| ROUNDUP: Merz verspricht Wirtschaft Tempo bei Reformen |
| 06.03.2026 14:47:00 |
Angesichts wachsender Ungeduld in der Wirtschaft
hat Bundeskanzler Friedrich Merz Tempo bei Reformen versprochen. Der
CDU-Politiker sagte nach einem Treffen mit den Spitzenverbänden der
deutschen Wirtschaft in München: "Ich teile die Befürchtungen, dass
wir insbesondere durch die sehr hohen Arbeitskosten in Deutschland
Arbeitsplätze verlieren." Deswegen müssten die Arbeitskosten runter.
Merz: Haben nicht mehr viel Zeit für Sozialreformen
Der Beitrag, den die Bundesregierung leisten könne, seien Reformen
der Sozialsysteme, um die hohen Arbeitskosten durch
Sozialversicherungsbeiträge in den Griff zu bekommen und tendenziell
möglichst auch zu senken. "Ich teile die Einschätzung, dass wir
dafür auch nicht mehr sehr viel Zeit haben. Wir müssen sehen, dass
wir diese Reformen in diesem Jahr auf den Weg bringen."
Die Bundesregierung hat Kommissionen zum Beispiel zur Reform der
Rente eingesetzt. Handwerkspräsident Jörg Dittrich sprach von einem
hohen Reformdruck. In Deutschland müsse wieder ein selbsttragendes
Wachstum entstehen. Das 2026 erwartete Wachstum kommt zu großen
Teilen von staatlichen, schuldenfinanzierten Milliardenausgaben zur
Modernisierung der Infrastruktur. Dittrich sagte, er höre in
Handwerksbetrieben immer wieder den Satz: "Die Hütte brennt an
vielen Stellen."
Merz sagte, es gebe Anzeichen, dafür, dass die Konjunktur langsam
Fahrt aufnehme, getragen von staatlichen Impulsen. Dies reiche aber
nicht aus. Mit Blick auf Folgen des Iran-Kriegs sagte der Kanzler,
wenn der Konflikt zeitlich begrenzt bleibe, dürften sich die
Auswirkungen auf die Konjunktur in Deutschland in Grenzen halten.
Spitzenverbände warnen vor Kipppunkt
Die Verbände hatten vor dem Treffen mit Merz Alarm geschlagen. "Der
Wirtschaftsstandort Deutschland steht unter Druck wie selten zuvor
in der Nachkriegsgeschichte", heißt es in einer gemeinsamen
Erklärung der Verbände. Mit Blick auf eine jahrelange Stagnation der
Wirtschaft wird vor einem "Kipppunkt" gewarnt. "Die deutsche
Wirtschaft erwartet von der Politik deutlich mehr Mut zur
Veränderung", heißt es in dem Papier weiter. "2026 muss zum Jahr der
Reformen werden."
Nach drei Jahren der wirtschaftlichen Stagnation wird auch für
dieses Jahr kein breiter Aufschwung in Deutschland erwartet. Mit der
Kanzlerschaft von Merz waren hohe Erwartungen der
Wirtschaftsverbände verbunden. Zunehmend mehren sich aber Stimmen,
Merz müsse nun liefern. Die Wirtschaft beklagt hohe Arbeitskosten
und Energiepreise, eine im internationalen Vergleich hohe
Steuerlast, zu viel Bürokratie und lange Genehmigungsverfahren.
Das jährliche Treffen von Kanzler und Wirtschaftsverbänden in
München hat schon eine längere Tradition. Für Merz war es indes der
erste derartige Termin. Beteiligt sind die Bundesvereinigung der
Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesverband der Deutschen
Industrie, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und der
Zentralverband des Deutschen Handwerks./ruc/hoe/ctt/had/DP/men
AXC0195 2026-03-06/14:47
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Autor: - dpa-AFX
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