| ROUNDUP: Hugo Boss streicht Dividende zusammen - Aktienrückkauf |
| 09.03.2026 15:55:00 |
Der Modekonzerns Hugo Boss
streicht seine direkten Ausschüttungen an die Aktionäre auf das
gesetzliche Minimum zusammen. Für das vergangene Jahr sollen die
Anteilseigner je Aktie 4 Cent erhalten, wie das Unternehmen am
Montag in Metzingen mitteilte. Für das Jahr zuvor hatten sie noch
1,40 Euro je Anteilsschein bekommen. Derweil will Hugo Boss bis Ende
2027 eigene Aktien im Wert von bis zu 200 Millionen Euro
zurückkaufen. Durch die niedrigere Dividende und den Aktienrückkauf
will der Konzern finanziell flexibler werden.
Details zum Rückkauf sollen kurz vor dem Beginn bekannt gegeben
werden. Die Papiere will der Modekonzern dann einziehen. Die
Boss-Aktie legte nach den Neuigkeiten zeitweise um fast drei Prozent
zu, lag am Nachmittag zuletzt aber nur noch mit 0,1 Prozent im Plus.
Im Schnitt würde mit der Mindestdividende und dem Aktienrückkauf
eine jährliche Aktionärsrendite erzielt, die in etwa dem für 2024
ausgeschütteten Niveau entspreche, schrieb das Unternehmen. Solche
Berechnungen sind allerdings schwierig, da der genaue Einfluss eines
Aktienrückkaufs auf den Kurs nur schwer zu kalkulieren ist.
Mit dem Zusammenstreichen der Dividende kommt das Management dem
größten Anteilseigner Frasers Group entgegen. Zuletzt hatte Hugo
Boss durch Unstimmigkeiten mit dem größten Anteilseigner die
Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So unterstützt Frasers den
Aufsichtsratschef Stephan Sturm wohl nicht mehr, wie Anfang Dezember
bekannt geworden war.
Unstimmigkeiten zwischen dem Management von Hugo Boss und dem
Großaktionär gab es hinsichtlich der Dividendenpolitik. Frasers
Group sieht Hugo Boss an der Börse als unterbewertet an, wie aus
einer Pflichtmitteilung vom Juli hervorgeht. Der Investor ist der
Ansicht, dass Hugo Boss derzeit keine Dividenden ausschütten sollte.
Die Mittel sollten vielmehr zur Steigerung des Unternehmenswerts
eingesetzt werden.
Frasers Group ist mit einer direkten Beteiligung von 25 Prozent mit
Abstand größter Aktionär des Konzerns. Wie seit dem Sommer bekannt
ist, kommt der Konzern inklusive Finanzinstrumenten aber auf mehr
als 30 Prozent. Würde er die Finanzinstrumente in "echte" Anteile
wandeln, müsste er ein Übernahmegebot abgeben.
Die Aktionäre des Modekonzerns brauchen mit Blick auf eine
Geschäftsbelebung indessen Geduld. So soll 2026 ein Übergangsjahr
werden, wie Hugo Boss Anfang Dezember mitgeteilt hat. Sortiment und
Vertrieb sollen angepasst werden; der Umsatz und der Gewinn vor
Zinsen und Steuern (Ebit) dürften wohl sinken. Besserung wird erst
ab 2027 in Aussicht gestellt./mne/err/mis/stw
ISIN DE000A1PHFF7
AXC0240 2026-03-09/15:55
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Autor: - dpa-AFX
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