| Aktien Frankfurt: Dax von Ölpreisrally gezeichnet - Verluste etwas reduziert |
| 09.03.2026 12:07:00 |
Die Anleger schauen am Montag weiterhin nervös
auf die Entwicklung am Ölmarkt. Die weiter zugespitzte Lage im Nahen
Osten drückte den Dax im frühen Handel auf ein
Zehnmonatstief. Der Druck ließ allerdings im Laufe des Morgens etwas
nach, als eine Debatte über die Freigabe von Ölreserven losgetreten
wurde.
Der Leitindex Dax rutschte zunächst deutlich unter die Marke von
23.000 Punkten, nachdem der Preis für ein Fass Rohöl der
Nordsee-Sorte Brent in der Nacht auf fast 120 Dollar hochgeschnellt
war. Entlastend wirkte dann ein Bericht der "Financial Times",
wonach die G7-Staaten über eine mögliche Freigabe von Erdölreserven
beraten sollen. Der Brent-Fasspreis kehrte daraufhin in Richtung der
100-Dollar-Marke zurück.
Vor diesem Hintergrund konnte auch der Dax sein bis zu 2,8 Prozent
großes Tagesminus reduzieren. Zuletzt stand der Leitindex dann noch
1,6 Prozent tiefer bei 23.206 Punkten. Der MDax fiel
um 2,4 Prozent auf 28.766 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50 büßte etwa zwei Prozent ein.
Ein schnelles Ende des Iran-Krieges bleibt nicht absehbar. Getrieben
ist die Situation an den Ölmärkten von der Angst vor einer längeren
Sperrung der Straße von Hormus, die für den globalen Ölmarkt als
Transportweg von enormer Bedeutung ist. Im Fokus der Märkte stand,
dass der Iran mit dem Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei
einen neuen obersten Führer bestimmt hat.
"Der Wochenauftakt hat es in sich. Nach der handelsfreien Zeit am
Wochenende schlägt der Markt wieder einmal mit voller Wucht zu",
schrieben am Morgen die Experten von Index-Radar. Investoren
preisten das Szenario eines länger anhaltenden Konflikts ein und die
Sorge vor einem erneuten Inflationsimpuls durch steigende
Energiepreise.
In solchen Phasen lohnt es sich laut den Index-Radar-Fachleuten,
einen Schritt kürzerzutreten. "Panik war an der Börse selten ein
guter Ratgeber", heißt es aber weiter in ihrem Kommentar. Die
Experten setzen darauf, dass der Konflikt zeitnah entschärft oder
zumindest so begrenzt wird, dass die Energiepreise wieder deutlich
nachgeben. Jeder weitere Tag erhöhe den politischen Druck auf
Washington, eine Lösung voranzutreiben, schrieben sie auch mit Blick
auf bald anstehende Zwischenwahlen in den USA.
Die vom Ölpreis ausgelösten Schwankungen zeigten sich am Montag in
vielen energieintensiven Industriebranchen mit den üblichen
Belastungen, während die Aktien großer europäischer Ölkonzerne wie
BP oder Shell gefragt waren. Stark
unter Druck standen zum Beispiel Aktien aus dem Stahlsektor.
Auch in der Tourismusbranche bleibt die Angst der Anleger vor den
Auswirkungen hoher Treibstoffpreise spürbar. Für die Aktien der
Lufthansa ging es um fast fünf Prozent bergab auf ein
Tief seit November. Dass die Barclays Bank ihr negatives Votum für
die Fluggesellschaft aufgab, erleichterte nicht groß. Der Analyst
hatte seine Studie noch vor der erneuten Ölpreisrally verfasst.
Gewinne erzielen konnten Anleger im Rüstungsbereich. Während es die
Titel von Rheinmetall mit zwei Prozent ins Plus
schafften, fielen vor allem jene von Hensoldt mit
einem Anstieg um 5,6 Prozent positiv auf. Sie wurden gestützt von
einer Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies. Diese hatte der
Experte Ben Brown damit begründet, dass die Jahresziele für den
freien Finanzmittelfluss vor dem Hintergrund der hereinkommenden
Aufträge aus Deutschland konservativ wirkten.
In der Rüstungsbranche schauten die Anleger am Montag auch auf ein
gelungenes Börsendebüt des Unternehmens Gabler . Die
Aktien des U-Boot-Zulieferers starteten mit 47,20 Euro über ihrem
Ausgabepreis, der bei 44 Euro in der oberen Hälfte der
Angebotsspanne gelegen hatte. Zuletzt zahlten Anleger dann 47,60
Euro für den Erwerb der Aktien.
Aktien der Gea Group konnten sich dem schwachen
Marktumfeld nicht entziehen, wie das zuletzt 0,7 Prozent große Minus
zeigt. Mit den vorgelegten Resultaten habe der Maschinenbauer die
zuvor veröffentlichten Eckdaten bestätigt, hieß es unter Analysten.
Leicht positiv bewertet wurde die diesjährige Margen-Zielspanne, die
im Mittelwert etwas über den Erwartungen liege.
Vollzogen wurde am Montag eine Umplatzierung in der
Dax-Indexfamilie. Weder die Aktien des Autozulieferers Schaeffler
noch jene des Werkzeugherstellers Einhell
konnten jedoch von ihrem Aufstieg in den MDax
beziehungsweise SDax profitieren. Die Wechsel stehen
damit in Zusammenhang, dass der bisher im MDax enthaltene
Immobilienkonzern Deutsche Wohnen nicht mehr die
Anforderungen an den Mindeststreubesitz erfüllt./tih/nas
ISIN DE0008469008 DE0008467416
AXC0157 2026-03-09/12:07
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Autor: - dpa-AFX
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