| ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Ölpreisrally belastet Dax wieder schwer |
| 09.03.2026 10:01:00 |
Für die europäischen Anleger gibt es nach dem
Wochenende ein böses Erwachen. Wegen der weiter zugespitzten Lage im
Nahen Osten und einer Ölpreisrally ist der Dax am Montag nochmals
deutlich unter Druck geraten. Im Fokus steht, dass der Iran mit dem
Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei einen neuen obersten
Führer bestimmt hat. Ein schnelles Ende des Kriegs und eine
Normalisierung der Ölproduktion in der Region bleibt nicht absehbar.
Der Leitindex Dax büßte gegen Ende der ersten
Handelsstunde 2,7 Prozent auf 22.964 Punkte ein. Damit war der
Einbruch nicht ganz so massiv wie es im vorbörslichen Handel aussah,
als Indikationen schon im Bereich von 22.700 Punkten gelegen hatten.
Das Minus reichte aber aus, um den Dax unter die Marke von 23.000
Punkten zu drücken. Mit 22.927 Zählern stand der Leitindex
zwischenzeitlich auf einem Zehnmonatstief.
Der MDax fiel um 3,3 Prozent auf 28.508 Zähler. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte etwa drei
Prozent ein.
Getrieben ist die Situation von der Angst vor einer längeren
Sperrung der Straße von Hormus. Der Preis für ein Fass Rohöl der
Nordsee-Sorte Brent ist in der Nacht auf Montag auf fast 120 Dollar
gestiegen. In einem Bericht der "Financial Times" wird nun darüber
spekuliert, ob die Situation durch die Freigabe von Ölreserven
beruhigt werden könnte. Der Ölpreis kehrte daraufhin zuletzt in
Richtung der 100-Dollar-Marke zurück.
"Die Angst davor, dass das schwarze Gold die Weltkonjunktur
ausbremsen könnte, ist deutlich größer geworden", schrieb der
Experte Christian Henke vom Broker IG. US-Präsident Trump fordere
eine bedingungslose Kapitulation des Iran und in der Folge davon
drohe der Militäreinsatz länger anzudauern. "Und dies dürfte nicht
im Sinne der Anleger sein", so der Experte.
Die geopolitisch getriebene Flucht aus dem Risiko schreite fort,
schrieb denn auch der JPMorgan-Anlagestratege Mislav Matejka. Er
erinnerte jedoch daran, dass der Aktienmarkt sein Tief meist dann
findet, wenn die Anlegerstimmung am schlechtesten ist. Matejka wäre
entsprechend jedenfalls nicht überrascht, wenn der Kursrutsch in
dieser oder der kommenden Woche endet.
Die vom Ölpreis ausgelösten Schwankungen zeigten sich am Montag in
vielen Branchen mit den üblichen Ausschlägen. Aktien großer
europäischer Ölkonzerne waren gefragt, während die Titel aus
energieintensiven Branchen besonders stark litten.
Besonders in der Tourismusbranche bleibt die Angst der Anleger vor
den Auswirkungen hoher Treibstoffpreise spürbar. Für die Aktien der
Lufthansa ging es um fünf Prozent bergab auf ein Tief
seit November. Dass die Barclays Bank ihr negatives Votum für die
Fluggesellschaft aufgab, erleichterte nicht groß. Der Analyst hatte
seine Studie noch vor der erneuten Ölpreisrally verfasst.
Gewinne erzielen konnten Anleger vereinzelt im Rüstungsbereich.
Rheinmetall lagen dort zwar auch mit 1,1 Prozent im Minus, aber
Hensoldt wurden mit einem Anstieg um 1,4 Prozent gestützt von einer
Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies. Diese hatte der Experte
Ben Brown damit begründet, dass die Jahresziele für den freien
Finanzmittelfluss vor dem Hintergrund der hereinkommenden Aufträge
aus Deutschland konservativ wirkten.
In der Rüstungsbranche schauten die Anleger am Montag auch gespannt
auf das gelungene Börsendebüt des Unternehmens Gabler
. Die Aktien des U-Boot-Zulieferers starteten mit
47,20 Euro über ihrem Ausgabepreis, der bei 44 Euro in der oberen
Hälfte der Angebotsspanne gelegen hatte. Zuletzt zahlten Anleger
dann 48,80 Euro für ihre Aktien.
Vollzogen wurde am Montag eine Umplatzierung in der
Dax-Indexfamilie. Der Autozulieferer Schaeffler ist
jetzt Mitglied im MDax , weil der Immobilienkonzern
Deutsche Wohnen außerplanmäßig den Index der
mittelgroßen Unternehmen verlassen musste. Davon profitieren konnten
die Schaeffler-Aktien jedoch nicht.
Der frei gewordene Platz im Nebenwerte-Index SDax
gehört jetzt den Vorzugsaktien von Einhell , die im
frühen Handel aber nur selten gehandelt wurden. Für die wenigen
Anteile, die ihren Besitzer wechselten, zahlten Anleger einen
Aufschlag von mehr als fünf Prozent./tih/nas
ISIN DE0008469008 DE0008467416
AXC0111 2026-03-09/10:01
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Autor: - dpa-AFX
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