| Devisen: Euro gibt erneut nach - Iran-Unsicherheit verschärft sich |
| 12.03.2026 16:38:00 |
Der Euro hat am Donnerstag an
seine Vortagsverluste angeknüpft. Ein erneuter deutlicher Anstieg
des Ölpreises sorgte an den Finanzmärkten für Unsicherheit und
stärkte die Nachfrage nach der Krisenwährung US-Dollar.
Am Nachmittag sank die Gemeinschaftswährung um einen halben Cent auf
1,1519 Dollar. Vor Beginn der Krise hatte der Ölpreis noch über 1,18
Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs
auf 1,1547 (Mittwoch: 1,1581) Dollar fest. Der Dollar kostete damit
0,8660 (0,8634) Euro.
Ein Ende des Iran-Kriegs ist weiterhin nicht in Sicht. Belastet wird
der Euro durch die gestiegenen Rohölpreise. Die USA sind eine
Nettoexporteur an Rohöl. Die deutlich gestiegenen Ölpreise sind nach
Darstellung von US-Präsident Donald Trump sogar gut für die USA.
"Die Vereinigten Staaten sind mit Abstand der größte Ölproduzent der
Welt. Wenn also die Ölpreise steigen, verdienen wir viel Geld",
teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Der Iran will die
Blockade der Straße von Hormus für den Öltransport fortsetzen.
Es gibt derzeit keine Anzeichen für ein Ende des Kriegs. Die
Angriffe beider Seiten halten unvermindert an und die Golfregion und
der Libanon bleiben weiter unter Beschuss. Irans neuer
Religionsführer und Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei forderte in
einer ersten im Staatsfernsehen verlesenen Stellungnahme Rache für
die Kriegsopfer.
Die am Nachmittag in den USA veröffentlichen Konjunkturdaten
bewegten den Devisenmarkt in diesem Umfeld nicht. So veränderte sich
die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen
Woche kaum. Volkswirte hatten einen leichten Anstieg erwartet.
"Vorerst dürften also Makrozahlen aus dem Februar für Wechselkurse
keine Rolle spielen", kommentierte Michael Pfister, Devisenexperte
bei der Commerzbank. "Entscheidend bleibt, wie sich die Öl- und
Gaspreise entwickeln und wann der Krieg im Nahen Osten enden
könnte."
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,86243 (0,86363) britische Pfund, 183,43 (183,63)
japanische Yen und 0,9028 (0,9031) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 5.118 Dollar. Das
waren etwa 58 Dollar weniger als am Vortag./jsl/mis
ISIN EU0009652759
AXC0275 2026-03-12/16:38
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Autor: - dpa-AFX
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