| ROUNDUP: Hugo Boss verdient dank Einsparungen mehr - Aktie legt zu |
| 10.03.2026 10:42:00 |
Der Modekonzern Hugo Boss hat
im vergangenen Jahr die schwache Wirtschaftsentwicklung zu spüren
bekommen und etwas weniger Umsatz erzielt. Der Gewinn konnte jedoch
dank Einsparungen gesteigert werden. Der bereits im Dezember
gegebene Ausblick auf das laufende Jahr wurde bestätigt. An der
Börse kommt das gut an.
Für die im MDax gelistete Aktie ging es im frühen
Handel am Dienstag zunächst um über sieben Prozent nach oben,
zuletzt notierte sie noch rund drei Prozent im Plus. Im laufenden
Jahr hat sie bisher nur leicht an Wert gewonnen, in den vergangenen
zwölf Monaten aber rund elf Prozent eingebüßt.
Laut Manjari Dhar von der kanadische Bank RBC haben Umsatz und das
operative Ergebnis (Ebit) von Hugo Boss im vergangenen Jahr die
Erwartungen übertroffen. Eine gute Kontrolle der operativen Kosten
habe niedrigere Margen kompensiert. Auch Analyst Frederick Wild von
Jefferies attestiert Hugo Boss starke Zahlen.
Für Chiara Battistini von JPMorgan lagen der Umsatz
und das bereinigte operative Ergebnis im vergangenen Quartal
deutlich über den Erwartungen. Die Ziele für 2026 habe der
Modekonzern bestätigt.
2026 sieht Hugo Boss als ein Jahr der Anpassung, in dem das Geschäft
durch die Straffung von Prozessen, die Überarbeitung des Sortiments
und die Optimierung des Vertriebsnetzwerks geprägt ist. Wie schon im
Dezember angekündigt erwartet das Management daher weiter einen
Umsatzrückgang auf währungsbereinigter Basis im mittleren bis hohen
einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(Ebit) soll 300 bis 350 Millionen Euro erreichen und damit ebenfalls
zurückgehen. Ab 2027 will der Konzern dann aber wieder wachsen.
Der Umsatz fiel 2025 im Jahresvergleich leicht um ein Prozent auf
4,27 Milliarden Euro. Währungsbereinigt verzeichnete Hugo Boss einen
Anstieg um zwei Prozent, gestützt von einem guten Schlussquartal.
Das operative Ergebnis kletterte um acht Prozent auf 391 Millionen
Euro. Die entsprechende operative Marge verbesserte sich um 0,8
Prozentpunkte auf 9,2 Prozent. Der Konzern profitierte dabei von
niedrigeren Vertriebs- und Marketingaufwendungen. Unter dem Strich
verdiente Hugo Boss mit 249 Millionen Euro 17 Prozent mehr als im
Vorjahr. Analysten hatten laut einem vom Unternehmen
zusammengestellten Konsens bei allen Kennziffern mit weniger
gerechnet.
Wie Hugo Boss bereits am Montag mitgeteilt hatte, sollen die
Aktionäre für 2025 nur eine Mindestdividende von 0,04 Euro je Aktie
erhalten. Ein Jahr zuvor hatten die Aktionäre noch 1,40 Euro je
Anteilsschein bekommen. Zudem will der Konzern bis Ende 2027 eigene
Aktien im Wert von bis zu 200 Millionen Euro zurückkaufen. Im
Schnitt würde mit der Mindestdividende und dem Aktienrückkauf eine
jährliche Aktionärsrendite erzielt, die in etwa dem für 2024
ausgeschütteten Niveau entspreche, so das Unternehmen.
Mit dem Zusammenstreichen der Dividende kommt das Management dem
größten Anteilseigner Frasers Group entgegen. Zuletzt hatte Hugo
Boss durch Unstimmigkeiten mit dem größten Anteilseigner die
Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So unterstützt Frasers den
Aufsichtsratschef Stephan Sturm wohl nicht mehr, wie Anfang Dezember
bekannt geworden war.
Unstimmigkeiten zwischen dem Management von Hugo Boss und dem
Großaktionär gab es hinsichtlich der Dividendenpolitik. Frasers
Group sieht Hugo Boss an der Börse als unterbewertet an, wie aus
einer Pflichtmitteilung vom Juli hervorgeht. Der Investor ist der
Ansicht, dass Hugo Boss derzeit keine Dividenden ausschütten sollte.
Die Mittel sollten vielmehr zur Steigerung des Unternehmenswerts
eingesetzt werden.
Frasers Group ist mit einer direkten Beteiligung von 25 Prozent mit
Abstand größter Aktionär des Konzerns. Wie seit dem Sommer bekannt
ist, kommt der Konzern inklusive Finanzinstrumenten aber auf mehr
als 30 Prozent. Würde er die Finanzinstrumente in "echte" Anteile
wandeln, müsste er ein Übernahmegebot abgeben./err/mne/stk
ISIN DE000A1PHFF7
AXC0123 2026-03-10/10:42
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Autor: - dpa-AFX
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