| ROUNDUP 2: Trump entlässt umstrittene Heimatschutzministerin Noem |
| 05.03.2026 21:35:00 |
(neu: mehr Details und Hintergrund)
WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump hat seine
umstrittene Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen. Mit
Wirkung zum 31. März solle der Senator des Bundesstaates Oklahoma,
Markwayne Mullin, das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden
zuständige Ressort führen, teilte Trump auf seiner Plattform Truth
Social mit.
Noem ist damit die erste Ministerin aus der aktuellen US-Regierung,
die ihren Hut nehmen muss. Sie war unter anderem wegen der rigorosen
Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE, ihrer öffentlichen
Darstellung und einer millionenschweren Werbekampagne in Bedrängnis
geraten.
Die Republikanerin soll nun den Posten der Sondergesandten für den
"Schild Amerikas", einer neuen Sicherheitsinitiative für die
westliche Hemisphäre, übernehmen, wie Trump weiter bekannt gab. Er
dankte Noem für ihren Einsatz. Mit westlicher Hemisphäre ist zumeist
der Doppelkontinent Amerika gemeint.
Mullin erfuhr erst kurz zuvor von seinem neuen Posten
Trump zufolge war Mullin zehn Jahre lang Mitglied des
US-Repräsentantenhauses und drei Jahre Senator. "Markwayne wird ein
hervorragender Heimatschutzminister", kündigte der Präsident an. Er
solle sich für die Sicherheit an den Grenzen einsetzen und gegen die
Kriminalität durch Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung vorgehen.
In einem kurzen Statement sagte Mullin, er habe erst kurz vor Noems
Entlassung den Anruf des Präsidenten erhalten. "Ein kleiner Junge
aus West Oklahoma wird im Kabinett des Präsidenten dienen. Das ist
ziemlich ordentlich", sagte Mullin. Er sei Republikaner und
konservativ, gehe aber mit dem Anspruch ins Kabinett, alle hinter
sich zu vereinen.
Einst Trumps Wunschkandidatin
Noem - einst Trumps Wunschkandidatin für den Posten - war zuvor
Gouverneurin von South Dakota und hatte sich vor allem als
überzeugte Unterstützerin des Republikaners einen Namen gemacht.
Noch vor ihrer Ernennung zur Ministerin bezeichnete sie die
Situation an der Südgrenze der USA zu Mexiko als "Kriegsgebiet".
Zeitweise im Gespräch als Trumps Vize, bescherten ihre Memoiren ihr
negative Schlagzeilen: Darin beschrieb Noem, wie sie ihre junge
Hündin Cricket erschoss, weil diese sich nicht zum Jagdhund eignete.
Später erklärte sie, dies zeige ihre Bereitschaft zu harten
Entscheidungen.
Noem, Gesicht von Trumps harter Abschiebepolitik
Als Ministerin wurde Noem dann qua ihres Amtes zu einem der
zentralen Gesichter von Trumps aggressiver Abschiebepolitik. Für
besonders viel Aufmerksamkeit sorgte im Frühjahr vergangenen Jahres
etwa ihr Besuch des Hochsicherheitsgefängnis Cecot in El Salvador.
Die USA hatten kurz zuvor Hunderte Venezolaner dorthin abgeschoben -
mit der Begründung, es handele sich um Mitglieder des
venezolanischen Verbrecherkartells Tren de Aragua.
Noem posierte in dem Gefängnis vor einer Zelle. Fotos, die sie dort
zeigen, im Hintergrund Dutzende kahl rasierte Männer mit freien
tätowierten Oberkörpern, gingen um die Welt. Die Republikanerin
nutzte die Kulisse auch für eine Botschaft: "Ich möchte auch, dass
jeder weiß: Wenn ihr illegal in unser Land kommt, ist dies eine der
Konsequenzen, die ihr zu spüren bekommen könntet", sagte sie in
einem auf der Plattform X geteilten Video.
Noem war jüngst in Bedrängnis geraten
In jüngerer Zeit geriet sie unter anderem wegen der teils
martialisch anmutenden Razzien gegen Migranten in US-Städten in den
Fokus, die ICE-Beamte durchführen, die ihrem Ministerium
unterstehen.
Bei einer Senatsanhörung war die 54-Jährige zuletzt ins Kreuzverhör
zu Todesfällen bei Einsätzen der Einwanderungs- und
Grenzschutzbehörden und zu den Taktiken ihres Ministeriums genommen
worden. Die Einsätze hatten zu landesweiten Protesten geführt.
Kritiker werfen der Regierung unter Noem vor, dabei Bürgerrechte zu
verletzen. Noch im Januar hatte sich Trump hinter sie gestellt.
In der Folge entbrannte ein Haushaltsstreit über Kurs und
Finanzierung der Einwanderungspolitik, der bis heute nicht gelöst
ist. Das Heimatschutzministerium ist seit etwa drei Wochen ohne
frisches Geld, weil sich Republikaner und Demokraten in der Frage
noch immer nicht einigen konnten.
Millionenschwere Kampagne führte zu Kritik
Noem war bei der Anhörung auch gefragt worden, ob sie ihre früheren
Äußerungen revidieren wolle, wonach die getöteten US-Bürger als
"Terroristen im Inland" zu betrachten seien. Die Beschreibung war im
Nachhinein durch Videomaterial und Berichte stark infrage gestellt
worden. Noem erklärte, sie habe sich auf Aussagen von Einsatzkräften
vor Ort verlassen und weigerte sich ausdrücklich, ihre Äußerungen
zurückzunehmen oder sich zu entschuldigen.
Zum Verhängnis wurde Noem aber vor allem auch eine millionenschwere
Werbekampagne zur Abschreckung illegaler Migration. Ein
republikanischer Senator merkte an, die Kampagne wäre eher zur
Selbstvermarktung als zur effektiven Durchsetzung genutzt worden.
Noem entgegnete, das Budget dafür sei von Trump abgesegnet worden.
Daraufhin sagte der Senator, das könne er sich nicht vorstellen,
denn das bringe Trump in eine "äußerst unangenehme Lage". Trump
selbst sagte im Anschluss, er habe nicht zugestimmt. Insgesamt
zeigte die Anhörung, dass Sorgen über Noems Führungsverhalten
mittlerweile parteiübergreifend sind./hae/DP/jha
AXC0385 2026-03-05/21:35
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Autor: - dpa-AFX
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