| ROUNDUP: Israel und Iran greifen weiter an - neuer Führer in Teheran |
| 09.03.2026 15:23:00 |
Nach der Ernennung von Modschtaba
Chamenei zum neuen obersten Führer im Iran geht der Krieg zwischen
der Islamischen Republik und Israel mit unverminderter Härte weiter.
Mit Spannung wurde auf den ersten öffentlichen Auftritt des Sohns
von Ajatollah Ali Chamenei gewartet, der zu Beginn des Iran-Kriegs
bei einem Bombenangriff getötet wurde. Israel und auch US-Präsident
Donald Trump haben dem 56-jährigen neuen Staatschef bereits gedroht,
auch er sei seines Lebens nicht sicher. Aus dem Kreml in Moskau
kamen dagegen Glückwünsche.
Modschtaba Chamenei wurde durch den sogenannten Expertenrat ernannt,
dem wichtigsten religiösen Gremium. Wo Chamenei politisch genau
steht, ist weitgehend unklar. Er soll beste Verbindungen zu den
Revolutionsgarden haben und dürfte den konfrontativen Kurs seines
getöteten Vaters fortsetzen, der über Jahrzehnte gegen Israel und
die USA gehetzt und jede Opposition im Land unterdrückt hat. Wann
und wie sich Modschtaba Chamenei angesichts der Drohungen gegen ihn
öffentlich äußern will, war unklar.
Wieder Raketeneinschläge in Israel
Mehr als eine Woche nach Kriegsbeginn gingen die Angriffe im Iran
wie auch Teherans Gegenschläge weiter. Bei einem neuen iranischen
Raketenangriff auf Israel wurden nach Angaben von Sanitätern zwei
Menschen auf einer Baustelle getötet. Es habe auch an anderen Orten
im Großraum Tel Aviv Einschläge gegeben. Israel warf dem Iran vor,
bei seinen Angriffen erneut Streumunition einzusetzen. Der Einsatz
von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie
große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und
besonders für Zivilisten gefährlich ist.
Die iranische Hauptstadt Teheran wurde ebenfalls erneut Ziel einer
Angriffswelle. Über der Metropole waren nach Angaben von Augenzeugen
Kampfjets zu hören. Explosionen erschütterten die Stadt, wie
Bewohner berichteten. In der Großstadt Karadsch, einem Vorort im
Westen von Teheran, wurde Augenzeugen zufolge ein Regierungsquartier
mit Polizeistationen, Justizgebäuden und Teilen der Stadtverwaltung
bombardiert.
Angriffswelle gegen iranische Führung
Die israelische Armee teilte mit, sie habe eine großangelegte
Angriffswelle gegen Infrastruktur der iranischen Führung in den
Städten Teheran und Isfahan sowie im Süden des Landes begonnen.
Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Infolge der
israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran haben die Behörden seit
Kriegsbeginn mindestens 1.200 Tote gemeldet.
Das israelische Militär setzte zudem seine Angriffe auf die
proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon fort. Seit dem Morgen waren
Augenzeugenberichten zufolge mindestens 11 Angriffe in den südlichen
Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut zu hören.
Neue Angriffe auch in Golfstaaten
Ebenso gingen die iranischen Angriffe in den Golfstaaten weiter.
Katars Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe
mehrere Raketen abgefangen. Die Vereinigten Arabischen Emirate
teilten mit, ihre Luftabwehr habe zwölf weitere Raketen abgefangen,
drei seien zudem im Wasser niedergegangen. Die Emirate sind bisher
besonders stark unter Beschuss. Dort wurden bisher vier Menschen bei
Angriffen getötet, mehr als 110 wurden verletzt.
Vonseiten der iranischen Revolutionsgarden hieß es, es laufe bereits
die 31. Welle an Raketen gegen Ziele in Israel und gegen
US-Stellungen in der Region.
Rakete über Türkei abgefangen
Nach Angaben der Türkei wurde erneut eine aus dem Iran abgefeuertes
Rakete von einem Nato-Abwehrsystem im türkischen Luftraum
abgefangen. Einige Trümmer seien auf freies Gelände in Gaziantep im
Süden nahe der Grenze zu Syrien gefallen, teilte das
Verteidigungsministerium auf X mit.
Das Welternährungsprogramm (WFP) warnte unterdessen vor
weitreichenden Folgen der Eskalation im Iran-Krieg für die
Ernährungssicherheit in der Region und darüber hinaus. Infolge des
Konflikts steigende Lebensmittel- und Treibstoffpreise könnten den
Hunger unter besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen weiter
verschärfen, teilte die UN-Organisation in einem jüngsten Bericht
mit.
Ölpreis geht durch die Decke
Die Ölpreise setzten ihren Höhenflug wegen der sich verschärfenden
Lage im Nahen Osten fort. Der Preis für ein Barrel Rohöl der
Nordsee-Sorte Brent stieg in der Nacht auf Montag um bis zu 29
Prozent auf fast 120 Dollar.
Führende westliche Industriestaaten (G7) wollten einem
Zeitungsbericht zufolge im Verlauf dieses Tages über eine mögliche
Freigabe von Erdölreserven unter der Koordination der
Internationalen Energieagentur (IEA) beraten. Ziel der
Dringlichkeitssitzung sei es, den durch den Krieg im Nahen Osten
ausgelösten rasanten Ölpreisanstieg abzufedern, berichtet die
"Financial Times" unter Berufung auf G7-Vertreter.
Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark
beeinträchtigt. Der Transport von Energierohstoffen aus den
Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von
Hormus kam durch den Krieg faktisch zum Erliegen. Die Angst vor
einer längeren Sperrung der Schifffahrtsstraße bleibt ein
bestimmendes Thema./evs/DP/stw
AXC0229 2026-03-09/15:23
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Autor: - dpa-AFX
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