| ROUNDUP/Evotec forciert Umbau: Stellenabbau und weniger Standorte - Kurseinbruch |
| 10.03.2026 10:11:00 |
Der Pharmawirkstoffforscher und -entwickler
Evotec treibt seinen Umbau mit weiteren
Kostensenkungen voran. Unter anderem mit dem Aufbau sogenannter
"Exzellenzzentren", in denen Kernkompetenzen gebündelt werden
sollen, wollen die Hamburger ihr Betriebsmodell grundlegend neu
ausrichten. Dazu soll innerhalb der nächsten zwei Jahre die Zahl der
Standorte nochmals schrumpfen, und zwar auf zehn, wie das
Unternehmen am Dienstag in der Hansestadt mitteilte. Bis zu 800
weitere Stellen sollen wegfallen - dies wäre knapp ein Fünftel der
Belegschaft. Die Aktien brachen am Morgen ein.
In der ersten Handelsstunde sausten die Papiere zeitweise um fast 17
Prozent auf 4,38 Euro abwärts. Das ist das tiefste Niveau seit
September 2016, also seit fast zehn Jahren.
Welche Standorte betroffen sind, blieb zunächst offen. Erste
Maßnahmen seien bereits eingeleitet worden, hieß es. Das Programm
solle bis Ende 2027 weitgehend umgesetzt werden und bis dahin
nochmals nachhaltige Einsparungen von rund 75 Millionen Euro
bringen. Hierbei würden erste positive Beiträge bereits im laufenden
Jahr erwartet. Dem stünden einmalige Restrukturierungsaufwendungen
von etwa 100 Millionen Euro im Zeitraum 2026 bis 2028 gegenüber.
Das Maßnahmenprogramm sei "der nächste Schritt unserer
strukturierten Transformation, um Evotec für nachhaltiges,
qualitativ hochwertiges Wachstum zu positionieren", sagte
Unternehmenslenker Christian Wojczewski laut Mitteilung.
Mittelfristig soll so der Konzernumsatz bis 2030 auf mehr als eine
Milliarde Euro anschwellen. Die bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) soll 2028 dann 20 Prozent
erreichen und 2030 darüber liegen. Damit verschiebt das Management
sein Profitabilitätsziel nach hinten: Zuvor war eine Marge von mehr
als 20 Prozent bereits für 2028 angepeilt worden.
Für 2026 rechnet die Evotec-Führung mit einem "Übergangsjahr", wobei
mit operativen Verbesserungen in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen
sei. Insgesamt als Umsatz sind für das laufende Jahr 700 bis 780
Millionen Euro angepeilt, zugleich soll das um Sondereffekte
bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda)
bei null bis 40 Millionen Euro herauskommen.
Das Umsatzziel für 2026 sei enttäuschend, kommentierte ein
Börsianer. Selbst der obere Rand der Zielspanne liege klar unter dem
Konsens. Es winke allerdings eine Margenverbesserung.
Im vergangenen Jahr war der Umsatz vorläufigen Berechnungen zufolge
leicht auf 788 Millionen Euro zurückgegangen, das bereinigte
operative Ergebnis stieg hingegen auf 41 Millionen Euro - nach 22,6
Millionen Euro ein Jahr zuvor. Analysten hatten zumindest für 2025
weniger auf dem Zettel. Endgültige Zahlen für das vergangene Jahr
soll es am 8. April geben.
Evotec steht seit längerem unter Druck, nachdem das Unternehmen nach
der Corona-Pandemie in die roten Zahlen geschlittert war. Der seit
Juli 2024 amtierende Vorstandsvorsitzende Wojczewski hatte daher
eine Neuausrichtung mit dem strategischen Fokus auf hochwertige
Dienstleistungen und Therapiegebiete verordnet.
In den vergangenen zwei Jahren hatte das Unternehmen dazu bereits
die Zahl seiner Standorte von 19 auf 14 reduziert, Schließungen gab
es unter anderem in Deutschland. Insgesamt fielen dadurch bereits
400 Stellen weg, Ende 2025 arbeiteten somit nach Angaben einer
Sprecherin noch gut 4.500 Menschen für das Unternehmen.
Im vergangenen Dezember hatte der Konzern auch den Verkauf eines
Standorts im französischen Toulouse abgeschlossen, der bis dahin zur
Tochter Just-Evotec-Biologics gehörte. Käufer war der
Generikakonzern Sandoz aus der Schweiz./tav/mis/niw/nas
ISIN DE0005664809
AXC0110 2026-03-10/10:11
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Autor: - dpa-AFX
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