| Wiener Aktienmarkt vorbörslich klar tiefer erwartet / ATX bei 5.262,10 Punkten und damit 2,8 Prozent tiefer indiziert - Sorge um Öl- und Gaspreise, Inflation und konjunkturelle Entwicklung |
| 09.03.2026 08:51:00 |
Der sich ausweitende Krieg zwischen den USA, Israel
und dem Iran hat den Ölpreis am Montag auf den höchsten Stand seit
Juli 2022 getrieben. Zudem wachsen die Sorgen vor der Inflation und
einem Rückgang des Wirtschaftswachstums. Bankenindikationen
taxierten am Montag den heimischen Leitindex ATX rund 40 Minuten vor
Handelsbeginn bei 5.262,10 Punkten und damit 2,8 Prozent tiefer als
zum Handelsschluss am Freitag.
US-Präsident Donald Trump sieht im stark gestiegenen Ölpreis ein
kleines notwendiges Opfer angesichts der Bedrohung durch das
iranische Atomprogramm. "Kurzfristige Ölpreise, die schnell wieder
sinken werden, wenn die Zerstörung des iranischen Atomprogramms
beendet ist, sind ein sehr kleiner Preis, der für Sicherheit und
Frieden in den USA und auf der Welt zu zahlen ist, schrieb Trump am
Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. "Nur Narren würden
anders denken", fügte er hinzu.
Wegen der Kämpfe im Iran meiden Tanker weiterhin die für den
Öltransport wichtige Straße von Hormuz. Der weltgrößte Ölexporteur
Saudi-Arabien erhöht zwar seine Lieferungen über das Rote Meer, die
Mengen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um die Ausfälle
auszugleichen. "Die Weltwirtschaft bleibt abhängig vom Fluss von Öl
und Erdgas aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormuz",
erklärte Bruce Kasman, Chefvolkswirt bei JPMorgan. Ein längerer
Konflikt könnte den Ölpreis über 120 Dollar treiben und eine
weltweite Rezession auslösen.
Die Finanzminister führender Industriestaaten (G7) werden laut
"Financial Times im Lauf des Tages in einer Dringlichkeitssitzung
über eine mögliche gemeinsame Freigabe von Erdölreserven unter der
Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) beraten. Ziel
der Sitzung sei es, den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten
Ölpreisanstieg abzufedern, berichtet die FT unter Berufung auf mit
der Situation vertraute Personen. Die Minister und IEA-Direktor
Fatih Birol sollen demnach um 8.30 Uhr New Yorker Zeit (14.30 Uhr
MEZ) telefonieren, um die Auswirkungen des Iran-Krieges zu erörtern.
Wie die Zeitung weiter berichtet, hätten bereits drei G7-Staaten,
darunter die USA, dem Vorschlag ihre Unterstützung zugesagt.
Ein Ende des Iran-Kriegs sei nicht in Sicht, schreiben die
Helaba-Analysten. Entsprechend bleibe die Verunsicherung groß und
die Volatilität an den Finanzmärkten erhöht. Mit den massiv
steigenden Öl- und Gaspreisen seien Inflationssorgen dominant und
ein länger anhaltender Konflikt würde sich negativ auf die
konjunkturelle Entwicklung auswirken.
Am Freitag hatte der ATX um 0,62 Prozent schwächer bei 5.403,65
Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Freitag:
Verbund +4,45% 64,60 Euro
Zumtobel +3,61% 4,30 Euro
Schoeller-Bleckmann +2,63% 35,15 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Freitag:
DO&CO -4,74% 181,00 Euro
RHI Magnesita -4,52% 29,60 Euro
AT&S -4,23% 45,25 Euro
rst/moe
ISIN AT0000999982
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Autor: - APA/rst/moe
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