| ROUNDUP 2: US-Ausstieg trifft Deutsche Pfandbriefbank hart - Aktie unter Druck |
| 05.03.2026 16:29:00 |
(neu: Kurs)
GARCHING/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Ausstieg aus dem verlustreichen
US-Geschäft hat die Deutsche Pfandbriefbank im
vergangenen Jahr wie erwartet tief in die roten Zahlen gerissen.
Unter dem Strich stand ein Verlust von 284 Millionen Euro nach 90
Millionen Gewinn ein Jahr zuvor. "Die Transformation ist deutlich
einschneidender und braucht daher länger", sagte Vorstandschef Kay
Wolf am Donnerstag in Frankfurt. Schon Mitte Februar hatte er sein
mittelfristiges Renditeziel daher von 2027 auf das Jahr 2028
verschoben.
Im abgelaufenen Jahr kam der Rückzug aus den USA die Pfandbriefbank
teuer zu stehen. Insgesamt wuchsen die Abschreibungen und
Rückstellungen wegen fauler Kredite im Vergleich zum Vorjahr von 170
Millionen auf 410 Millionen Euro. Davon entfielen allein 334
Millionen auf die USA und die Projektfinanzierung.
Anleger an der Börse reagierten enttäuscht: Die Aktie der
Pfandbriefbank gab zuletzt um 6,5 Prozent nach. Seit dem
Jahreswechsel hat das im Nebenwerte-Index SDax
gelistete Papier damit mehr als ein Viertel an Wert eingebüßt. In
den vergangenen drei Jahren beläuft sich ihr Kursverlust sogar auf
gut zwei Drittel.
Die Geschäftszahlen sind keine große Überraschung: Schon im Februar
hatte der Gewerbeimmobilien-Finanzierer aus Garching bei München
mitgeteilt, dass er 2025 vor Steuern einen Verlust von 250 Millionen
Euro eingefahren hat. Die Bank war kurz vor Beginn der
Corona-Pandemie in das Geschäft mit Gewerbeimmobilien in den USA
eingestiegen. Da Büros nach Ausbruch der Pandemie nicht mehr gefragt
waren, stürzten etliche Immobilieninvestoren und deren kreditgebende
Banken in eine tiefe Krise.
"Der Rückzug aus dem US-Geschäft und die zögerliche Markterholung
hinterlassen deutliche Spuren im Jahresergebnis der Bank", sagte
Wolf. Der Manager hatte die Führung des Instituts Anfang 2024 von
dessen langjährigem Chef Andreas Arndt übernommen. Zu diesem
Zeitpunkt zeichneten sich die Probleme bereits ab. Wenige Monate
später im Herbst strich Wolf die Mittelfristpläne seines Vorgängers
und setzte der Bank bescheidenere Ziele, bevor er 2025 zum Rückzug
aus den USA blies.
Dass er seine eigenen Renditeziele jetzt auf 2028 verschieben
musste, erklärte er mit den Immobilienmärkten in Europa. "Wir hatten
erwartet, dass sie sich schneller erholen", sagte er vor
Journalisten in Frankfurt. "Wir können uns dem nicht entziehen."
Beim Aufräumen der Bankbilanz bewertete das Management nun auch
Immobilienprojekte in Europa neu, um mögliche künftige Belastungen
vorwegzunehmen. "Das Portfolio ist nun deutlich risikoärmer", sagte
Finanzvorstand Marcus Schulte.
Er und Wolf hatten auch eine positive Botschaft: Das Neugeschäft mit
Krediten legte um fast ein Viertel auf 6,3 Milliarden Euro zu.
Dennoch hatte die Bank Ende 2025 wegen des Rückzugs aus den USA
insgesamt weniger Geld verliehen als ein Jahr zuvor: Der
Kreditbestand sank um 1,7 Milliarden auf 27,3 Milliarden Euro.
"Für 2026 wollen wir im Neugeschäft weiter an Fahrt aufnehmen und
die Diversifikation unserer Erträge vorantreiben", sagte der Wolf
nun. Allerdings dürften die Erträge mit 375 bis 425 Millionen Euro
den Vorjahreswert von 422 Millionen eher unterschreiten als
übertreffen. Denn das Neugeschäft in Europa könne den Wegfall der
US-Kredite nur schrittweise kompensieren. Entsprechend erwartet der
Vorstand für 2026 weiterhin nur einen Vorsteuergewinn von 30 bis 40
Millionen Euro.
Bis 2028 sollen die Erträge um rund die Hälfte auf etwa 600
Millionen Euro steigen. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital
der Bank soll dann acht Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr lag
sie wegen des hohen Verlusts bei minus 10,6
Prozent./stw/mne/stk/jha/
ISIN DE0008019001
AXC0289 2026-03-05/16:29
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Autor: - dpa-AFX
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