| Ministerpräsidenten fordern fairen Umgang mit dem Osten |
| 11.03.2026 20:12:00 |
Die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt,
Brandenburg und Thüringen sehen die ostdeutschen Bundesländer in
Vergleich zu westdeutschen benachteiligt. "Es geht nicht um
Sonderbehandlung. Es geht einfach um Fairness", sagte Brandenburgs
Ministerpräsident Dietmar Woidke bei der Infrastrukturkonferenz in
Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt). So müsse zum Beispiel der
Bau von Bahnstrecken "erkämpft" oder von den ostdeutschen Ländern
bezahlt werden, während in Süddeutschland investiert werde. "Das ist
einfach leidvoll", sagte der SPD-Politiker.
Einen weiteren Nachteil mit Blick auf die Infrastruktur sieht der
Brandenburger beim Bau von Brücken. Es sei für die Wirtschaft in
Ostdeutschland ein Riesen-Nachteil, dass es viel zu wenige Brücken
nach Polen gebe, sagte er. "Da etwas zu tun, würde uns wirklich
helfen, übrigens auch Deutschland helfen."
Voigt: "Wir sind weiter in vielen Bereichen Champions League"
Auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt sieht immer wieder
eine Ungleichbehandlung zwischen Ost- und Westdeutschland. Ein
Beispiel sei die Verteilung der Hauptsitze großer deutscher
Unternehmen. "Dass die westdeutschen Headquarter die
Produktionsstätten hier im Osten zu machen, aber bei ihren
Headquartern im Westen nicht sparen - das habe ich nicht unter
Transformation verstanden", sagte Thüringens Regierungschef.
Zwar gebe es Probleme, aber eben auch Potenzial, betonte der
CDU-Politiker. "Wir sollten auch nicht so tun, als ob wir eine
mittelmäßige Kreisligamannschaft sind. Wir sind weiter in vielen
Bereichen Champions League."
Schulze blickt trotz der Probleme optimistisch in die Zukunft
Um Dinge zu verändern, brauche es auch Mut, betonte Sachsen-Anhalts
Ministerpräsident Sven Schulze. "Du kannst was machen, wenn du das
willst. Du musst nur den Mut haben, das auch wirklich machen zu
wollen und dich durchsetzen gegenüber denen, die das kritisch
sehen", sagte der Parteikollege von Voigt.
Auch die Bundesbeauftragte für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser
(SPD), rückte die Stärken der ostdeutschen Länder in den
Vordergrund: "Der Osten ist damit kein Problemfall, sondern Teil der
gesamtwirtschaftlichen Realität - mit eigenen Stärken und
Potenzialen." In die Zukunft Ostdeutschlands blickt Schulze trotz
vorhandener Probleme trotzdem optimistisch: "Mittelfristig werden
Mitteldeutschland und Norddeutschland wirtschaftlich gesehen viel
bessere Voraussetzungen haben als der Süden."/ija/DP/mis
AXC0339 2026-03-11/20:12
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Autor: - dpa-AFX
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