| GESAMT-ROUNDUP 4: Ölpreis fällt - Trump hält baldiges Kriegsende für möglich |
| 09.03.2026 21:46:00 |
(Neu: Der Text wurde neu gefasst, nachdem sich US-Präsident Donald
Trump laut "CBS News" zur Entwicklung des Iran-Krieges geäußert
hatte. Der Ölpreis fiel daraufhin stark.)
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Mit der vagen Hoffnung auf ein baldiges
Ende des Krieges der USA und Israels gegen den Iran sind die
Ölpreise am Montagabend gesunken. Zuvor hatte eine Reporterin des
US-Senders "CBS News" auf der Plattform X nach einem Interview mit
US-Präsident Donald Trump geschrieben, dass dieser ein zeitnahes
Ende des Krieges gegen den Iran für möglich halte.
Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel daraufhin auf zuletzt etwas
weniger als 90 US-Dollar und damit rund drei Prozent unter den
Freitagsschluss. Die Aktienmärkte reagierten am Abend positiv auf
den Ölpreisrutsch. Denn: In der Nacht auf Montag hatte die Furcht
vor Ölknappheit den Preis noch um rund 30 Prozent bis auf mehr als
120 Dollar nach oben getrieben.
Damit war der Preis für die Referenzsorte des Großteils der weltweit
gehandelten Ölsorten auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2022
geklettert, was Inflations- und Konjunktursorgen weiter verstärkt
hatte. Seit dem Start des Iran-Kriegs vor etwas mehr als einer Woche
beläuft sich das Plus trotz des Preisrutsches vom Montagabend immer
noch auf mehr als 20 Prozent.
"Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine
Marine, keine Kommunikationsmittel, sie haben keine Luftwaffe",
sagte Trump laut der "CBS News"-Reporterin nun. Er habe hinzugefügt,
dass die USA dem ursprünglich geschätzten Zeitrahmen für den Krieg
von vier bis fünf Wochen "weit voraus" seien. Mit Blick auf die
Straße von Hormus Trump gesagt, er erwäge diese zu übernehmen.
So beeinträchtigt der Krieg im Nahen Osten die Energiemärkte stark.
Der Transport von Öl und Erdgas aus den Förderregionen am Persischen
Golf durch die wichtige Straße von Hormus kam durch den Krieg
faktisch zum Erliegen. Reeder fürchten Angriffe des Iran auf ihre
Tanker.
ERDGASPREIS SCHWANKT STARK
Das hatte auch den Preis für europäisches Erdgas nach oben
getrieben. An der Börse in Amsterdam war die Notierung für den
richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem
Monat zum Handelsbeginn um rund 30 Prozent auf 69,50 Euro je
Megawattstunde (MWh) gestiegen. Bis zum Handelsschluss am frühen
Abend war er aber bereits wieder auf gut 56 Euro gefallen.
Mit dem aktuellen Preisanstieg hat sich europäisches Erdgas seit
Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran vor mehr als
einer Woche in etwa verdoppelt. Dies ist der stärkste Anstieg seit
Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine von vier
Jahren.
SPRITPREISE IM FOKUS
In diesem Umfeld waren auch die Spritpreise deutlich gestiegen.
Nachdem sich ihr Anstieg über das Wochenende verlangsamt hatte,
beschleunigte er sich am Montag wieder, wie aus Daten des ADAC
hervorgeht.
Finanzminister Lars Klingbeil sieht den aktuellen Anstieg der
Spritpreise allerdings als ungerechtfertigt an und will ein
schnelles Handeln der Bundesregierung. Wie der SPD-Politiker in
Brüssel bei einem EU-Finanzministertreffen sagte, könnten etwa die
Transparenzpflichten für Mineralölkonzerne erhöht werden, um den
Nachweis von Preistreiberei zu vereinfachen. Zudem warb er dafür,
festzulegen, dass die Spritpreise nur noch einmal am Tag erhöht
werden dürften. Dies könne sehr schnell ohne langwierigen
Gesetzgebungsprozess umgesetzt werden, erklärte er.
"Wir sehen, dass eine Preistreiberei stattfindet, dass die aktuelle
geopolitische Situation ausgenutzt wird, um die eigenen Gewinne nach
oben zu schrauben", sagte er. Er halte es für unanständig, auf dem
Rücken von Pendlerinnen und Pendlern, von Handwerksbetrieben und
Beschäftigten die Gewinne zu maximieren. Da müsse die Politik zügig
handeln. "Wir besprechen jetzt innerhalb der Bundesregierung die
konkreten Maßnahmen", sagte er.
G7 TASTET NOTFALLRESERVEN NOCH NICHT AN
Am Montag berieten sich auch die Finanzminister der G7-Länder mit
Blick auf die Ölpreise. Zu einer möglichen Freigabe von Teilen der
nationalen Ölreserven wegen des Iran-Kriegs wurde nach französischer
Darstellung aber noch keine Entscheidung getroffen.
"Soweit sind wir noch nicht", sagte Frankreichs Finanzminister
Roland Lescure auf eine entsprechende Frage in Brüssel nach einem
Gespräch der Finanzminister der G7-Länder. "Worauf wir uns geeinigt
haben, ist, wenn nötig alle notwendigen Mittel zu nutzen, um den
Markt zu stabilisieren - die mögliche Freigabe von Reserven
eingeschlossen."
Deutschland hält strategische Ölreserven für mindestens 90 Tage, um
Versorgungsstörungen auszugleichen. Mit diesen sogenannten
strategischen Ölvorräten könnte laut Bundeswirtschaftsministerium
für drei Monate ein vollständiger Ausfall aller Importe ausgeglichen
werden.
Die Europäische Kommission sieht die Versorgung mit Öl und Gas
weiter nicht unmittelbar gefährdet. "Europa ist trotz seiner hohen
Abhängigkeit von den globalen Märkten als Nettoimporteur von Energie
gut vorbereitet", sagte eine Sprecherin der Behörde. Europa beziehe
Gas und Öl von verschiedenen Anbietern. Die Öl-Notvorräte seien
gefüllt, und auch die Gas-Vorräte seien hoch genug, um Europa bis
zum Ende der Heizperiode zu versorgen./mis/jkr/jsl/nas/wea/aha/DP/la
AXC0315 2026-03-09/21:46
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Autor: - dpa-AFX
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