| ROUNDUP: VW-Konzern bleibt bei Margenziel vorsichtig - Gewinn eingebrochen |
| 10.03.2026 09:31:00 |
Der Volkswagen-Konzern strebt
nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr wieder mehr
Profitabilität an. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern
dürfte sich in diesem Jahr auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen, teilte
der Dax-Konzern am Dienstag in Wolfsburg mit.
Vergangenes Jahr war sie deutlicher als gedacht um 3,1 Prozentpunkte
auf 2,8 Prozent abgerutscht, weil die Geschäfte in China weiter
schwach blieben und die US-Zölle ins Kontor schlugen. Vor allem die
einstige Ertragsperle Porsche erlitt wegen eines Schwenks bei ihrer
Elektroautostrategie einen herben Gewinneinbruch. Analysten hatten
für das neue Jahr bisher auf Konzernebene mit 5,3 Prozent gerechnet,
befanden sich also fast am oberen Ende der neuen Spanne.
Die Aktie legte im frühen Handel mehr als zwei Prozent zu. In den
vergangenen Tagen war das Papier mit dem Aktienmarkt und dem
steigenden Ölpreis stark unter Druck geraten. Analyst Philippe
Houchois vom US-Analysehaus Jefferies attestierte dem Konzern anhand
der Resultate und des Ausblicks grundlegende Fortschritte. Die
prognostizierte Margenspanne für dieses Jahr sei angesichts der
jüngsten Entwicklungen aber etwas breiter und niedriger ausgefallen
als gemeinhin erwartet.
Der Konzern wolle seine Verbrennerfahrzeuge wettbewerbsfähig halten
und in Software und Elektroantriebe investieren, sagte Finanzchef
Arno Antlitz laut Mitteilung. Das aktuelle Ergebnisniveau reiche
dafür mit 4,6 Prozent Marge bereinigt um Umbaukosten vor allem für
den Jobabbau nicht aus. "Dies können wir nur leisten, wenn wir
weiter konsequent unsere Kosten senken, Konzernsynergien heben,
unsere Komplexität reduzieren und so unsere Ertragskraft nachhaltig
steigern", sagte der Manager. Darauf wolle sich das Unternehmen in
den kommenden Monaten konzentrieren.
Weil das Umfeld schwieriger geworden ist, nahm VW auch seine
Ambitionen für die Marge 2030 etwas zurück. Statt 9 bis 11 Prozent
dürften es wohl nur 8 bis 10 Prozent werden, räumte der Vorstand um
Konzernchef Oliver Blume ein.
Der Gewinn von Europas größtem Autobauer ist im vergangenen Jahr um
knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das
Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4
Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, hieß es vom
Konzern. Das operative Ergebnis schmolz um mehr als die Hälfte auf
8,87 Milliarden Euro ab. Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf knapp
322 Milliarden Euro. Dieses Jahr soll der Erlös bis zu drei Prozent
zulegen, mindestens aber stabil bleiben.
Die Dividende soll für 2025 mit 5,26 Euro je Vorzugsaktie 17 Prozent
unter dem Vorjahreswert liegen. Experten hatten mit einem
deutlicheren Einschnitt bei der Ausschüttung gerechnet. Volkswagen
will zudem nach den erfolgreichen Einsparbemühungen bei den freien
Finanzmitteln (Cashflow) gegen Jahresende Kurs halten: Die
Investitionsquote im Fahrzeuggeschäft soll nach unerwartet niedrigen
11,8 Prozent im vergangenen Jahr auch dieses Jahr zwischen 11 und 12
Prozent liegen. Zu hohe Investitionsausgaben waren jahrelang ein
Vorwurf von Investoren an das Management, weil das Geld dann nicht
für Ausschüttungen an die Anteilseigner zur Verfügung steht.
Im Schlussquartal schnitt VW wieder besser ab als in den ersten neun
Monaten. Im dritten Quartal war der Konzern noch tief in die roten
Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust
verbucht. Grund waren vor allem die Belastungen bei der Tochter
Porsche AG wegen des Strategie-Schwenks zur
Verbrenner-Verlängerung, die auf die Konzernmutter durchschlugen.
Hinzu kamen Milliardenbelastungen aus den US-Zöllen. Im Gesamtjahr
verwies der Konzern auf Sonderkosten von 8,8 Milliarden Euro. Ohne
diese hätte die operative Marge bei 5,5 Prozent gelegen.
Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von
neun Millionen gerutscht: Weltweit lieferte der Konzern 8,98
Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, 0,5 Prozent weniger als
ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern zwar sogar zu. Das
konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen.
In China fiel der anteilige operative Gewinn der dortigen
Gemeinschaftsunternehmen von gut 1,7 Milliarden Euro auf nur noch
958 Millionen Euro. Dieses Jahr dürfte er weiter auf 0,2 bis 0,6
Milliarden sinken. Porsche verdiente weltweit im Autogeschäft 2025 -
also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - nur noch 90 Millionen
Euro operatives Ergebnis.
Etwas besser sah es bei der Markengruppe mit den Massenmarken (VW
Pkw, Skoda, Seat/Cupra, leichte VW Nutzfahrzeuge) aus. Aber auch
dort ging der operative Gewinn trotz Umsatzsteigerung leicht von 7,0
auf 6,8 Milliarden Euro zurück. VW Pkw allein, wo der Konzern bis
2030 in Deutschland rund 35.000 Stellen streicht, steigerte die
Marge nur leicht von 2,9 auf 3,0 Prozent. Die Batteriesparte sowie
die Softwaretochter Cariad fuhren weiter Milliardenverluste
ein./men/fjo/niw/stk
ISIN DE000PAH0038 DE0007664039 DE000PAG9113
AXC0089 2026-03-10/09:31
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Autor: - dpa-AFX
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