| WDH/IPO/ROUNDUP: Rüstungszulieferer Vincorion strebt an die Börse |
| 06.03.2026 11:09:00 |
(Wiederholung. Im ersten Absatz, zweiter Satz wird berichtigt: Der
Börsengang ist im ersten Halbjahr 2026 (falsch: 2025) geplant.)
WEDEL (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund der boomenden Nachfrage nach
Waffen wagt sich die nächste deutsche Rüstungsfirma aufs
Börsenparkett. Der Rüstungszulieferer Vincorion teilte in Wedel bei
Hamburg mit, dass er im ersten Halbjahr 2026 einen Börsengang in
Frankfurt plane. Vincorion hat rund 900 Beschäftigte, die im
Wesentlichen am Firmensitz in Wedel, im bayerischen Altenstadt und
in Essen (NRW) sind.
Das deutsche Unternehmen mit rund 900 Vollzeitstellen gehörte bis
2022 zum Thüringer Technologiekonzern Jenoptik . Dann
wurde es an einen britischen Finanzinvestor verkauft. Der möchte
sich nun von einem Teil seiner Anteile trennen, künftig aber an Bord
bleiben. Vincorion stellt Generatoren, Mechatronik und andere
Energielösungen her, zu den Kunden gehören die Panzerbauer
Rheinmetall , KNDS und diverse andere große
Unternehmen.
Die Komponenten von Vincorion sind etwa in den Flugabwehrsystemen
Patriot und Iris-T verbaut, hierbei geht es um die Stromversorgung.
Außerdem hat der Mittelständler ein ziviles Geschäft, so sind etwa
in Airbus -Passagiermaschinen Heizelemente und in
Hubschraubern Rettungswinden der norddeutschen Firma eingebaut.
Umsatz geht steil nach oben
Vincorion kam im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge auf einen
Umsatz von 240 Millionen Euro, Angaben zum Gewinn machte es nicht.
Im Zeitraum 2023 bis 2025 lag das jährliche Umsatzwachstum den
Angaben zufolge durchschnittlich bei 22 Prozent. Zum Jahreswechsel
lag der Gesamtauftragsbestand bei rund 1,1 Milliarden Euro.
Vincorion ist ein Kunstname aus dem lateinischen Wort "vincere"
(siegen) und dem Sternbild Orion.
Konzernchef Kajetan von Mentzingen wertet den Börsengang als
nächsten Schritt auf dem erfolgreichen Weg von Vincorion. "Als
Unternehmen im Zentrum des dynamisch wachsenden Verteidigungs- und
Sicherheitssektors stellt Vincorion das Fundament der
Energieversorgung für moderne Kriegsführung und Zivilschutz", sagt
der frühere Airbus-Manager.
Nato-Staaten legen viel Geld bereit
Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 boomt Deutschlands
Waffenbranche, der Börsenkurs von Rheinmetall ist seither von etwa
100 auf derzeit circa 1600 Euro nach oben geklettert. Bei anderen
börsennotierten Firmen ging der Wert ihrer Anteilsscheine ebenfalls
steil nach oben.
In einer schwächelnden Gesamtkonjunktur ist die Rüstungsbranche für
Anleger besonders attraktiv geworden, da Deutschland und andere
Nato-Staaten viel mehr Geld in ihr Militär investieren wollen als
zuvor. So sind in Deutschland Ausgaben für die Verteidigung
weitgehend von der Schuldenbremse ausgenommen worden.
In Zeiten generell klammer Kassen des Staates gilt für den
Verteidigungsbereich doch eher das finanzielle Motto "Klotzen statt
Kleckern", damit die Bundeswehr modernisiert wird und der russischen
Bedrohung gewachsen ist. Das kommt den deutschen Rüstungsfirmen
zugute, ihre wirtschaftlichen Perspektiven sind blendend./wdw/DP/men
ISIN DE0007030009 DE000A2NB601 NL0000235190
AXC0126 2026-03-06/11:09
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Autor: - dpa-AFX
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