| Addiko Bank: Dividendenblockade weiter aufrecht / Probleme vor allem mit einem Aktionär - Regulatorische Herausforderungen in Kernmärkten |
| 05.03.2026 12:27:00 |
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Durchgehend neu nach Gespräch mit Bankchef Juranek
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Die auf Zentral- und Südosteuropa spezialisierte
Addiko Bank wird auch keine Dividende für das Jahr 2025 an seine
Aktionäre ausschütten. Die Europäische Zentralbank (EZB) sowie
lokale Aufseher hätten weiter Bedenken hinsichtlich der
Eigentümerstruktur der Bank, sagte Vorstandschef Herbert Juranek der
APA am Donnerstag nach Vorlage seiner Jahreszahlen. Mit Blick auf
das Geschäft in Serbien und Kroatien hofft man bei dem Geldinstitut
auf regulatorische Erleichterungen.
Bereits im Vorjahr hatte sich die EZB gegen die Ausschüttung
einer Dividende ausgesprochen. Grund war eine aus Sicht der
EZB-Aufseher unübersichtliche Eigentümerstruktur. Auch jetzt sehe
man, "dass sich für die Aufseher die Situation noch nicht gelöst
hat", so Juranek. Probleme hätten die Regulatoren vor allem mit
einem Aktionär. Gemeint sein dürfte die serbische Alta Pay. Sie hält
9,63 Prozent der Addiko-Aktien, inklusive Aktienkaufoptionen könnte
sie auf fast 30 Prozent kommen.
Die ebenfalls serbische Diplomat Pay D.O.O, die als mit der Alta
Pay verbunden gilt, hielt in der Vergangenheit einen zusätzlichen
Anteil von 9,99 Prozent, den sie aber wohl auch auf Druck der EZB an
den Chef der Wiener Investmentgesellschaft C-Quadrat, Gerd Alexander
Schütz, veräußerte. Die EZB hob daraufhin eine zuvor auferlegte
Stimmrechtsblockade für die betroffenen Aktien (auch jene von Alta
Pay direkt gehaltenen) wieder auf. Auch am Donnerstag betont
Juranek, dass man mit den Aufsehern im Austausch stehe und deren
Empfehlungen nachkommen wolle.
Regulatorische Herausforderungen in Kernmärkten
Zufrieden zeigte sich der Bankchef mit dem "anspruchsvollen"
Geschäftsjahr 2025, das man "mit einem aus unserer Sicht guten
Ergebnis" abgeschlossen habe. Man habe mit einem uneinheitlichen
Markt zu kämpfen gehabt und zusätzlich mit regulatorischen
Herausforderungen in den vier Kernmärkten. Dies sind Kroatien,
Serbien, die zu Bosnien gehörende Republika Srpska und Montenegro.
In Serbien habe der Regulator im Herbst 2025 einen Deckel für
Kreditzinsen eingeführt. Die Regelung sei vorerst ein Jahr gültig.
"Wir gehen davon aus, dass es nicht verlängert wird", so Juranek. In
Kroatien sei eine EU-Regelung, wonach Sozialbedürftige mit einem
Gratiskonto ausgestattet werden sollen, "sehr breit interpretiert"
worden. Dadurch würden die Einnahmen von Banken, die stark auf
Konsumenten ausgerichtet sind, reduziert. Auch hier hofft man auf
eine Aufhebung.
Leichter Gewinnrückgang
Die Addiko Bank hat 2025 einen Nettogewinn von 44 Millionen Euro
erzielt und lag damit knapp unter dem Vorjahresgewinn (45,4 Mio.
Euro). Ein gestiegenes Provisionsergebnis glich dabei einen Rückgang
beim Zinsergebnis aus. Das Nettozinsergebnis ging von 2024 auf 2025
um 1,8 Prozent auf knapp 238 Mio. Euro zurück. Dank einem
gestiegenen Provisionsergebnis (+7,6 Prozent auf 78,5 Mio. Euro) kam
ein im Jahresvergleich weitergehend unverändertes Nettobankergebnis
in Höhe von 316,9 Mio. Euro raus.
Das Neugeschäft mit Konsumenten-Krediten ist um 20 Prozent
gestiegen, bei den Krediten für Kleine- und Mittlere Unternehmen
(SME-Segment) gab es ein Plus von 11 Prozent. Die Kernkapitalquote
(CET1-Quote) betrug 22,4 Prozent nach 22 Prozent im Vorjahr. Sehr
gut sei das Geschäft in Kroatien, wo die Addiko-Gruppe ihre größte
Bank hat, gelaufen. In Serbien, wo das SME-Geschäft bisher schwierig
war, sei ein "Turnaround" gelungen. Gut gelaufen sei das Jahr in der
Republika Srpska. In der zweiten bosnischen Bank in Sarajewo sowie
in Slowenien sei der Markt schwieriger gewesen.
Auf das laufende Jahr 2026 blickt die Bank eher positiv, was sie
vor allem auf ein starkes erwartetes Wirtschaftswachstum in ihren
Kernregionen zurückführt. Ab April wird das börsennotierte Geldhaus
unterdessen vom "Prime Market" in den "Standard Market" der Wiener
Börse wechseln. Die Addiko ist aus der Südosteuropa-Bankengruppe der
einstigen Kärntner Skandalbank Hypo Alpe Adria hervorgegangen.
spo/tpo
ISIN AT000ADDIKO0
WEB https://www.addiko.com/
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Autor: - APA/spo/tpo
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