| ROUNDUP: Wadephul fordert in Türkei Verhandlungslösung für Iran-Krieg |
| 12.03.2026 15:16:00 |
Außenminister Johann Wadephul fordert eine
gemeinsame politische Kraftanstrengung von Europäern und
Golf-Anrainern für ein rasches Ende des Iran-Krieges. Er sei "der
Überzeugung, dass eine verlässliche und tragfähige Lösung nur auf
diplomatischem Weg erreicht werden kann", sagte der CDU-Politiker
bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan in
der Hauptstadt Ankara. Eine wesentliche Erkenntnis aus seiner Reise
in den vergangenen Tagen sei, "dass wir die gemeinsamen Interessen
aus der Golfregion, aber auch hier aus der Nachbarschaft bündeln
sollten".
Es sei gut, dass die Raketen in der Türkei wie am Golf weitgehend
abgefangen werden könnten, sagte Wadephul. "Aber dass der Iran die
Spannungen durch Angriffe auf seine Nachbarn in der Region und
insbesondere in der Golfregion immer weiter erhöht, ist
brandgefährlich."
Auf die Frage, ob sich Deutschland beispielsweise mit einer
Bundeswehr-Fregatte an der Initiative der G7-Staaten beteiligen
werde, Öltanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormus von
Kriegsschiffen begleiten zu lassen, ging Wadephul nicht direkt ein.
"Jeder weiß, dass die Straße von Hormus eine der wirtschaftlichen
Lebensadern dieser Welt ist und dass wir alle daran arbeiten müssen,
dass diese recht schnell wieder intakt ist."
Auch Fidan verurteilte die Attacken Teherans auf die Golfstaaten,
bezeichnete aber auch den Angriff von Israel und den USA auf den
Iran als ungerecht und rechtswidrig. Die Türkei und Deutschland
seien sich einig darüber, dass der Krieg sofort enden müsse, sagte
er.
Wadephul: Gemeinsames Interesse, Fluchtbewegung zu verhindern
Wadephul sagte, angesichts der von der Türkei von 2015 an
aufgenommenen syrischen Flüchtlinge sei es richtig und
vorausschauend, dass sich Ankara mit der Frage einer neuen
Fluchtbewegung wegen des Iran-Krieges beschäftige. Bis heute sehe
man zwar keine solche Fluchtbewegung. "Aber wir haben ein
gemeinsames Interesse daran, so etwas zu verhindern".
Europa sei kein unbeteiligt zuschauender Dritter, was den Krieg im
Nahen Osten angehe, ergänzte Wadephul. "Wenn es dort zu
geopolitischen Umbrüchen, ja gar Zerfall, Bürgerkrieg und
Fluchtbewegungen kommt, dann sind wir alle betroffen. Die
wirtschaftlichen Auswirkungen spüren wir ja schon jetzt." Nach
seinem Gespräch mit dem Außenminister traf Wadephul den türkischen
Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem Meinungsaustausch.
Wadephul war direkt von einer mehrtägigen Krisenreise in den Nahen
Osten und die Golfregion nach Ankara gekommen. Der Minister hatte am
Montag das EU-Mitglied Zypern besucht, anschließend Israel,
Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und das
Golf-Emirat Katar./bk/DP/jha
AXC0253 2026-03-12/15:16
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Autor: - dpa-AFX
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