| ROUNDUP 3: Mehr Flugmöglichkeiten aus Nahost - Unsicherheit bleibt |
| 06.03.2026 16:20:00 |
(neu: Bund der Steuerzahler zu Kostenverteilung für
Evakuierungsflüge.)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Für Flugpassagiere gibt es zunehmend wieder
Verbindungen in den Nahen Osten. Airlines nehmen erste Linienflüge
in die Krisenregion ins Programm, die Reiseplanung ist aber weiter
mit Unsicherheit behaftet. So brach die Lufthansa
einen Linienflug von München in die saudi-arabische Hauptstadt Riad
aus Sicherheitsgründen ab.
Derartige Situationen werde man in den kommenden Wochen noch
häufiger sehen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Frankfurt.
"Sicherheit geht vor."
Flüge aus Dubai und Abu Dhabi
Nach zahlreichen Flugausfällen wegen des Iran-Kriegs kündigte die
Fluggesellschaft Etihad Airways eine begrenzte Zahl von Flügen von
Abu Dhabi auch nach Europa an. Man werde unter anderem Frankfurt,
London, Madrid, Mailand, Paris, Rom und Zürich anfliegen, teilte die
Airline mit. Fluggäste mit bestehenden Buchungen würden
schnellstmöglich untergebracht.
Die Bundesregierung hatte am Donnerstag von einer Entspannung im
kommerziellen Flugverkehr gesprochen. Demnach waren an dem Tag aus
Dubai und Abu Dhabi 250 kommerzielle Flüge geplant, davon über 60
nach Europa und einige auch nach Deutschland.
Wadephul: Kein Anlass für Bundeswehrflüge zur Rückholung
Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte, die Bundesregierung tue
alles in ihrer Macht Stehende, um die deutschen Landsleute so
schnell wie möglich nach Hause zu holen. Er wies damit eine
Forderung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zurück,
auch Flugzeuge der Bundeswehr zur Rückholung von in der
Nahost-Region gestrandeten deutschen Touristen einzusetzen.
Zwar sei "alles immer verbesserungsfähig", sagte Wadephul bei einem
Treffen mit seinem niederländischen Kollegen Tom Berendsen in
Berlin. "Aber der Beitrag der Bundeswehr ist an der Stelle nicht
notwendig, denn wir sehen ja ein Ansteigen der kommerziellen Flüge
jetzt." Söder hatte dem Sender Welt TV gesagt: "Es sind zu wenig
Maschinen im Einsatz." Die Bundesregierung solle prüfen, ob sie
nicht auch mit Bundeswehrmaschinen helfen könne.
Zehntausende Passagiere von Eskalation betroffen
Wegen der Eskalation des Konflikts seit dem vergangenen Wochenende
sitzen derzeit noch Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten
Urlaub machten oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz
nutzen wollten. Viele Staaten dort hatten ihren Luftraum zeitweise
komplett geschlossen. Inzwischen sind begrenzt wieder Flüge möglich.
Die Lufthansa-Tochter Eurowings schickt ein erstes eigenes Flugzeug
ins Krisengebiet, um rund 150 Touristen nach Deutschland
zurückzuholen. Geplant ist ein Sonderflug aus Riad nach Köln in der
Nacht von Freitag auf Samstag, wie das Unternehmen mitteilt. An Bord
kommen Gäste des eigenen Reiseveranstalters Eurowings Holidays. Es
handelt sich um den ersten eigenen Rückholflug der Lufthansa Group
nach Deutschland. Die Airline war bislang als Dienstleister der
Bundesregierung tätig.
Regierung plant Sonderflug aus Riad
Zudem will die Bundesregierung nach drei Sonderflügen aus dem Oman
auch aus Riad in der Region gestrandete Deutsche in die Heimat
zurückbringen. Das kündigte Außenminister Wadephul am
Donnerstagabend an. Nach einem der Deutschen Presse-Agentur
vorliegenden Papier des Auswärtigen Amts zur Information des
Bundestages sollen zur Vorbereitung der Ausreise besonders
Passagiere wie Schwangere, Kranke oder Ältere auf dem Landweg aus
dem Golfemirat Katar nach Riad gebracht werden.
Laut Auswärtigen Amt müssen sich jene deutschen Staatsbürger, die
mit den von der Bundesregierung gecharterten Flugzeugen nach
Deutschland gebracht werden, mit einer Pauschale von jeweils 500
Euro an den Kosten beteiligen.
Bund der Steuerzahler: Kein Rundum-Sorglos-Paket vom Staat
Dass die Kosten für Evakuierungsflüge fair verteilt werden, mahnte
Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, in der
"Rheinischen Post" an. "Dass der Staat in solchen Fällen helfen
muss, ist völlig klar - doch muss auch den Betroffenen klar sein,
einen Teil dieser Kosten mitzutragen, damit die
Kosten-Lasten-Verteilung fair bleibt", so Holznagel. "Klar ist auch,
dass die Reiseveranstalter dabei sein müssen: Schließlich haben sie
bei der Buchung Geld dafür erhalten, Rückflüge zu organisieren, die
jetzt nicht stattfinden."
Holznagel sagte außerdem, dass auch bei ähnlichen Evakuierungen
bereits die Kostenlast aufgeteilt wurde. "Schon bei vergangenen
Rückholaktionen haben wir nachgefragt - dann, wenn der Eindruck
einer Unwucht entstanden ist. Hier müssen wir bei allen
Bundesregierungen feststellen: Der Staat hat kein
Rundum-Sorglos-Paket ausgestellt, es gab immer eine
Kostenbeteiligung der Reisenden."
Mehr Direktflüge gefragt
Die Lufthansa spürt eine stark steigende Nachfrage bei Direktflügen
nach Asien und Afrika. Grund sind ausfallende Umsteigeverbindungen
über die Drehkreuze arabischer Gesellschaften in der Krisenregion.
Der Lufthansa-Konzern prüft daher nach eigenen Angaben, die Zahl der
Verbindungen zum Beispiel nach Singapur, Indien, China und Südafrika
aufzustocken./ceb/gma/bf/bk/may/DP/men
ISIN DE0008232125 GB00B0F99717
AXC0229 2026-03-06/16:20
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Autor: - dpa-AFX
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