| ROUNDUP 3: BMW bleibt bei Ausblick vorsichtig - Aktie legt doch noch zu |
| 12.03.2026 17:28:00 |
(neu: Kurse, Aussagen Management und Analysten.)
(Aktienkurs aktualisiert)
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Autobauer BMW hat im
vergangenen Jahr erneut den schwachen Markt in China zu spüren
bekommen und setzt sich auch für 2026 verhaltene Ziele. Allerdings
geht das Management davon aus, dass sich die Situation rund um Zölle
im transatlantischen Handel ab dem zweiten Halbjahr etwas entspannt.
Die Nachfrage nach Autos soll jedenfalls stabil bleiben. Trotz eines
leichten Gewinnrückgangs soll die im vergangenen Jahr deutlich
gestutzte Dividende wieder etwas erhöht werden. Der Aktienkurs fiel
am Donnerstag zunächst, drehte dann aber ins Plus.
Das Papier stieg kurs vor dem Handelsende in einem etwas
nachgebenden Dax um gut ein Prozent auf 81,74 Euro. Der Kursrückgang
im laufenden Jahr verringerte sich damit auf zwölf Prozent. Die
Autosparte habe enttäuscht, doch die Ausschüttung an die Aktionäre
sei stark, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Christian Frenes.
Jefferies-Experte Philippe Houchois sah das jüngste Abschneiden
ähnlich und wähnte auch die Aussicht auf die freien Finanzmittel im
neuen Jahr etwas schwach.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel 2025 um 11,5 Prozent
auf 10,19 Milliarden Euro, wie der Dax -Konzern am
Donnerstag in München mitteilte. In der wichtigen Autosparte lag die
operative Ergebnismarge (Ebit) bei 5,3 Prozent, ein Rückgang um
einen Prozentpunkt. Im vierten Quartal schnitten die Bayern hier
etwas schwächer ab als von Fachleuten gedacht.
Prognose verhalten
Im neuen Jahr soll die viel beachtete Kennziffer in der Spanne von 4
bis 6 Prozent landen. Dabei werden die erhöhten Zölle laut dem
Unternehmen rund 1,25 Prozentpunkte Marge kosten - vergangenes Jahr
waren es rund 1,5 Prozentpunkte. Experten lagen mit ihren
Schätzungen für 2026 bisher fast am oberen Ende der
Prognosebandbreite. Der Vorsteuergewinn dürfte dieses Jahr moderat
sinken. Dazu tragen auch Währungseffekte und teurere Rohstoffe bei.
Finanzchef Walter Mertl rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit
Erleichterungen rund um die Zölle im transatlantischen Handel, wie
er in einer Pressekonferenz sagte. So dürften die Einfuhrzölle der
EU auf US-produzierte Autos wie geplant auf Null sinken und es auch
im nordamerikanischen Handel zwischen den USA, Mexiko und Kanada
Erleichterungen geben.
Der für die Anleger wichtige Free Cashflow in der Autosparte soll
2026 wieder mehr als 4,5 Milliarden Euro betragen. Er gibt Auskunft
über die aktuelle Finanzkraft. 2025 war er von 4,9 Milliarden auf
3,2 Milliarden gesunken.
Unter dem Strich ging der Gewinn 2025 um 3 Prozent auf 7,45
Milliarden Euro zurück, der Umsatz sank um 6,3 Prozent auf rund
133,5 Milliarden Euro. Die Dividende soll überraschend um 10 Cent
auf 4,40 Euro je im Dax notierter Stammaktie steigen.
Hauptprofiteure sind die Erben der Eignerfamilie Quandt, Stefan
Quandt und seine Schwester Susanne Klatten.
Stabiler als die Konkurrenz
BMW kommt bisher vergleichsweise gut durch die allgemeine Krise der
deutschen Autoindustrie. Zwar ist es bereits der dritte
Gewinnrückgang auf Jahressicht, doch die beiden deutschen
Konkurrenten Mercedes und Volkswagen
haben ihre Gewinne vergangenes Jahr jeweils fast halbiert. Im
Vergleich dazu ist der Rückgang bei den Münchnern geradezu harmlos -
allerdings hatten Probleme in China und mit zugelieferten Bremsen
bereits im Vorjahr stark ins Kontor geschlagen.
Bisher keine Stellenstreichungen
Und während die anderen deutschen Autobauer Jobs abbauen, ist BMW
bisher ohne Stellenstreichungsprogramme durch die Krise gekommen.
Ein klarer Pluspunkt der Münchner dürfte dabei sein, dass sie dank
eines eigenen großen Werks in den USA von den dortigen Zöllen
zumindest teilweise verschont werden. Knapp 413.000 Autos wurden
dort vergangenes Jahr gebaut, mehr als die Hälfte davon blieb in den
USA. Das bedeutet, dass BMW weniger als die Hälfte der in den USA
verkauften Autos importieren musste.
Zudem profitieren sie davon, dass sie ihre Werke so gestaltet haben,
dass auf einem Band Elektroautos, Hybride und Verbrenner entstehen
können. Das hilft, die Unsicherheiten beim Hochlauf der
Elektromobilität abzufedern. BMW-Chef Oliver Zipse betonte: "Wir
haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt.
Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden
Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten und
unsere Strategie weiter konsequent umsetzen."
Zipses letzte Zahlen
Die Jahresbilanz ist die letzte mit Zipse als Chef. Am 14. Mai
übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang
ist er Produktionsvorstand, ein Amt, das auch Zipse vor seinem
Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte.
Nedeljkovic ist also schon seit Längerem mit Zipses wichtigstem
Projekt befasst, das in den kommenden Jahren über Wohl und Wehe von
BMW mitbestimmen wird. Die Neue Klasse, deren erster Vertreter iX3
vergangenes Jahr vorgestellt wurde, steht seit wenigen Tagen bei den
Händlern.
Bisher ist sie stark gestartet. Angesichts hoher Bestellungen hat
BMW bereits im Januar eine zusätzliche Schicht in der Produktion
eingeführt. In Kürze planen die Münchner zudem das nächste Auto der
Neuen Klasse vorzustellen: Mit dem i3 - also dem elektrischen
Gegenstück zum 3er - in einem für die Münchner stückzahlstarken
Segment./men/ruc/err/nas/mis
ISIN DE0005190003 DE0007100000 DE0007664039
AXC0292 2026-03-12/17:28
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Autor: - dpa-AFX
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