| Machtvakuum in Teheran: Kleriker mahnen schnelle Lösung an |
| 07.03.2026 19:21:00 |
Im Iran deutet ein einflussreicher Kleriker eine
baldige Wahl des Nachfolgers für den getöteten Religionsführer Ali
Chamenei an. Ajatollah Hassan Mosafari, ein Mitglied des für die
Wahl zuständigen Expertenrates, sagte laut der Nachrichtenagentur
Fars, man sei zuversichtlich, dass die Ernennung eines neuen Führers
in den kommenden 24 Stunden erfolgen werde. Zugleich bat er darum,
keine Gerüchte zu verbreiten, warum die Wahl bislang nicht erfolgt
sei.
Zuvor war in religiösen Kreisen der schiitischen Hochburg Ghom
Kritik immer lauter geworden, warum der für das Verfahren zuständige
Expertenrat noch immer keinen Nachfolger bestimmt hat.
"Wir erwarten vom Expertenrat, in dieser Frage zügig vorzugehen, um
sowohl die Hoffnungen des Feindes zunichtezumachen, als auch den
Zusammenhalt und die Einheit der Nation zu bewahren", erklärte der
renommierte Ajatollah Hussein Nuri-Hamedani. Auch der einflussreiche
Ajatollah Makarem Schirasi bezeichnete eine rasche Umsetzung als den
besten Weg, die nationale Souveränität zu stärken und die
Staatsangelegenheiten effektiv zu ordnen.
Nach unbestätigten Berichten gelten Modschtaba Chamenei, der Sohn
des verstorbenen obersten Führers, sowie Hassan Chomeini, der Enkel
des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini, als die beiden wichtigsten
Kandidaten. Weder der 56 Jahre alte Modschtaba noch der 53-jährige
Hassan verfügen jedoch über den in der Verfassung geforderten Rang
eines Großajatollahs.
Laut Verfassung ist der Expertenrat, dem 88 Kleriker angehören, für
die Ernennung des neuen obersten Führers verantwortlich. Bis zur
Ernennung eines Nachfolgers führt ein Übergangstrio unter Präsident
Massud Peseschkian, dem Justizchef und einem weiteren Geistlichen
die Staatsgeschäfte.
Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump, wonach auch ein
möglicher Nachfolger Chameneis getötet werde, herrscht Kennern der
iranischen Innenpolitik zufolge in der Führungsebene Unruhe. Solange
der Iran-Krieg anhält, wird demnach ein Attentat auf den Nachfolger
Chameneis - insbesondere bei öffentlichen Auftritten - für durchaus
möglich gehalten. Religionsführer Chamenei war am Samstag
vergangener Woche bei einem israelischen Luftangriff getötet
worden./da/DP/mis
AXC0054 2026-03-07/19:21
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Autor: - dpa-AFX
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