| GESAMT-ROUNDUP: 'Heftigste Angriffe' - Kein Zeichen für Frieden im Iran |
| 10.03.2026 15:43:00 |
Während US-Präsident Donald Trump ein
baldiges Ende des Kriegs im Iran in Aussicht stellt, gehen die
Angriffe in der Region in unverminderter Härte weiter. Die
Vereinigten Staaten gäben nicht nach, "bis der Feind vollständig und
endgültig besiegt" sei, machte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth
in Washington klar. "Zum Beispiel wird heute wieder einmal unser
heftigster Tag von Angriffen im Iran sein." Auch Israel macht keine
Anstalten, seine Attacken einzudämmen.
Die dortige Armee griff nach eigenen Angaben weitere Ziele in der
iranischen Hauptstadt Teheran an. Irans Streitkräfte attackierten
nach eigenen Angaben einen US-Luftwaffenstützpunkt im Nordirak, mit
Drohnen ein Treibstofflager in Israel und weitere Ziele. In Israel
gab es Raketenalarm. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die
den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete über eine neue
Welle an Raketen auf Ziele bei Tel Aviv.
Trump droht neuem iranischem Staatsoberhaupt
Trump deutete unterdessen an, auch das neue iranische
Staatsoberhaupt, den Religionsführer Modschtaba Chamenei, nicht
einfach zu akzeptieren. "Ich glaube nicht, dass er in Frieden leben
kann", sagte der Republikaner im US-Sender Fox News, nannte jedoch
keine Details. Bereits am Montag (Ortszeit) hatte Trump gesagt: "Wir
denken, dass es nur zu mehr Problemen derselben Art im Land führen
wird."
Der 56-jährige Sohn von Ajatollah Ali Chamenei war in der Nacht zum
Montag - neun Tage nach dem Tod seines Vaters bei einem israelischen
Luftangriff - zum obersten Führer des Landes bestimmt worden. Trump
hatte dem Iran zuvor gedroht, dass ein Nachfolger nicht lange im Amt
bleiben werde, sollten die USA nicht in die Entscheidung einbezogen
werden.
Baldiges Kriegsende?
Überraschend hatte Trump zuvor ein baldiges Kriegsende in Aussicht
gestellt. "Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben
keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine
Luftwaffe", zitierte ihn der US-Sender CBS News nach einem
Telefoninterview. Der Krieg verlaufe "weit vor dem Zeitplan". Auf
einen konkreten Zeitpunkt legte sich der US-Präsident nicht fest.
Dennoch ging der Ölpreis deutlich zurück.
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten scharf. "Wir sind
diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden", hieß es in
einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung.
"Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges
liegen in den Händen der Islamischen Republik."
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht "keinen gemeinsamen Plan", wie
der Krieg schnell zu einem überzeugenden Ende gebracht werden kann.
Es gebe "eine gefährliche Eskalation", sagte er mit Blick auf die
Gegenangriffe des Iran. "Wir haben kein Interesse an einem endlosen
Krieg. Wir haben kein Interesse an einer Auflösung der territorialen
Integrität, der Staatlichkeit oder der wirtschaftlichen
Lebensfähigkeit des Iran", betonte er.
Außenminister Johann Wadephul rechnet mit amerikanischen Angriffen
so lange weiter, bis die USA den Iran nicht mehr als Bedrohung
einstuften - oder bis die iranische Seite ernsthafte Bereitschaft zu
Verhandlungen zeige. Dafür gibt es bisher keine Anzeichen. "Wenn ein
Waffenstillstand zustande kommen oder der Krieg beendet werden soll,
muss es eine Garantie geben, dass aggressive Handlungen gegen Iran
nicht erneut wiederholt werden", zitierte die Zeitung "Shargh" Irans
Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi. Irans Parlamentspräsident
Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, sein Land strebe keinen
Waffenstillstand an.
Netanjahu ruft Iraner zum Widerstand auf
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu rief die iranische
Bevölkerung erneut auf, für einen Machtwechsel im Land zu sorgen.
"Unser Ziel ist es, das iranische Volk dazu zu bringen, das Joch der
Tyrannei abzuwerfen, letztendlich hängt es jedoch von ihnen selbst
ab", sagte er nach Angaben seines Büros. Es gebe keinen Zweifel,
dass man der Führung in Teheran "mit den bisherigen Maßnahmen die
Knochen" breche.
Heftige Kriegsfolgen für iranische Bevölkerung
Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach
Angaben des Roten Halbmonds rund 16.000 Wohnungen zerstört oder
beschädigt worden. Daneben seien mehr als 3.300 Geschäftseinheiten
beschädigt worden, teilte die iranische Rothalbmondgesellschaft auf
Telegram mit.
Bei zwei wichtigen staatlichen Banken waren nach Berichten von
Einwohnern der Hauptstadt Teheran Geldautomaten außer Betrieb, das
Onlinebanking war nicht erreichbar und Kartenzahlungen waren nicht
möglich.
Neun Krankenhäuser mussten infolge der Luftangriffe ihren Betrieb
einstellen. Sollte der Krieg andauern, reichten Irans strategische
Medikamentenvorräte für mindestens sechs Monate, berichtete die
Nachrichtenagentur Ilna unter Berufung auf den
Parlamentsabgeordneten Mohammed Dschamalian. Bei einigen Mitteln
herrschten jedoch bereits jetzt Engpässe. Landesweit werden demnach
1.400 Verletzte stationär behandelt.
Nach Angaben der Regierung in Teheran wurde auch ein Unesco-Welterbe
beschädigt. In der Kulturmetropole Isfahan im Landeszentrum wurde
der Tschehel-Sotun-Palast in Mitleidenschaft gezogen, wie von der
Regierung veröffentlichte Aufnahmen zeigen. Bilder in den sozialen
Medien zeigten zudem Rauchwolken unmittelbar in der Nähe der
bekannten Schah-Abbas-Moschee am "Naghsch-e-Dschahan", dem zentralen
Platz in Isfahan, einem der wichtigsten Wahrzeichen der persischen
Kultur.
Raketenangriff auf von Deutschen genutzten Stützpunkt in Jordanien
Bei den Militärschlägen in der Region wurde auch der von deutschen
Soldaten genutzte Einsatzstandort Al-Asrak in Jordanien von Raketen
beschossen. Dabei sei auch der deutsche Teil des Camps getroffen
worden, sagte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der
Bundeswehr. Es werde noch untersucht, ob es Trümmer oder eine
anfliegende Rakete gewesen seien. Die Soldaten befänden sich in
Schutzbauten oder in dezentraler Unterkunft in Sicherheit und seien
wohlauf./tam/DP/mis
AXC0239 2026-03-10/15:43
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 23.447,29 | -142,36 | -0,60% |
| TecDax | 3.574,39 | -4,97 | -0,14% |
| MDAX | 28.819,46 | -423,95 | -1,45% |
| Dow Jones (EOD) | 46.558,47 | -119,38 | -0,26% |
| Nasdaq 100 | 24.380,73 | -152,85 | -0,62% |
| S & P 500 (EOD) | 6.632,19 | -40,43 | -0,61% |
| SMI | 12.839,27 | -2,89 | -0,02% |
|
| EUR/US$ | 1,1418 | -0,01 | -0,81% |
| EUR/Yen | 182,3595 | -1,08 | -0,59% |
| EUR/CHF | 0,9035 | -0,00 | -0,15% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8634 | 0,00 | 0,08% |
| Yen/US$ | 0,0063 | 0,00 | -0,30% |
| CHF/US$ | 1,2636 | -0,01 | -0,76% |
|
| baha Brent Indication | 101,89 | 1,74 | 1,74% |
| Gold | 5.040,30 | -102,68 | -2,00% |
| Silber | 83,66 | -3,30 | -3,79% |
| Platin | 2.078,51 | -88,19 | -4,07% |
| |
|
|