| Deutsche Börse-News: ?-lpreisschock zieht Märkte nach unten (Wochenausblick) |
| 09.03.2026 10:23:00 |
Der rasante Anstieg der ?-l- und
Gaspreise lässt Aktien weiter einknicken. Denn Auswirkungen auf
Inflation und Konjunktur werden immer wahrscheinlicher. Alles hänge
nun von der Dauer des Iran-Krieges ab.
9. März 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Nach einem schnellen Ende
des Iran-Kriegs sieht es nicht aus, ?-l- und Gaspreis steigen weiter
und belasten die Aktienmärkte. "Der Krieg in Nahost dürfte auch
diese Woche das beherrschende Thema sein", erklärt
Commerzbank-Analyst Alexander Krämer. Entscheidend sei die Frage,
wie lange die Straße von Hormus de facto unpassierbar bleibe und wie
sich die höheren Energiepreise auf Inflation und Konjunktur
auswirkten. "Es wird wohl volatil bleiben", meint er.
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"Die letzte Woche war bereits geprägt vom Nahost-Krieg und
infolgedessen von den hohen Energiepreisen und der damit
einhergehenden Risikoaversion", stellt Ralf Umlauf von der Helaba
fest. Heute Morgen sei das Thema aufgrund des ?-lpreisanstiegs
nochmals stärker präsent. Wohl und Wehe der Aktiennotierungen hänge
an der Frage, wann und in welchem Umfang ?-l- und Gasexporte aus dem
Persischen Golf wieder möglich seien. "Je länger die Hochpreisphase
dauert, desto größer werden die ?Schäden? an den globalen
konjunkturellen Perspektiven."
Brent-Preis über 100 US-Dollar
Der Preis für ein Barrel Brent ist zuletzt über 100 US-Dollar
gestiegen, das ist der höchste Stand seit der Energiekrise 2022.
Asiens Börsen sind heute morgen eingebrochen. Der DAX (DE0008469008)
steht am Montagmorgen bei 23.013 Punkten nach 23.642 am Freitag zu
Handelsschluss. Der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) ist unter 600
Punkte gerutscht. Auch die US-Märkte hatten am Freitag mit
deutlichen Verlusten geschlossen. Für Gold (XC0009655157) geht es
weiter seitwärts, der Preis liegt aktuell bei 5.096 US-Dollar.
"Erholung in Deutschland gefährdet"
"Die verhalten optimistischen Aussichten für die deutsche Industrie
sind wieder unsicherer geworden", bemerkt Carsten Brzeski von der
ING. Der Krieg im Nahen Osten und vor allem der Anstieg der
?-lpreise könnten eine Erholung der Industrie deutlich
beeinträchtigen. "Auch wenn wir (noch) nicht im Jahr 2022 sind, ist
der Anstieg der Energiepreise - sofern er anhält - ein klares
Hindernis für die deutsche Industrie." Immerhin machten die
energieintensiven Industrien etwa 17 Prozent der industriellen
Bruttowertschöpfung aus und beschäftigen knapp eine Million
Menschen.
Und jetzt der Black Monday?
Christian Henke von IG befürchtet sogar einen "Black Monday". "Eine
Woche nach dem ersten Luftangriff auf den Iran spitzt sich die Lage
an den internationalen ?-lmärkten dramatisch zu", erklärt er. Die
Sperrung der Straße von Hormus mache sich zunehmend bemerkbar,
einige Golfstaaten hätten ihre ?-lförderung zurückgefahren. "Das
?-lpreishoch aus dem Jahr 2022 bei 126,34 US-Dollar für WTI-?-l
rückt näher." Auch an den Aktienmärkten könne es heute ungemütlich
werden. "Beim deutschen Leitindex könnte die Unterseite der
Handelsspanne bei 23.021 Punkten von Bären auf das Korn genommen
werden." Die nächste Unterstützung sei das das ehemalige
Aufwärts-Gap bei 22.607/22.764 Punkten von Anfang Mai 2025.
"Kurzfristig Schwankungen, langfristig konstruktiv"
Der Weber Bank zufolge bleiben die Rahmenbedingungen für Aktien
allerdings fundamental solide. "In den USA verlief die
Berichtssaison für das vierte Quartal 2025 sehr positiv. Auch in
Europa fielen die Unternehmensgewinne insgesamt solide aus, wenn
auch mit geringerer Dynamik", erklärt Marthel Edouard. Für das
laufende Jahr rechne der Konsens global mit weiter steigenden
Unternehmensgewinnen. Allerdings seien die Erwartungen der Anleger
inzwischen sehr hoch. "Kurzfristig dürfte die Kombination aus
geopolitischer Unsicherheit, Zinserwartungen und teilweise
ambitionierten Bewertungen für weitere Schwankungen sorgen", meint
Edouard. Zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung der Weltwirtschaft
und der Aktienmärkte infolge des Nahost-Konflikts werde es aber
nicht kommen. Mittelfristig bleibt die Bank für die Aktienmärkte
konstruktiv. "Entscheidend bleiben eine breite Diversifikation sowie
ein Fokus auf qualitativ hochwertige Unternehmen mit soliden
Bilanzen und stabilen Geschäftsmodellen."
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten
Montag, 9. März
Deutschland: IPO Gabler. Der U-Boot-Ausrüster Gabler Group
(DE000A421RZ9) geht an die Börse.
8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Januar.
Dienstag, 10. März
8.00 Uhr. Deutschland: Exporte Januar. Die Helaba prognostiziert
einen Rückgang um 1,5 Prozent nach einem Plus von 4 Prozent im
Vormonat.
Mittwoch, 11. März
13.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Februar. In den USA sind die
Güterpreise in den Monaten Dezember und Januar relativ kräftig
gegenüber dem Vormonat angestiegen, wie die DekaBank feststellt.
Dabei hätten wohl Zolleffekte eine Hauptrolle gespielt. Die Bank
geht davon aus, dass die Zolleffekte nun in den Hintergrund treten.
Sie erwartet für die Verbraucherpreise im Februar unauffällige
Preisanstiege.
Freitag, 13. März
11.00 Uhr. Eurozone: Industrieproduktion Januar. Am Markt wird mit
einem Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Dezember gerechnet, nach
einem Minus von 1,4 Prozent im Vormonat.
13.30 Uhr. USA: Preisindex Konsumausgaben ohne Nahrungsmittel und
Energie Januar. Die für Januar noch nicht veröffentlichte
PCE-Kernrate dürfte der Commerzbank zufolge mindestens bei 3,1
Prozent liegen - deutlich über der Verbraucherpreisentwicklung.
Von Anna-Maria Borse, 9. März 2026, © Deutsche Börse AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG
verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und
Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
AXC0118 2026-03-09/10:23
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Autor: - DEUTSCHE-BOERSE AG
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