| ROUNDUP: Trump entlässt umstrittene Heimatschutzministerin Noem |
| 05.03.2026 20:26:00 |
US-Präsident Donald Trump hat seine
umstrittene Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen. Mit
Wirkung zum 31. März solle der Senator des Bundesstaates Oklahoma,
Markwayne Mullin, das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden
zuständige Ressort führen, teilte Trump auf seiner Plattform Truth
Social mit.
Noem ist damit die erste Ministerin aus der aktuellen US-Regierung,
die ihren Hut nehmen muss. Sie soll nun den Posten der
Sondergesandten für den "Schild Amerikas", einer neuen
Sicherheitsinitiative für die westliche Hemisphäre, übernehmen.
Trump dankte Noem für ihren Einsatz. Mit westlicher Hemisphäre ist
zumeist der Doppelkontinent Amerika gemeint.
Trump zufolge war Mullin zehn Jahre lang Mitglied des
US-Repräsentantenhauses und drei Jahre lang Senator. "Markwayne wird
ein hervorragender Heimatschutzminister", kündigte der Präsident an.
Er solle sich für die Sicherheit an den Grenzen einsetzen und gegen
die Kriminalität durch Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung
vorgehen.
Einst Trumps Wunschkandidatin
Noem - einst Trumps Wunschkandidatin für den Posten - war zuvor
Gouverneurin von South Dakota und hatte sich vor allem als
überzeugte Unterstützerin des Republikaners einen Namen gemacht.
Noch vor ihrer Ernennung zur Ministerin bezeichnete sie die
Situation an der Südgrenze der USA zu Mexiko als "Kriegsgebiet".
Zeitweise im Gespräch als Trumps Vize, bescherten ihre Memoiren ihr
negative Schlagzeilen: Darin beschrieb Noem, wie sie ihre junge
Hündin Cricket erschoss, weil diese sich nicht zum Jagdhund eignete.
Später erklärte sie, dies zeige ihre Bereitschaft zu harten
Entscheidungen.
Noem war in Bedrängnis geraten
Bei einer Senatsanhörung war die 54-Jährige zuletzt ins Kreuzverhör
zu Todesfällen bei Einsätzen der Einwanderungs- und
Grenzschutzbehörden gegen Migranten und zu den Taktiken ihres
Ministeriums genommen worden. Die teils rabiaten Einsätze hatten zu
landesweiten Protesten geführt. Kritiker werfen der Regierung unter
Noem vor, dabei Bürgerrechte zu verletzen.
Noch Ende Januar hatte sich Trump demonstrativ dazu hinter Noem
gestellt. "Ich denke, dass sie sehr gute Arbeit geleistet hat",
sagte er nach den tödlichen Schüssen von Bundesbeamten auf zwei
US-Bürger bei Zusammenstößen mit Anwohnern. In der Folge entbrannte
ein Haushaltsstreit über Kurs und Finanzierung der
Einwanderungspolitik. Während Republikaner teils noch schärfere
Maßnahmen fordern, kritisieren Demokraten die Ausweitung von
Befugnissen und verlangen stärkere parlamentarische Kontrolle und
Transparenz im Gegenzug für Geldmittel.
Millionenschwere Kampagne führte zu Kritik
Noem hatte bei der Anhörung wiederholt betont, die Maßnahmen ihres
Ministeriums dienten der nationalen Sicherheit und beruhten auf
gesetzlicher Grundlage. Sie war außerdem gefragt worden, ob sie ihre
früheren Äußerungen revidieren wolle, wonach die getöteten US-Bürger
als "Terroristen im Inland" zu betrachten seien. Die Beschreibung
war im Nachhinein durch Videomaterial und lokale Berichte stark
infrage gestellt worden. Noem erklärte, sie habe sich auf Berichte
von Einsatzkräften vor Ort verlassen und weigerte sich ausdrücklich,
ihre Aussagen zurückzunehmen oder sich zu entschuldigen.
Zum Verhängnis wurde Noem aber vor allem auch eine millionenschwere
Werbekampagne zur Abschreckung illegaler Migration. Ein
republikanischer Senator merkte an, die Kampagne wäre eher zur
Selbstvermarktung als zur effektiven Durchsetzung genutzt worden.
Noem behauptete daraufhin, das Budget dafür sei von Trump abgesegnet
worden - daraufhin sagte der Senator, das könne er sich nicht
vorstellen, denn das bringe Trump in eine "äußerst unangenehme
Lage". Trump selbst sagte im Anschluss, er habe nicht zugestimmt.
Insgesamt zeigte die Anhörung, dass Sorgen über Noems
Führungsverhalten mittlerweile parteiübergreifend sind./hae/DP/jha
AXC0374 2026-03-05/20:26
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Autor: - dpa-AFX
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