| Russland will Flüssiggas von Europa nach Asien umlenken |
| 06.03.2026 20:07:00 |
Russische Unternehmen werden nach Angaben der
Regierung in Moskau in Kürze einen Teil ihrer Flüssiggaslieferungen
von Europa nach Asien umleiten. Die Unternehmen wollten nicht auf
weitere Sanktionen aus Brüssel warten und orientierten sich nach
Osten um, sagte der für Energiefragen zuständige Vizeregierungschef
Alexander Nowak. Als mögliche Partner für langfristige Verträge
nannte er Indien, Thailand, die Philippinen und China.
Wegen des Iran-Krieges sind die Gaspreise zuletzt deutlich
gestiegen. Da der Schiffsverkehr im Persischen Golf durch den Krieg
eingeschränkt und auch die Zukunft der Öl- und Gasförderung in
dieser Region derzeit ungewiss ist, reagierten die Weltmärkte mit
heftigen Preisausschlägen auf die Rohstoffe.
Putin hatte bereits Wende gen Osten angedeutet
Vor diesem Hintergrund hatte Kremlchef Wladimir Putin bereits am
Donnerstag in einem Interview mit dem Staatsfernsehen angedeutet,
die Wende gen Osten zu erwägen. Es öffneten sich nun neue Märkte.
Daher sei es vielleicht besser, sofort die Lieferungen nach Europa
einzustellen, sagte der russische Staatschef.
Auf diese Anweisung Putins habe die Regierung nun im Gespräch mit
den Unternehmen beschlossen, dass "ein Teil des Umfangs von
Flüssiggas, der heute nach Europa und auf die europäischen Märkte
geht, auf andere Märkte umorientiert wird, wo es jetzt Bedarf gibt
und konstruktive, pragmatisch Beziehungen mit uns aufgebaut werden",
sagte Nowak.
Die Beziehungen zwischen Russland und der EU sind wegen des von
Putin seit 2022 geführten Kriegs in der Ukraine stark belastet. Die
EU hat Sanktionen gegen Russland verhängt, die der Kreml als
"Wirtschaftskrieg" bezeichnet hat. Gaslieferungen sind stark
zurückgegangen - allerdings hat Europa im vergangenen Jahr immer
noch Flüssigerdgas im Wert von 7,4 Milliarden Euro aus Russland
importiert. Ab November 2027 will die EU russische Gaseinfuhren
völlig verbieten./bal/DP/jha
AXC0280 2026-03-06/20:07
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Autor: - dpa-AFX
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