| ROUNDUP: USA und Israel verstärken Angriffe auf Iran - Ölpreis steigt |
| 07.03.2026 07:35:00 |
Ungeachtet stark gestiegener
Ölpreise intensivieren die USA und Israel ihre Angriffe auf den
Iran. "Heute Nacht wird unser schwerstes Bombardement stattfinden",
sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem Sender Fox Business mit
Blick auf die Nacht zum Samstag. Auch Israels Luftwaffe flog
Armeeangaben zufolge eine weitere "breite Welle" Angriffe in
Teheran. Für Aufmerksamkeit sorgten zudem von der US-Regierung nicht
bestrittene Berichte, wonach Russland dem Iran Informationen über
amerikanische Truppen und mögliche Ziele im Nahen Osten liefert.
Irans staatliche Medien verbreiteten nach den jüngsten Angriffen
Aufnahmen von enormen Bränden am Flughafen Mehrabad in der
Hauptstadt. Im Gegenzug griff der Iran Israel erneut mit Raketen an.
Diese wurden abgefangen. Zudem versuchte der Iran mit Drohnen ein
Ölfeld in Saudi-Arabien zu attackieren. Es seien sechs in Richtung
des riesigen Ölfelds Schaiba gestartete Drohnen abgefangen und
zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium in Riad mit.
Lager der Ölproduzenten am Persischen Golf füllen sich rasch
Derzeit passieren aus Sorge vor Angriffen des Irans kaum noch
Schiffe die für Öl- und Gastransporte wichtige Straße von Hormus.
Der Iran wies jedoch Berichte über eine vollständige Sperrung
zurück. Man lasse alle Schiffe passieren - mit Ausnahme von US- und
israelischen Schiffen. "Die haben da nichts zu suchen", sagte
Armeesprecher Abolfasl Schekartschi im Fernsehen.
Nach Informationen der US-Zeitung "Wall Street Journal" füllen sich
die großen Öllagerstätten in Saudi-Arabien und in den Vereinigten
Arabischen Emiraten inzwischen so schnell, dass die beiden Länder in
weniger als drei Wochen ihre Kapazitätsgrenzen erreichen dürften.
Kuwait habe derweil wegen fehlender Lagerkapazitäten bereits
begonnen, seine Ölproduktion zu drosseln. Sollte die Produktion
deutlich sinken, dürften die Ölpreise weiter steigen.
Bessent: Könnten Sanktionen auf russisches Öl lockern
Die Ölpreise ziehen wegen der Versorgungsprobleme an. Am
Freitagnachmittag wurde Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung
im Mai erstmals seit April 2024 über 90 US-Dollar je Barrel (159
Liter) gehandelt. Vor dem Krieg lag der Preis im Februar noch um die
70 US-Dollar.
Um für mehr Angebot zu sorgen, brachte US-Finanzminister Bessent die
Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Sanktionen auf russisches
Öl ins Spiel. "Wir könnten weitere russische Öllieferungen von
Sanktionen befreien", sagte er Fox Business. "Wir werden weiterhin
regelmäßig Maßnahmen ankündigen, um den Markt während dieses
Konflikts zu entlasten."Zuvor hatten die USA indischen Raffinerien
am Donnerstag erlaubt, für einen begrenzten Zeitraum bereits auf
Tanker verladenes russisches Öl zu kaufen.
Die Rolle Moskaus bei Irans Gegenangriffen
US-Medienberichte, wonach Russland den Iran mit Standortangaben
sowie Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und
Flugzeugen versorge, dementierte die US-Regierung zunächst nicht.
Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte dazu dem Sender CBS News,
die USA beobachteten alles.
"Es scheint sich um eine ziemlich umfassende Maßnahme zu handeln",
zitierte die "Washington Post" eine der Personen. CNN zufolge sind
die meisten weitergegebenen Informationen Bilder, die mit modernen
Satelliten Moskaus angefertigt wurden.
Russland greift offiziell nicht in den Konflikt ein. Es hatte mit
dem Iran vergangenes Jahr eine "strategische Partnerschaft"
geschlossen, die auch eine Zusammenarbeit bei Militär und Rüstung
vorsieht. Der Vertrag enthält aber keine Verpflichtung zum
Eingreifen, wenn eins der Länder attackiert wird.
Das Weiße Haus geht davon aus, dass der Krieg vier bis sechs Wochen
dauern wird, wie US-Präsident Donald Trumps Sprecherin Karoline
Leavitt sagte. In dem seit vergangenem Samstag laufenden Krieg mit
dem Iran änderte die US-Regierung damit zum wiederholten Mal ihre
Einschätzung zur erwarteten Kriegsdauer. Das US-Militär hat nach
eigenen Angaben bisher mehr als 3.000 Ziele im Iran angegriffen.
Hinzu kommen noch die Angriffe Israels.
Trump: US-Rüstungskonzerne wollen Produktion steigern
US-Rüstungsunternehmen stimmten Trump zufolge zu, die Produktion von
Waffen zu steigern. Nach einem Treffen mit Unternehmensvertretern
teilte Trump auf Truth Social mit, dass sie zugesagt hätten, die
Produktion hoch entwickelter Waffen zu vervierfachen. Unklar blieb,
um welche Waffen und welchen Zeitraum es geht.
Zugleich gab das US-Außenministerium bekannt, ohne Überprüfung durch
den Kongress einen möglichen Verkauf von Munition an Israel über
151,8 Millionen Dollar (130 Millionen Euro) genehmigen zu wollen.
Auch eine Woche nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe
auf den Iran feuert die Islamische Republik weiter Raketen auf den
Erzfeind Israel. In der Nacht meldete die israelische Armee weitere
Angriffe aus dem Iran, die Luftabwehr war im Einsatz. Bald darauf
gab die Armee wieder Entwarnung.
Frankreich verlegt Hubschrauberträger nach Nahost
Frankreich verlegt unterdessen neben seinem Flugzeugträger "Charles
de Gaulle" auch einen Hubschrauberträger Richtung Mittelmeer. Dieser
solle die von Paris bereits entsandten militärischen Kräfte
verstärken, teilte der Generalstab mit. "Ein amphibischer
Hubschrauberträger wird im Mittelmeer eingesetzt, um die
französischen Streitkräfte im Rahmen der Krise im Nahen und
Mittleren Osten zu ergänzen", sagte eine Sprecherin.
Der stellvertretende iranische Außenminister Madschid
Tacht-Rawantschi warnte im Sender France24, falls sich Länder "den
USA und Israel bei der Aggression gegen den Iran anschließen, werden
sie definitiv ebenfalls ein legitimes Ziel für iranische
Vergeltungsmaßnahmen sein". Teheran habe "die Europäer und alle
anderen" bereits informiert, dass sie vorsichtig sein sollten, sich
nicht in den Krieg hineinziehen zu lassen, sagte
Tacht-Rawantschi./ln/DP/zb
AXC0027 2026-03-07/07:35
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Autor: - dpa-AFX
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