| ROUNDUP: Schließung in Erfurt - Zalando dringt auf rasche Einigung |
| 06.03.2026 20:06:00 |
Nach der Schließungsentscheidung für den Zalando
-Standort in Erfurt strebt das Management des
Internet-Modehändlers im Mai eine Einigung über einen Sozialplan und
Interessenausgleich für die Mitarbeiter an. Zwar habe es mit dem
Betriebsrat einige Gespräche, aber noch keine Verhandlungen dazu
gegeben, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Um diesen Dialog in
die nächste Phase zu führen, habe Zalando beim Arbeitsgericht Erfurt
die Einrichtung einer Einigungsstelle beantragt.
Das Schlichtungsgremium solle helfen, gemeinsam mit der
Arbeitnehmervertretung schnellstmöglich Klarheit für die Belegschaft
zu schaffen: "Auch wenn wir weiterhin kein realistisches Szenario
für den Weiterbetrieb des Standorts durch Zalando sehen, sind wir
überzeugt, dass dieser Weg zeitnah eine verlässliche Grundlage für
die persönliche Zukunftsplanung für die Mitarbeitenden bietet", hieß
es vom Unternehmen.
Einigungsstelle soll Verhandlungen moderieren
Die Gespräche und Verhandlungen zu einem tragfähigen
Interessenausgleich und einem ausgewogenem Sozialplan werden in
diesem Falle von einem neutralen Vorsitzenden moderiert und
begleitet. Der Spruch der Einigungsstelle ist für beide Seiten
bindend.
Mit diesem Schritt verlasse das Unternehmen "den Pfad der direkten
Verständigung", kritisierte der Betriebsrat in einer Mitteilung.
"Statt in einen konstruktiven Dialog über den Interessenausgleich
und Sozialplan zu treten oder die Hintergründe der Schließungspläne
umfassend aufzuklären, versucht Zalando nun, den Betriebsrat
gerichtlich in eine Einigungsstelle zu zwingen." Damit wolle Zalando
den Weg für Kündigungen frei machen.
Betriebsrat sieht viele Fragen unbeantwortet
Aus Sicht der Arbeitnehmervertretung hat das Unternehmen bisher
viele Fragen unbeantwortet gelassen - etwa mit Blick auf alternative
Konzepte für den Standort. Die Betriebsräte fordern einen
intensiveren Austausch. "Ziel müsse es sein, die behauptete
Alternativlosigkeit der Schließung sachlich zu prüfen und ernsthafte
Verhandlungen über den Standorterhalt zu führen." Zudem müssten
bestimmte Personengruppen wie Alleinerziehende, Schwerbehinderte und
langjährige Mitarbeitende besser geschützt werden.
Das Erfurter Logistikzentrum von Zalando mit 2.700 Mitarbeitern soll
Ende September komplett geschlossen werden. Neben der Beratung durch
die Agentur für Arbeit direkt am Standort und internen Stellenbörsen
gab es in der vergangenen Woche eine erste Jobmesse mit mehr als 80
interessierten Firmen aus der Region. Dabei haben sich nach
Unternehmensangaben 1.100 Mitarbeiter zu beruflichen Perspektiven
informiert./geh/hum/DP/jha
ISIN DE000ZAL1111
AXC0279 2026-03-06/20:06
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Autor: - dpa-AFX
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