| Streit um Kaffeepreise - Tchibo legt Revision ein |
| 09.03.2026 14:18:00 |
Der Rechtsstreit um Kaffeepreise zwischen Aldi
Süd und Tchibo geht in die nächste Runde: Nach der erneuten
juristischen Niederlage legt der Kaffeeröster Revision beim
Bundesgerichtshof ein. Die Richter in Karlsruhe müssen sich nun mit
dem Fall befassen.
Tchibo wirft dem Discounter vor, seit Ende 2023 Kaffee der
Aldi-Eigenmarke Barissimo mehrfach unter den Herstellungskosten
verkauft zu haben und damit zu billig. Das Unternehmen sieht darin
einen Verstoß gegen geltendes Recht und will Aldi Süd dieses
Vorgehen gerichtlich untersagen lassen - bislang erfolglos. Das
Landgericht Düsseldorf hatte die Klage im vergangenen Jahr
abgelehnt. Im Februar wies das Oberlandesgericht Düsseldorf auch die
Berufung zurück. Die Richter teilten die Kritik nicht und sahen kein
unbilliges Verhalten, ließen die Revision aber zu (Az. VI-6 U 1/25).
In der schriftlichen Urteilsbegründung wies das Gericht unter
anderem auf die ungeklärte Rechtsfrage hin, ob der Verkauf von
Lebensmitteln unter den Herstellungskosten rechtlich dem Verkauf
unter dem Einstandpreis gleichzustellen sei. Die Klärung der Frage
sei zur Fortbildung des Rechts erforderlich, hieß es.
Tchibo: Alle Verlustverkäufe gleich behandeln
Verlustverkäufe unter Einstandspreisen seien nach aktuellem Recht
verboten, sagte Tchibo-Sprecher Arndt Liedtke. "Das muss auch für
Verlustverkäufe unter Herstellungskosten gelten." Aus Sicht des
Wettbewerbs und der Verbraucher mache es keinen Unterschied, ob
Kaffee als Fertigware eingekauft und weiterverkauft oder als
Rohkaffee eingekauft, im Konzern geröstet und dann weiterverkauft
werde. "Daher sollten alle Verlustverkäufe gleich behandelt werden",
so Liedtke. Aldi Süd äußerte sich auf Nachfrage nicht.
Nach Angaben des Kaffeerösters verkaufte der Discounter bestimmte
Kaffeesorten zeitweise mit erheblichen Verlusten - von zwei Euro pro
Kilo und mehr ist die Rede. Produziert wird der Kaffee von Aldis
Tochtergesellschaft New Coffee.
Die Kaffeepreise sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen,
auch Tchibo hat sie kürzlich erneut angehoben. Verbraucherinnen und
Verbraucher in Deutschland müssen für das beliebte Heißgetränk
tiefer in die Tasche greifen. Bohnenkaffee war im Januar laut
Statistischem Bundesamt im Schnitt 58 Prozent teurer als
2020./cr/DP/stk
AXC0208 2026-03-09/14:18
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Autor: - dpa-AFX
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