| Post AG beendete 2025 schaumgebremst - Stabiler Ausblick für 2026 / Betriebsergebnis ging um 5 Prozent auf 196,9 Mio. Euro zurück, Umsatz minus 2,6 Prozent auf 3,04 Mrd. Euro - Break Even bei Bank99 - Yellow-Start am 1. April - 20 Jahre Börsengang |
| 12.03.2026 12:53:00 |
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Gänzlich neu nach Bilanz-PK
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Die Österreichische Post hat 2025 etwas weniger
verdient und umgesetzt, aber einen deutlich höheren Free Cash Flow
erzielt. Die Bank99 bilanzierte 2025 erstmals positiv. Für 2026 wird
ein leichter Umsatzanstieg bei einer weitgehend stabilen
Ergebnisentwicklung in der Größenordnung der vergangenen Jahre
angepeilt. Der Dividendenvorschlag für 2025 bleibt mit 1,83 Euro je
Aktie auf Vorjahresniveau. In drei Wochen startet die Post AG mit
Yellow ihr erstes Mobilfunkangebot.
"Hier wird es einige Überraschungen geben", wird bereits die
Werbetrommel für den neuen Anbieter gerührt. Yellow werde zwar nicht
der billigste, aber ein qualitativ hochwertiger Mobilfunkdienst mit
günstigen Angeboten sein, so Post-Generaldirektor Walter Oblin am
Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. Das Netz kommt von der
ebenfalls teilstaatlichen und historisch eng verwobenen A1 Telekom
Austria, womit die Post "zu ihren Wurzeln zurückkehrt", erklärte
Oblin. Auf die Kunden wartet übrigens nicht nur ein neues
Mobilfunkangebot, sondern auch ein neues Outfit der
Filialbediensteten. Das schmutzempfindliche Weiß weicht einer
stärkeren Betonung auf Schwarz.
Bank99 erstmals mit schwarzen Zahlen
Über erstmals schwarze Zahlen nach fünf Jahren am Markt durfte
sich heute Oblin bei der Bank99 freuen. Die Bilanzsumme erreichte im
Vorjahr 4,2 Mrd. Euro. Für heuer ist ein weiterer Ausbau der
Vertriebskanäle und eine Ausweitung der Wertpapierangebote geplant.
Im zweiten Halbjahr soll ein Produktangebot für KMU aufgebaut
werden. Rund 300.000 Kunden würde das Bankinstitut inzwischen
verzeichnen.
Insgesamt lief es für die Post AG im Jahr 2025 schaumgebremst.
Das Betriebsergebnis (EBIT) ging im Jahresvergleich um fünf Prozent
auf 196,9 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) verzeichnete einen Rückgang von 2,2 Prozent
auf 413,3 Mio. Euro. Der Umsatz reduzierte sich um 2,6 Prozent auf
3,04 Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie (EPS) sank von 2,04 auf 1,96
Euro. Allerdings gab es ein deutliches Plus beim operativen Free
Cashflow von 10,3 Prozent auf 280,1 Mio. Euro. Das Eigenkapital lag
mit Jahresende 2025 bei 767,6 Mio. Euro, ein leichter Anstieg von
0,8 Prozent.
Post-Chef sieht "solide operative Entwicklung"
"Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und der positiven
Sondereffekte im Vorjahr zeigte die Österreichische Post im
Geschäftsjahr 2025 eine solide operative Entwicklung. In Österreich
haben wir unser Paketwachstum auch 2025 fortgesetzt und wir konnten
unsere führende Marktposition erfolgreich behaupten", so Post-Chef
Walter Oblin vor Journalistinnen und Journalisten.
In der Division Brief & Werbepost ging der Umsatz im Vergleich zu
2024 um 6,8 Prozent zurück. Bei Paket & Logistik stiegen die
Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr auf vergleichbarer Basis um 1,2
Prozent. Das Paketgeschäft in der Türkei bleibt durch die hohe
Inflation und die Wechselkursentwicklung der türkischen Lira
geprägt. Der Bereich Filiale & Bank zeigte einen Umsatzrückgang von
8,8 Prozent. Die Filialdienstleistungen seien durch die Beendigung
der Telekom-Vertriebskooperation beeinflusst gewesen, hieß es dazu.
Oblin hofft auf Reform des Postmarktgesetzes
2025 sei im Zeichen des weiteren Ausbaus gestanden, immerhin sei
die Zahl der Poststellen in den vergangenen zwei Jahren nahezu
verdoppelt worden. Eine Milliarde Euro sei im Vorjahr in Österreich
investiert worden. Gleichzeitig sei seit dem Jahr 2008 60 Prozent
des Briefvolumens verschwunden. Dies weckt Begehrlichkeiten bei
Oblin: "Der heimische Briefmarkt ist am Kipppunkt", meinte er. Eine
Reform des Postmarktgesetzes daher dringend notwendig. Man sei hier
in guten Gesprächen mit der Regierung, Oblin hofft auf eine Reform
noch in diesem Jahr.
Im Paketgeschäft habe es im Vorjahr mit einem Wachstum von drei
Prozent einen Anstieg auf hohem Niveau gegeben. Zu Weihnachten sei
das Plus gar bei sechs Prozent gelegen. 321 Millionen Pakete wurden
für Privatkunden im Vorjahr abgewickelt, dazu kamen 95 Mio. Packerl
für Geschäftskunden. Damit hielt die Post einen Gesamt-Marktanteil
von 56 Prozent. DPD kam auf 16, Amazon auf 13 und GLS auf 9 Prozent.
Als namhafte Kunden konnten Ringana und Shopapotheke gewonnen
werden. Wichtigster Auslandsmarkt blieb die Türkei.
Laufend neue Beschäftigte gesucht
Die Post sei auch 2025 ein sicherer und zuverlässiger Arbeitgeber
für rund 20.000 Menschen in Österreich gewesen, es würden laufend
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Filialen, Logistik und
Zustellung gesucht. "Wir sind die einzigen mit einem fairen
Tarifmodell", betonte Oblin und verwies darauf, dass der Mitbewerb
auf Frächter setzen würden, die oft aus Ein-Personen-Unternehmen
bestünden.
Der Post-Generaldirektor ging auch auf die Kritik an den Umbauten
am Postsportplatz in Wien Hernals ein. Vorwürfe, dass hier
Sportflächen zu Gunsten von Wohnanlagen reduziert würden, seien
schlicht falsch. Vielmehr würden die Sportanlagen erneuert und nicht
verkleinert, die geplante Wohnhausanlage würde auf ohnehin schon
versiegeltem Grund entstehen.
Die Post AG, sie gehört zu 52,9 Prozent dem Staat, feiert heuer
ihr 20-jähriges Börsenjubiläum. "Wären wir nicht an der Börse, wären
wir ein Zuschussbetrieb", stellte dazu Oblin klar. Gestartet wurde
am 30. Mai 2006 mit einem Ausgabekurs von 19 Euro, am heutigen
Donnerstag lag er bei rund 33 Euro je Aktie.
(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK Nummer: 0327-26, Format: 88 x 115
mm)
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