| UN-Chef: Algorithmen verstärken Diskriminierung von Frauen |
| 09.03.2026 15:57:00 |
UN-Generalsekretär António Guterres warnt vor
drastischen Rückschritten für Frauenrechte durch Internettechnologie
und künstliche Intelligenz. "Das Patriarchat wirft immer noch einen
langen Schatten in den Silicon Valleys der Welt, sie verankern die
Hierarchien der Vergangenheit in der Infrastruktur der Zukunft",
erklärte Guterres zu Beginn der 70. Sitzung der
UN-Frauenrechtskommission in New York.
In der Technologiebranche gebe es nur ein Viertel Frauen. "Wenn
Frauen am Design von digitalen Systemen nicht beteiligt sind, füllt
männlicher Chauvinismus diese Lücke", erklärte der
UN-Generalsekretär in seinem vorab verbreiteten Redemanuskript.
"Algorithmen, die Diskriminierung verdrahten, Online-Plattformen,
die Megafone der Frauenfeindlichkeit sind, und künstliche
Intelligenz, die Ungleichheit verstärkt, anstatt sie zu korrigieren:
Die Technologie-Firmen müssen Verantwortung übernehmen."
Frauen weltweit mit einem Drittel weniger Rechte
In der UN-Frauenrechtskommission ringen die Mitgliedsländer seit
1946 um Fortschritte bei Gleichberechtigung und Gleichstellung von
Frauen weltweit. Für Deutschland nimmt Bundesfrauenministerin Karin
Prien (CDU) teil, begleitet von einer Delegation des Deutschen
Frauenrats, des Vereins UN Women Deutschland und anderer
Organisationen.
Dieses Jahr steht im Mittelpunkt die rechtliche Gleichstellung und
der Zugang für Frauen zur Justiz, um ihre Rechte durchzusetzen.
Guterres sagte, es gebe weiter diskriminierende Gesetze - weltweit
gesehen hätten Frauen nur 64 Prozent der Rechte von Männern.
"Epidemie der Gewalt" - auch in höchsten Kreisen
Das sei nicht zufällig so, sondern es sei ein strukturelles Problem.
"Wir sind eine Welt, die von Konflikten, Klimachaos, immer größeren
Ungleichheiten und technologischem Umbruch unter Spannung gesetzt
wird", sagte der UN-Chef. "Und in dieser turbulenten Welt werden
Frauenrechte gerade auf Hochtouren zurückgedrängt." Mühsam errungene
Schutzrechte und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper würden
untergraben, Frauen attackiert, wenn sie sich für Menschenrechte
einsetzten.
Guterres sprach auch von einer "Epidemie von Gewalt gegen Frauen und
Mädchen" in Form von häuslicher Gewalt, Menschenhandel, sexueller
Gewalt in Konflikten und Belästigung. "Diese Verbrechen gibt es auf
jeder Ebene der Gesellschaft", sagte der UN-Generalsekretär. "Und
wir können traurigerweise beobachten, dass die Ausbeutung von Frauen
und Mädchen die einflussreichsten Kreise erreichen kann -
unterstützt von einer toxischen Verbindung von Geld, Patriarchat und
Straflosigkeit. Das muss enden."/vsr/DP/stw
ISIN US02079K3059 US5949181045 US30303M1027 US02079K1079
AXC0241 2026-03-09/15:57
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Autor: - dpa-AFX
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