| GESAMT-ROUNDUP: Chamenei-Sohn oberster Führer Irans - Rauch über Teheran |
| 08.03.2026 23:35:00 |
Gut eine Woche nach
dem Beginn des Iran-Kriegs und dem Tod des obersten Führers
Ajatollah Ali Chamenei hat das zuständige Gremium dessen Sohn zum
Nachfolger berufen.
Der 56-jährige Modschtaba Chamenei wird in dem Amt, das die oberste
geistliche Autorität und die Rolle des Staatsoberhaupts vereint,
künftig das letzte Wort in allen politischen und militärischen
Belangen haben. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst bereits
deutlich gemacht, dass er den Chamenei-Sohn als neues staatliches
Oberhaupt ablehne.
Die Entscheidung wurde erst nach Mitternacht Ortszeit verkündet,
nach einem Tag, der mit der Bombardierung eines Öllagers in Teheran
begonnen hatte. Dichte Rauchschwaden hatten den Himmel über der
Hauptstadt bedeckt. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend
zeigten einen gewaltigen Feuerball.
Schon jetzt Drohungen gegen den Nachfolger
Ajatollah Ali Chamenei war bei einem israelischen Luftangriff am 28.
Februar in Teheran getötet worden. Das israelische Militär drohte,
dass auch der Nachfolger nicht sicher sei. "Die Hand des Staates
Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der
einen Nachfolger zu ernennen versucht", hieß es in einem Post auf
Farsi auf der Plattform X. Ähnlich hatte sich auch US-Präsident
Donald Trump geäußert.
Deutsches Botschaftspersonal in Sicherheit gebracht
Angesichts der schweren Angriffe der USA und Israels brachte die
Bundesregierung das Personal der deutschen Botschaft in Teheran
vorübergehend im Ausland in Sicherheit. Die Erreichbarkeit der
Botschaft sei aber gewährleistet, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.
In Deutschland demonstrierten in mehreren Städten Menschen für die
Freiheit des Irans.
Die iranische Nachrichtenagentur Isna veröffentlichte Warnungen an
die Bewohner Teherans, die in der Nähe des angegriffenen Öldepots
leben. Sie wurden aufgefordert, bei Regen ihre Häuser nicht zu
verlassen. Auch das Tragen von Atemschutzmasken wurde empfohlen.
Bahrain: Iran greift willkürlich zivile Ziele an
Der Iran antwortet auf die amerikanisch-israelischen Militärschläge
seit Samstag vergangener Woche mit Angriffen auf Israel und die
Golfstaaten. In Israel wurden am Sonntag neue Raketenangriffe
gemeldet. In Kuwait wurde das Gebäude der Behörde für
Sozialversicherungen bei einem mutmaßlich iranischen Angriff
getroffen. Die Luftabwehr fing drei ballistische Raketen ab und
zerstörte sie, wie die kuwaitische Armee auf X mitteilte.
Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs ist es in Saudi-Arabien infolge
eines mutmaßlich iranischen Angriffs zu Todesfällen gekommen. Zwei
Menschen seien beim Einschlag eines Geschosses in ein Wohngebäude im
Gouvernement al-Chardsch südöstlich der Hauptstadt Riad getötet
worden, hieß es vom Zivilschutz. In Bahrain wurde eine wichtige
Anlage für die Aufbereitung von Trinkwasser getroffen. Es handle
sich um "iranische Aggression, die sich willkürlich gegen zivile
Ziele" richte, teilte Bahrains Innenministerium mit.
Ähnlich wie andere Golfstaaten ist das kleine Land Bahrain für seine
Wasserversorgung stark auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen.
Die rund 400 Anlagen in den Golfstaaten, die vor allem mit Öl und
Gas betrieben werden, produzieren etwa 40 Prozent des weltweit
entsalzten Wassers.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte den USA am Samstag
vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf der in der Straße von Hormus
gelegenen Insel Qeschm angegriffen zu haben. Die Angaben konnten
zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Trump erweist gefallenen US-Soldaten letzte Ehre
Trump und US-Finanzminister Scott Bessent hatten am Wochenende
schwerste Angriffe auf den Iran angekündigt. Die "New York Times"
berichtete mit Verweis auf einen hochrangigen Militär, die Angriffe
auf das Korps der iranischen Revolutionsgarden, Flugabwehrsysteme
sowie Raketen seien verstärkt worden. Angaben zu Todesopfern gab es
zunächst nicht.
Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) rief
Zivilisten im Iran am Sonntag auf X dazu auf, zu Hause zu bleiben.
Trump nahm am Samstag an der Überführung der sechs im Iran-Krieg
getöteten US-Soldaten teil. Er reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt
Dover im Bundesstaat Delaware, wo er auch auf die Familien der
Gefallenen traf. Die Soldaten waren nach US-Angaben in den ersten
Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden.
Inmitten zumeist schwarz gekleideter Gäste stach Trump auch deshalb
hervor, weil er eine weiße Baseball-Kappe mit der Aufschrift "USA"
trug.
Israel greift auch weiter im Libanon an
Israel führte neben neuen Angriffen auf den Iran nach eigenen
Angaben weitere Attacken auf die Hisbollah im Libanon durch. In der
Hauptstadt Beirut seien Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der
iranischen Revolutionsgarden das Ziel gewesen. Nach libanesischen
Angaben griff die israelische Armee dabei ein Zimmer eines
Luxushotels an.
Israel habe auch südlich des Litani-Flusses nahe der gemeinsamen
Grenze angegriffen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium
mit. Dort sei in einem Dorf ein Wohngebäude getroffen worden,
mindestens 15 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Örtlichen
Medienberichten zufolge waren auch Frauen und Kinder unter den
Opfern. Rettungskräfte suchten unter Trümmer nach Opfern.
Die Armee begründete die Angriffe mit terroristischen Aktivitäten
der Hisbollah. Anwohner wurden aufgerufen, sich nördlich des
Litani-Flusses in Sicherheit zu begeben. Teil des aktuellen
Militäreinsatzes im Libanon ist nach israelischen Angaben auch eine
begrenzte Bodenoffensive mit dem Ziel, eine Sicherheitszone entlang
der Grenze einzurichten, vermutlich um Hisbollah-Kämpfer weiter nach
Norden zu drängen und das Risiko von Angriffen zu
verringern./mj/DP/zb
AXC0117 2026-03-08/23:35
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Autor: - dpa-AFX
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