| WDH/Günther: Soziale Medien führen Gesellschaft 'in den Abgrund' |
| 11.03.2026 15:32:00 |
(Tippfehler im letzten Absatz berichtigt)
KIEL (dpa-AFX) - Mit noch eindringlicheren Worten als zuvor hat
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther seine Forderung
nach einem Social-Media-Verbot für junge Menschen begründet. "Wenn
wir so weitermachen wie bisher, ohne einzugreifen, führt das unsere
Gesellschaft in den Abgrund", sagte der CDU-Politiker dem
Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Auch an Erwachsenen gehe eine
intensive Nutzung sozialer Medien "nicht spurlos vorbei".
Teilhabe sei zwar wichtig, sagte Günther. "Aber welche Kinder wollen
Teilhabe an Gewaltvideos, Enthauptungen, Stigmatisierungen und
verzerrten Schönheitsbildern, die sie in Depressionen treiben?",
fragte er. "Wir haben in den vergangenen Jahren eine schwere Sünde
begangen, weil wir das zu spät erkannt und nichts getan haben." Bei
jüngeren Menschen habe man "erhebliche Schäden mitzuverantworten,
weil wir unserer Schutzfunktion als Staat nicht nachgekommen sind."
Ein Verbot müsse daher schnell umgesetzt werden, forderte Günther.
CDU und SPD hätten sich ähnlich positioniert, eine Mehrheit in
Bundesregierung und Bundestag sei absehbar. "Jeder Monat, den wir
warten, schadet Kindern und Jugendlichen", sagte der CDU-Politiker.
"Es gibt keinen Grund mehr zu warten." Sobald die Kommission
Vorschläge mache, müssten diese sofort umgesetzt werden.
Auch die Haltung der CSU sieht Günther nicht als Hürde. Dessen
Vorsitzender, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, hatte
argumentiert, dass ein Verbot soziale Medien noch interessanter für
Jugendliche und Kinder mache. "Ich kenne Markus Söder so, dass er
durchaus auf Entwicklungen reagiert. Deshalb kann es gut sein, dass
er nochmal in sich geht", sagte Günther. "Sonst bin ich immer für
Kompromisse. Bei diesem Thema nicht."
Die CDU hatte auf ihrem Parteitag im Februar beschlossen, ein
Mindestalter von 14 für soziale Medien wie Tiktok und Instagram zum
Schutz von Kindern und Jugendlichen einführen zu wollen. Kritiker
wie das Deutsche Kinderhilfswerk lehnen ein Verbot dagegen ab, weil
es die digitale Teilhabe von Kindern einschränke./nkl/DP/stw
ISIN US02079K3059 US0378331005 US5949181045 US30303M1027 US02079K1079
AXC0257 2026-03-11/15:32
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Autor: - dpa-AFX
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