| ROUNDUP: Nach US-Druck beendet Jamaika Ärzte-Programm mit Kuba |
| 07.03.2026 07:35:00 |
Nach Druck aus Washington hat Jamaika sein
medizinisches Kooperationsprogramm mit Kuba nach fast 50 Jahren
beendet. Jamaikas Gesundheitsminister Christopher Tufton erklärte,
dass Gespräche mit Havanna über Änderungen im Programm nicht
vorangekommen seien. Für Kubas kommunistische Regierung sind die
medizinischen Einsätze im Ausland, die Washington als Zwangsarbeit
wertet, eine lukrative Einnahmequelle.
Zuvor hatte schon Honduras auf die Dienste von rund 170 entsandten
kubanischen Ärzten verzichtet. Auf Jamaika befinden sich derzeit
mehr als 280 kubanische Ärzte, wie Tufton vor dem Finanzausschuss
des Parlaments angab. Die jamaikanische Regierung sei bereit, nun
direkt mit ihnen Einzelverträge zu schließen. Laut dem
jamaikanischen Außenministerium hatten sich beide Länder nach dem
Ablauf des vorherigen Abkommens 2023 nicht auf neue Bedingungen
einigen können, wie die Zeitung "The Gleaner" aus einer Mitteilung
zitierte.
Derzeit werden solche Kooperationsverträge mit der kubanischen
Regierung geschlossen, die den Großteil der Zahlungen einbehält -
die Ärzte erhalten nur einen kleinen Teil davon als Gehalt.
Washington nennt dies eine Form des Menschenhandels. Im Februar
kündigte das US-Außenministerium Visabeschränkungen für kubanische
und ausländische Beamte an, die "kubanische Arbeitskräfte
ausbeuten".
Havanna bedauerte die Entscheidung Jamaikas, die langjährige
Zusammenarbeit zu beenden. "Mit dieser Maßnahme gibt die
jamaikanische Regierung dem Druck der US-Regierung nach, die sich
nicht um die Gesundheitsbedürfnisse ihrer karibischen Brüder
kümmert", hieß es in einer Mitteilung des kubanischen
Außenministeriums. Die entsandten Mediziner würden nach Kuba
zurückkehren.
Laut dem US-Außenministerium nimmt Kuba jährlich rund sechs bis acht
Milliarden US-Dollar (rund 5 bis 6,8 Milliarden Euro) mit dem Export
von Dienstleistungen ein, hauptsächlich durch die Vermietung
medizinischen Personals. Kubanische Ärzte und Pfleger sind in rund
60 Ländern im Einsatz, oft in abgelegenen Regionen. Viele Länder
Lateinamerikas und auch Afrikas sind darauf angewiesen.
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit
Jahrzehnten angespannt. Nun übt Washington erhöhten Druck auf die
sozialistische Karibikinsel aus. Die US-Regierung will den Zufluss
von Devisen und Öl, von dem die kommunistische Regierung profitieren
soll, grundsätzlich stoppen. US-Präsident Donald Trump prophezeite
Kuba einen baldigen Zusammenbruch: "Kuba wird sehr bald fallen",
sagte er. Aktuell steckt die Insel in einer ihrer schwersten
Wirtschaftskrisen seit der Revolution von Fidel Castro
1959./aso/DP/zb
AXC0026 2026-03-07/07:35
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Autor: - dpa-AFX
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