bleiben wolle. Nicht alles hänge
dabei von Moskau ab, die russische Seite erfülle aber ihren Teil der
Vereinbarungen.
Ungarn erhält derzeit kein Öl über die durch die Ukraine führende
Transitleitung Druschba, weil die Trasse nach Angaben der Führung in
Kiew beschädigt sein soll. Eine Überprüfung hat aber Kiew zum Ärger
Budapests bisher nicht zugelassen, Ungarn blockiert deshalb einen
90-Milliarden-Euro-Kredit der EU für die Ukraine.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erst vorige
Woche angesichts der Kritik Ungarns betont, dass russisches Öl
nichts mehr auf dem europäischen Markt zu suchen habe. Die Ukraine
bombardiert auch immer wieder Anlagen der Ölindustrie in Russland,
damit die Energiegroßmacht weniger Einnahmen erzielt, die wiederum
wichtig sind, um Moskaus Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten.
Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als
vier Jahren./mau/DP/jha
AXC0345 2026-03-04/18:36
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Autor: - dpa-AFX
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