| ROUNDUP: US-Arbeitsmarkt enttäuscht - Beschäftigtenzahl sinkt überraschend |
| 06.03.2026 15:56:00 |
Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich im
Februar deutlich schwächer als erwartet gezeigt. Vor allem die
Beschäftigtenzahl enttäuschte. Außerhalb der Landwirtschaft sank die
Zahl der Stellen um 92.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in
Washington mitteilte. Stärker war die Beschäftigtenzahl zuletzt im
Oktober gesunken. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt 55.000 neue
Stellen erwartet. Zudem wurde der Beschäftigungsaufbau in den beiden
Vormonaten um insgesamt 69.000 Stellen nach unten revidiert.
Das US-Arbeitsministerium begründet den Rückgang der Beschäftigung
auch mit einem Streik im Gesundheitssektor. Laut Thomas Gitzel,
Chefvolkswirt der VP Bank, erklärt dies aber nicht vollständig die
überraschend schlechte Zahl. "So kam es etwa im verarbeitenden
Gewerbe zu einem Stellenabbau und auch im öffentlichen Sektor wurden
Stellen abgebaut."
Zudem ist die Arbeitslosenquote unerwartet gestiegen. Sie legte um
0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt
eine stabile Quote von 4,3 Prozent erwartet.
Die Stundenlöhne sind unterdessen trotz der ansonsten schwachen
Entwicklung am Arbeitsmarkt gestiegen. Die durchschnittlichen
Stundenlöhne legten gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent zu.
Volkswirte hatten einen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet. Im Januar
hatte das Lohnplus ebenfalls bei 0,4 Prozent gelegen.
Die Zinssenkungserwartungen dürften mit den Zahlen wieder Rückenwind
bekommen, schreibt Ralf Umlauf, Analyst bei der Helaba. Diese hatten
sich zuletzt wegen der gestiegenen Inflationssorgen aufgrund der
hohen Energiepreise abgeschwächt.
Trotz der enttäuschenden Zahlen hielten sich die Reaktionen am
Anleihe- und Devisenmarkt in Grenzen. Deutlich gaben die
Aktienmärkte nach.
Die Finanzmärkte schauen derzeit allerdings stärker auf den
Iran-Krieg und dessen Auswirkungen. "Die Frage ist, wie lange der
Konflikt anhält und wie lange und auf welche Höhen die Energiepreise
noch steigen", schreibt Gitzel. "Davon hängt die wirtschaftliche
Entwicklung ab und somit auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
Die Ausgangssituation vor den Angriffen auf den Iran ist mit Blick
auf den Arbeitsmarkt denkbar ungünstig."
Mit Spannung schauen die Anleger auf die US-Notenbank Fed. Der
Arbeitsmarktbericht spricht eher für Zinssenkungen, während der
Iran-Krieg die Inflationsgefahren erhöht und höhere Zinsen
erforderlich machen könnte.
"Wegen möglicher Sonderfaktoren und angesichts der Schwankungen in
den letzten Monaten wird die Fed die Zahlen aber mit Vorsicht
interpretieren und weitere Berichte abwarten wollen, bis sie ihre
Einschätzungen anpasst", erwartet Commerzbank-Volkswirt Christoph
Balz. Die unklaren Auswirkungen des Iran-Kriegs vor allem auf die
Inflation sprächen auch für ein Abwarten. "Die letzten beiden
Sitzungen in der Ära Powell in diesem Monat und Ende April werden
wohl ohne Zinsänderungen verlaufen", erwartet Balz. Es drohten der
Fed unangenehme Entscheidungen./jsl/jkr/jha/
AXC0222 2026-03-06/15:56
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Autor: - dpa-AFX
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