| Wiener Börse - ATX wegen Iran-Krieg erneut im Minus / Heimischer Leitindex verliert 1,76 Prozent - Nach Erholung im Tagesverlauf - Hoffnung auf G7-Sitzung zu hohen Ölpreisen erfüllt sich nicht |
| 09.03.2026 17:41:00 |
Die Auswirkungen des Iran-Krieges sind am Montag am
Wiener Aktienmarkt deutlich spürbar gewesen. Die stark ansteigenden
Ölpreise und die Sorgen um eine höhere Inflation sowie um einen
Rückgang des Wirtschaftswachstums sorgten zum Wochenauftakt für ein
dickes Minus beim ATX. Im Tagesverlauf erholte sich der heimische
Leitindex aber wieder und notierte zum Handelsschluss bei 5.308,39
Punkten um 1,76 Prozent schwächer. Der ATX Prime verlor 1,8 Prozent
auf 2.637,70 Zähler.
Auch die europäischen Leitbörsen zeigten sich im Minus. Der
Ölpreis hatte am Montag im frühen Handel seinen Höhenflug wegen der
sich weiter verschärfenden Lage im Nahen Osten fortgesetzt. Der
Preis für ein Barrel Rohöl der Nordsee-Sorte Brent stieg in der
Nacht um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar (103,80 Euro). Im
Laufe des Tages stabilisierten sich die Preise aber wieder etwas.
Hoffnung gab eine Dringlichkeitssitzung der Finanzminister
führender Industriestaaten (G7) mit dem Direktor der Internationalen
Energieagentur (IEA), Fatih Birol. Mit Blick auf die mögliche
Freigabe von Teilen der nationalen Ölreserven wegen des Iran-Krieges
wurde nach französischer Darstellung allerdings noch keine
Entscheidung getroffen. "Soweit sind wir noch nicht", sagte
Frankreichs Finanzminister Roland Lescure in Brüssel. "Worauf wir
uns geeinigt haben, ist, wenn nötig alle notwendigen Mittel zu
nutzen, um den Markt zu stabilisieren - die mögliche Freigabe von
Reserven eingeschlossen."
Ins Blickfeld rückten auch heimische Konjunkturdaten. Wegen stark
gestiegener Importe aus China sowie eines deutlichen Rückgangs der
Ausfuhren in die USA verzeichnete Österreich 2025 ein
Handelsbilanzdefizit von 6,6 Mrd. Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang
Hattmannsdorfer (ÖVP) warnte bei der Präsentation der Zahlen davor,
dass Europa ein "Ausweichmarkt für Dumpingimporte aus China" werde.
Mit Abstand wichtigster Handelspartner Österreichs bleibt
Deutschland. Mit den EU-Ländern halten sich Exporte und Importe
ungefähr die Waage.
rst/ste
ISIN AT0000999982
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Autor: - APA/rst/ste
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