| ROUNDUP: Ruf nach Bodycams in Zügen und Überprüfung der Spritpreise |
| 05.03.2026 17:06:00 |
Die Länderregierungschefs fordern die
Bundesregierung zum Handeln gegen stark gestiegene Spritpreise auf,
pochen auf eine Lösung für die Finanzmisere der Kommunen und
sympathisieren mit Beschränkungen der Social-Media-Nutzung von
Jugendlichen. Konkrete Forderungen formulierte die
Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) in Berlin für mehr Sicherheit in
Zügen. Beim Thema Kommunalfinanzen liegen Länder und Bund weit
auseinander.
Spritpreise
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der
Co-Vorsitzender der MPK ist, sagte mit Blick auf die infolge des
Iran-Krieges stark gestiegenen Spritpreise: "Das geht nicht mit
rechten Dingen zu". Er sprach sich dafür aus, gegen mögliche
Zusatzgewinne auf Kosten der Verbraucher vorzugehen. "Das Kartellamt
muss jetzt tätig werden und muss dafür sorgen, dass das aufhört."
Wenn der Kraftstoff an den Zapfsäulen noch aus Beständen stamme, die
zu niedrigeren Preisen eingekauft worden seien, sei der Ärger vieler
Autofahrer nachvollziehbar, sagte der MPK-Vorsitzende und
rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD).
Gegen solche Praktiken gebe es rechtliche Mittel, sagte er und
verwies auf das Kartellrecht. Dieses müsse nun "offensiv auch
genutzt werden".
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin, Manuela Schwesig (SPD),
sagte: "Entweder sinken die Preise. Oder wir müssen die
Pendlerpauschale erhöhen." Bundeswirtschaftsministerin Katherina
Reiche (CDU) hatte zuvor einer Spritpreisbremse zur Entlastung von
Autofahrern eine Absage erteilt.
Sicherheit von Zugpersonal
Schweitzer erhielt Unterstützung für seinen Vorstoß, das
Deutschlandticket künftig mit einem Passbild zu versehen. Dies würde
Ausweiskontrollen überflüssig machen, die oft Anlass für Übergriffe
von Fahrgästen sind. Offen zeigten sich beispielsweise Kretschmer
und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD). Der sagte:
"Wenn die direkte Identifizierung helfen könnte, mehr Sicherheit zu
geben, (...), bin ich erst mal für jede Lösung offen."
Die Länderregierungschefs sind nach dem gewaltsamen Tod eines
Zugbegleiters in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz auch für eine
flächendeckende Einführung von Bodycams bei Zugpersonal. Diese
Kameras sollten auch den Ton aufzeichnen können, betonte Schweitzer.
Soziale Medien
Die Regierungschefinnen und -chefs zeigen sich offen für
Überlegungen zu Altersbeschränkungen für Social Media. In einem
Beschluss begrüßen sie die Einrichtung der Expertenkommission
"Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" und fordern, deren
Ergebnisse gemeinsam auszuwerten.
Schweitzer wies darauf hin, dass Medienregulierung Aufgabe der
Länder sei. "Ich habe eine hohe Achtung vor Expertise. Wir sollten
in der Politik vielleicht viel öfter auf Expertinnen und Experten
hören. Aber niemand wird uns die Entscheidungsverantwortung
abnehmen."
Die CDU hatte sich auf ihrem Parteitag für ein Mindestalter von 14
Jahren für soziale Medien ausgesprochen, bis zum 16. Lebensjahr gebe
es ein "besonderes Schutzbedürfnis". Auch die SPD fordert eine
Altersgrenze von 14 Jahren und Jugendversionen der Plattformen für
alle unter 16.
Kommunalfinanzen
Die Länder verlangen vom Bund eine Milliarden-Soforthilfe für
Kommunen. "Es ist ganz klar, dass die aktuelle Situation entstanden
ist und sich weiter zuspitzt durch Bundesgesetze, durch
Bundesleistungsgesetze", betonte Kretschmer.
Schweitzer warnte, wenn eine Kommune die Daseinsvorsorge nicht mehr
garantieren könne, mache das etwas mit den Bürgern. Es gehe um nicht
weniger als um die Zukunft der Demokratie. Niedersachsens
Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sprach sich für Bürokratieabbau
aus. "Wir müssen auch auf der Ausgabenseite in den Blick nehmen, wo
ist das System zu teuer."
Länder und Kommunen fordern auch vom Bund, dass er künftig alle
Kosten für Aufgaben übernimmt, die er ihnen überträgt. "Das Prinzip
"wer bestellt, bezahlt" muss endlich Realität werden", sagte
Schweitzer. Er hatte für das erste Quartal ein Sondertreffen dazu
angekündigt. Nun sagte er: "Eine Sonder-MPK macht dann Sinn, wenn
wir wissen, wir kommen zusammen, um ein Ergebnis zu produzieren. Das
wissen wir aber noch nicht." Deshalb gebe es auch noch keinen Termin
für ein solches Treffen./chs/DP/men
ISIN FR0000120271 GB0007980591 IT0003132476 GB00BP6MXD84
AXC0310 2026-03-05/17:06
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Autor: - dpa-AFX
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