| Cybersicherheit: Kaum Unternehmen melden sich beim BSI an |
| 06.03.2026 14:58:00 |
Nicht einmal jedes sechste Unternehmen in
Deutschland, das für das Gemeinwesen wichtig ist, ist seiner Pflicht
nachgekommen, sich beim Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik (BSI) zu registrieren. Das geht aus einer
Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der
Grünen-Fraktion hervor. Zwei Wochen vor Ablauf der Frist am 6. März
2026 hätten sich lediglich 4.856 wichtige und besonders wichtige
Einrichtungen beim BSI registriert. Eigentlich hätten sich rund
29.500 Unternehmen und Organisationen beim BSI eintragen lassen
müssen, die in den kritischen Bereichen der Infrastruktur aktiv
sind.
Die Registrierungspflicht ist ein Teil der NIS-2-Richtlinie der
Europäischen Union für Cybersicherheit der kritischen Infrastruktur.
Dabei geht es darum, dass die für das Gemeinwesen wichtigen
Unternehmen künftig mehr machen müssen, um sich vor IT-Ausfällen und
Cyberangriffen zu schützen. Dazu gehören unter anderem Schulungen
von Mitarbeitern, aber auch die Registrierung beim BSI. Außerdem
müssen der Cybersecurity-Behörde in Bonn sämtliche Vorfälle gemeldet
werden, die die Cybersicherheit betreffen.
Registrierung für den Ernstfall
Bei der Registrierung muss jedes Unternehmen, das als "wesentliche"
oder "wichtige" Einrichtung eingestuft wird, seine Stammdaten und
Kontaktinformationen beim BSI hinterlegen. Dies dient dazu, dass die
Behörde im Falle einer großflächigen Cyber-Bedrohungslage die
richtigen Ansprechpartner sofort erreichen und warnen kann, wenn
etwa eine neue kritische Sicherheitslücke entdeckt wird.
Firmen, die die Frist versäumen, begehen eine Ordnungswidrigkeit.
Von sofort an kann das BSI gegen die Unternehmen Zwangsgelder
festsetzen, um die Registrierung zu erzwingen. Gleichzeitig können
auch Bußgelder verhängt werden, da es sich um einen Verstoß gegen
die Compliance-Pflichten handelt. In gravierenden Fällen kann die
Bonner Behörde auch Aufsichtsmaßnahmen einleiten, was oft mit
tiefergehenden Prüfungen des gesamten Sicherheitskonzepts
einhergeht.
Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Jeanne Dillschneider (Bündnis
90/Die Grünen) sagte: "Die Antwort der Bundesregierung zum niedrigen
Stand der Registrierungen ist ein Armutszeugnis. Wenn sich nur ein
Bruchteil registriert, wurde der Ernst der Lage noch immer nicht
erkannt. Und das, während die Bedrohungslage wächst und wir täglich
Cyberangriffe erleben."/chd/DP/nas
AXC0200 2026-03-06/14:58
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Autor: - dpa-AFX
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