| Andritz-Chef sieht Umsatz-Talsohle durchschritten, Dividende steigt / Umsatz und Gewinn sanken 2025 - Starker Euro kostete 222 Mio. Euro - US-Zölle dank Zukäufen abgefedert - Metals-Sparte bereitet weiteren Personalabbau vor - Limberg III im Zeitplan |
| 05.03.2026 11:32:00 |
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Nach Gespräch mit CEO Schönbeck neu geschrieben.
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Der steirische Anlagenbauer Andritz
verzeichnete 2025 Einbußen bei Umsatz und Gewinn, blickt aber nach
einem Rekord-Auftragseingang optimistisch nach vorne. "Wir glauben,
dass die Talsohle auf der Umsatzseite durchschritten ist", sagte
Andritz-Chef Joachim Schönbeck am Donnerstag im APA-Interview. Die
Aktionäre erhalten eine auf 2,70 Euro erhöhte Dividende. Beim
Sorgenkind Metals bereitet das Unternehmen unterdessen einen
weiteren Stellenabbau vor.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr fiel der Umsatz um 5 Prozent auf
7,9 Mrd. Euro, das Konzernergebnis sank um knapp 8 Prozent auf 457,1
Mio. Euro. Ein wesentlicher Faktor für den Umsatzrückgang war der
starke Euro, der den Konzern rund 222 Mio. Euro kostete. Schönbeck
rechnet allerdings nicht mit anhaltendem Gegenwind in dieser
Dimension: "Wenn wir uns eine globale Perspektive zur Wirtschaft
aufsetzen, dann ist ja Europa derzeit nicht der natürliche Gewinner
der geopolitischen Verschiebungen", so der CEO. "Deswegen glaube
ich, dass sich der starke Anstieg des Euro vermutlich nicht
unbedingt über so viele Jahre weiter fortsetzen wird."
Weiterer Stellenabbau bei deutscher Tochter Schuler
Ein großes Sorgenkind bleibt die Sparte Metals, die stark unter
der europäischen Krise in der Automobil- und Stahlindustrie leidet.
Auf die Frage, ob bei der deutschen Pressen-Tochter Schuler und
anderen Teilbereichen weitere Restrukturierungen anstehen,
bestätigte Schönbeck: "Ja, ist in Vorbereitung und werden wir auch
in diesem Jahr umsetzen." Der Markt werde "nicht dahin zurückkommen,
wo er mal war". Dennoch lobte der Konzernchef die Disziplin der
Organisation: Trotz Standortschließungen und Arbeitsplatzabbau habe
die Sparte ihre operative Marge im fünften Jahr in Folge gesteigert.
Mit Blick auf die Handelspolitik der USA und die US-Zölle sieht
sich das Unternehmen durch die jüngsten Akquisitionen in den
Vereinigten Staaten gerüstet. Diese Zukäufe würden helfen, "der
aktuellen Handelspolitik ein bisschen auszuweichen, indem wir
unseren Local Content erhöhen." Dennoch betonte Schönbeck: "Ich
würde uns definitiv nicht als Profiteur der amerikanischen
Handelspolitik bezeichnen." Um das volatile Neuanlagengeschäft
generell besser abzufedern, soll der Anteil des Servicegeschäfts,
der aktuell bei 44 Prozent liegt, auf über 50 Prozent ausgebaut
werden.
Limberg-Reparatur "im Zeitplan"
Ein wichtiges Thema in Österreich ist der Ausfall des neuen
Pumpspeicherkraftwerks Limberg III des Verbunds in Kaprun wegen
defekter Andritz-Generatoren. Erste Ersatzteile aus dem steirischen
Weiz seien bereits in Montage, sagte Schönbeck. "Wir sind im
Zeitplan, die Reparaturarbeiten laufen planmäßig und mit hoher
Priorität, es gibt aktuell keine neuen Entwicklungen." Der Verbund
hatte im vergangenen Dezember angekündigt, "dass die unterbrochene
Inbetriebnahme von Maschine 2 im Sommer 2026 und von Maschine 1 im
Winter 2026 fortgesetzt werden kann". Zur Höhe der Kosten des
Ausfalls hält sich der Andritz-Chef bedeckt, die Kostenteilung sei
jedoch vertraglich mit dem Verbund geregelt.
Für das Jahr 2026 erwartet das Management wieder ein moderates
Umsatzwachstum auf 8,0 bis 8,3 Mrd. Euro. Die vergleichbare
operative Marge soll weiterhin auf einem hohen Niveau zwischen 8,7
und 9,1 Prozent liegen.
ivn/tpo
ISIN AT0000730007
WEB http://www.andritz.com
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Autor: - APA/ivn/tpo
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