| Wadephul warnt vor Fluchtbewegung wegen Iran-Krieg |
| 06.03.2026 15:59:00 |
Außenminister Johann Wadephul warnt angesichts
der regionalen Folgen des Iran-Kriegs vor einer neuen Fluchtbewegung
Richtung Europa. "Die Situation, die durch den Krieg entsteht, ist
teilweise dramatisch", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit
seinem niederländischen Kollegen Tom Berendsen in Berlin. "Deshalb
müssen wir auch darauf achten, dass aus vielen Binnenvertriebenen
nicht eine neue Fluchtwelle entsteht", fügte er hinzu.
Die Bundesregierung wolle die humanitäre Krise abmildern und stelle
deshalb weitere fast 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur
Verfügung, kündigte Wadephul an. "Wir sehen gerade im Libanon eine
neue Dynamik und eine Dramatik mit vielen Binnengeflüchteten",
ergänzte der Bundesaußenminister. Man wolle in der gesamten Region
Hilfe vor Ort leisten.
Keine Lieferung von deutschen Flugabwehrsystemen geplant
Eine Lieferung von Flugabwehrsystemen an die vom Iran angegriffenen
Länder erwägt die Bundesregierung laut Wadephul nicht. "Unser Fokus
ist die Ukraine", sagte er. An das vor mehr als vier Jahren von
Russland angegriffene Land sei die Masse der deutschen
Luftverteidigungssysteme abgegeben worden, insbesondere
Abwehrsysteme vom Typ Patriot. "Wenn wir dort noch etwas über
hätten, mussten wir auch ernsthaft überlegen, es der Ukraine zu
geben", sagte Wadephul. "Deswegen gibt es derzeit keine Gedanken der
Bundesregierung, entsprechende Systeme anderswohin abzugeben."
Berendsen sagte, wo immer möglich müssten die vom Iran angegriffenen
Partnerländer unterstützt werden. "Es ist wichtig, dass wir geeint
auftreten, da wir ja doch beträchtliche Sicherheits- und
wirtschaftliche Interessen in der Region haben." Die niederländische
Regierung überlege, eine Fregatte als Teil der französischen
Flugzeugträger-Kampfgruppe "Charles de Gaulle" ins Mittelmeer zu
entsenden./bk/DP/men
AXC0223 2026-03-06/15:59
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Autor: - dpa-AFX
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