| Finanzaufsicht warnt vor Risiken bei offenen Immobilienfonds |
| 09.03.2026 00:35:00 |
Die Finanzaufsicht Bafin sieht Risiken für
Privatanleger bei offenen Immobilienfonds. "Offene Immobilienfonds
sind legitime Produkte", sagte Bafin-Chef Mark Branson der
"Süddeutschen Zeitung". Entscheidend sei jedoch, ob sie richtig und
fair verkauft würden. "Beratung ist eben nicht immer Beratung, oft
ist es vertriebsgetriebener Verkauf", sagte Branson.
Lange galten offene Immobilienfonds als stabile Anlagen. Vor allem
Volksbanken und Sparkassen vertreiben sie in großem Stil an
Privatanleger - häufig in der niedrigsten Risikokategorie. Dabei
besteht die Gefahr, dass Fonds schließen müssen: Zuletzt
verweigerten zwei kleinere Immobilienfonds die Rücknahme von
Anteilen. In solchen Fällen bleibt Anlegern nur, abzuwarten oder
ihre Anteile an der Börse zu verkaufen. Dabei drohen aber deutliche
Verluste.
Auf die Frage, ob er weitere Fondsschließungen ausschließen könne,
sagte Branson: "Das kann ich nicht. Bei kleineren Immobilienfonds
gibt es ein erhöhtes Risiko."
Offene Immobilienfonds investieren oft in Gewerbeimmobilien wie
Büro- und Handelsobjekte. Gestiegene Zinsen sowie Umbrüche durch den
Trend zum Home-Office setzen die Bewertungen der Objekte und die
Renditen der Fonds seit einigen Jahren unter Druck. Seit Januar 2025
haben Anleger per Saldo rund zehn Milliarden Euro aus offenen
Immobilienfonds abgezogen, berichtete jüngst der Geldratgeber
Finanztip auf Basis von Zahlen der Deutschen Bundesbank.
Branson äußerte zudem Zweifel, ob offene Immobilienfonds zurecht in
Risikoklasse eins - als sehr wenig riskant - verkauft werden
sollten. "Risikokategorie eins ist tatsächlich sehr niedrig, sogar
niedriger als viele Staatsanleihen. Die Vorstellung, ein Portfolio
aus Gewerbeimmobilien sei weniger riskant als ein Portfolio aus
Bundesanleihen, entspricht nicht dem gesunden Menschenverstand",
sagte Branson der Zeitung.
Auch bei den seit der Finanzkrise eingeführten
Protokollierungspflichten zeigte sich Branson skeptisch: "Dienen sie
wirklich dem Kundenschutz oder eher dem Schutz der Institute? Wer
versteht diese umfangreichen Unterlagen? Das System hat erhebliche
Tücken: In der Praxis scheitert es oft, weil es gerade diejenigen
Kunden überfordert, die wir am dringendsten schützen
wollen."/als/DP/zb
ISIN DE000CBK1001 DE0005140008 DE0008404005 DE000DWS1007
AXC0003 2026-03-09/00:35
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Autor: - dpa-AFX
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