| ROUNDUP: Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise - Neue Angriffe |
| 05.03.2026 06:40:00 |
Eine ballistische Rakete fliegt
Richtung Nato-Land Türkei, Israel greift weiter Hisbollah-Stellungen
im Libanon an, in den Golfstaaten gibt es Drohnen-Attacken auf
zivile Ziele, die USA versenken vor Sri Lanka ein Kriegsschiff und
durch die Straße von Hormus kommt kaum mehr Öl und Gas: Der noch
keine Woche alte Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise.
In der Nacht auf den heutigen Donnerstag flogen die USA und Israel
weiter Angriffe im Iran, Teheran griff erneut kurdische Gruppen im
benachbarten Irak an und das israelische Militär bombardierte weiter
Ziele im Libanon. Zudem nahmen die Befürchtungen zu, dass Israel
erneut eine Bodenoffensive in seinem nördlichen Nachbarland beginnen
könnte.
Experte: Teheran will Kriegskosten für Washington erhöhen
"Iran versucht, den Konflikt zu regionalisieren", sagt der Leiter
des Iran-Programms der International Crisis Group, Ali Vaez. "Die
Angriffe auf die Golfstaaten und US-Stützpunkte zeigen, dass Teheran
davon ausgeht, dass die beste Option ist, die Kosten für Washington
uns seine Verbündeten so schnell wie möglich zu erhöhen."
Das Abfeuern einer ballistischen Rakete auf die Türkei am Mittwoch
stellte eine neue Eskalationsstufe dar. Das iranische Geschoss hätte
den wichtigen Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik treffen sollen,
berichtete die "New York Times" unter Berufung auf US-Militärkreise.
Die Rakete war von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden.
IOM-Chefin warnt vor Migrationskrise durch Iran-Krieg
Die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) warnte Europa
unterdessen vor einer Migrationskrise, die sich binnen Tagen
entwickeln könnte. "Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo
innerhalb weniger Tage Millionen Menschen die Grenze überquert
haben", sagte IOM-Chefin Amy Pope im Interview der Deutschen
Presse-Agentur in Brüssel.
Bei Konflikten nicht weit entfernt von Europa sei es entscheidend,
die Migrationsbewegungen der Menschen genau zu beobachten. "Wir
sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir
beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder
übergreifen wird", sagte die US-Amerikanerin. "Was wir in der
Vergangenheit bei Angriffen im Iran beobachtet haben, ist, dass sie
zunächst die großen Städte verlassen und zu Familienangehörigen
gehen." Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite
und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde. Das könnte dann
zu mehr Fluchtbewegungen führen, sagte sie.
Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak an
Die iranischen Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben erneut
kurdische Gruppen im benachbarten Irak an. Es seien drei Raketen auf
das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden,
meldete die staatlichen Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf
die Militärführung in Teheran.
Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf
denen Einschläge in den Stellungen "anti-iranischer Separatisten" zu
sehen sein sollen. US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald
Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans
Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies diese Darstellung
zurück.
Macron warnt Netanjahu vor Bodenoffensive im Libanon
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief den israelischen
Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dazu auf, von einer
Bodenoffensive im Nachbarland Libanon abzusehen. Es sei wichtig,
dass die territoriale Integrität des Libanon gewahrt werde und die
proiranische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel einstelle,
teilte Macron nach Gesprächen mit Netanjahu und dem libanesischen
Präsidenten Joseph Aoun auf der Plattform X mit. Die Parteien
sollten zum Waffenruheabkommen zurückkehren.
Israels Armee lobte unterdessen ihr Vorgehen gegen Irans Stellungen
mit ballistischen Raketen als erfolgreich. "Wir glauben, dass unsere
Einsätze gegen diese Raketenwerfer und gegen die Raketenbestände
wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Anzahl der täglich
abgefeuerten Raketen zurückgeht", sagte Militärsprecher Nadav
Schoschani. Dennoch wurde in der Nacht auf Donnerstag in Israel
erneut mindestens dreimal Raketenalarm ausgelöst.
Explosion an Tanker im Persischen Golf gemeldet
Vor der Küste von Kuwait im Persischen Golf kam es zu einer
Explosion an einem Tanker. Der Kapitän des rund 55 Kilometer
südöstlich von Mubarak al-Kabir vor Anker liegenden Schiffs habe
eine große Explosion an der Backbordseite bemerkt, bevor ein kleines
Boot davongefahren sei, berichtete die britische Behörde für
Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO). Öl aus dem Ladetank laufe
ins Meer aus. Ein Brand sei zunächst nicht gemeldet worden, der
Besatzung gehe es gut.
Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem
Golf von Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Die
Eskalation hat dazu geführt, dass durch die strategisch bedeutende
Meerenge von Hormus aktuell kaum mehr Öltanker und Schiffe mit
Flüssiggas fahren, weshalb die Weltmarktpreise bereits gestiegen
sind.
Nachbarschaft der US-Botschaft in Katar evakuiert
Die Umgebung der US-Botschaft in Katar wurde evakuiert. Die Bewohner
der umliegenden Gebäude seien vorübergehend und vorsorglich in
Sicherheit gebracht worden, teilte das Innenministerium des
Golfstaats mit. Ihnen seien anderweitige Unterkünfte gestellt
worden.
Seit Beginn des Iran-Kriegs am Samstag feuern die iranischen
Streitkräfte immer wieder Raketen und Drohnen auf Katar
ab./dde/DP/stk
AXC0041 2026-03-05/06:40
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Autor: - dpa-AFX
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