| ROUNDUP 2: Grenke verdient trotz vieler Insolvenzen mehr - Aktie unter Druck |
| 12.03.2026 17:38:00 |
(Neu: Aktienkurs fällt deutlich, Kommentar von Analyst DZ Bank)
BADEN-BADEN (dpa-AFX) - Der Leasingspezialist Grenke
hat im Jahr 2025 etwas mehr verdient als im Vorjahr - trotz einer
anhaltend hohen Zahl von Zahlungsausfällen und Insolvenzfällen unter
seinen Kunden. 2026 dürfte die Schadenquote zwar weiterhin hoch
bleiben, doch rechnet sich das Management nochmals mehr Gewinn aus.
Zentraler Fokus für die kommenden Jahre bleibe dabei Rentabilität,
teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Dabei setzt Grenke auch
auf den jüngsten Umbau des Geschäfts.
Die Aktie stieg nach den Nachrichten im frühen Handel um fast drei
Prozent, kam dann aber Druck. Kurz vor dem Handelsende ging für den
Aktienkurs dann um mehr als 8 Prozent nach unten auf ein Tief seit
Mai 2025. Damit rutschte das Papier auf den letzten Platz des
Nebenwerteindex-SDax.
Grenke habe gute Zahlen veröffentlicht, die allerdings im Rahmen der
Erwartungen lägen, schrieb Analyst Philipp Häßler von der DZ Bank in
einem ersten Kommentar. Der deutliche Anstieg des Zinsüberschusses
und der unterproportionalen Anstieg der Kosten seien positiv. "Die
Risikovorsorge hat uns dagegen leicht negativ u?berrascht."
"Mit dem Abschluss der Franchiser-Übernahmen und der Einleitung des
Verkaufs unseres Factoring-Segments konnten wir unseren
strategischen Fokus schärfen", zog Grenke-Chef Sebastian Hirsch laut
Mitteilung in Baden-Baden sein Resümee für 2025. Damit habe der
Konzern im vergangenen Jahr eine wichtige Etappe gemeistert. "Denn
jetzt können wir all unsere Ressourcen auf unser globales
Kerngeschäft Small-Ticket-Leasing konzentrieren." Als Nächstes will
Hirsch bis 2030 eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent nach
Steuern erreichen, dazu werde sich Grenke jedes Jahr um
durchschnittlich rund einen Prozentpunkt verbessern.
Die Baden-Badener finanzieren in ihrem Hauptgeschäft als
Leasing-Anbieter vor allem Verträge mit einem relativ kleinen
Umfang, etwa für Büro-Ausstattung wie Laptops, Kopierer und Drucker.
Daneben hatte Grenke früher im Rahmen des sogenannten Factoring
bestimmte Forderungen etwa von Unternehmen an Kunden aufgekauft und
anschließend selbst die ausstehenden Beträge bei den Schuldnern
eingetrieben.
Im vergangenen Jahr wurde der Bereich dann an die Schweizer Teylor
AG verkauft, wobei die einzelnen Landesgesellschaften noch
schrittweise übertragen werden. Ferner kaufte Grenke seit der
Attacke eines Leerverkäufers vor einigen Jahren systematisch
Franchiseunternehmen zurück, die von externen Investoren gegründet
worden waren.
Für 2026 prognostiziert das Management nun einen Gewinnanstieg auf
74 bis 86 Millionen Euro. Das wäre im Bestfall ein Plus von knapp
einem Fünftel, im schlechtesten um rund 3 Prozent. Damit sei für das
laufende Jahr eine solide geschäftliche Entwicklung zu erwarten,
kommentierte Warburg-Analyst Andreas Pläsier die Nachrichten. Mit
den Zahlen für 2025 habe das Leasing-Unternehmen zudem seine
Erwartungen erfüllt.
Im vergangenen Jahr war der Gewinn Grenke zufolge um 2,3 Prozent auf
71,8 Millionen Euro geklettert. "Seit drei Quartalen in Folge
steigern wir unseren Gewinn kontinuierlich - damit haben wir die
Trendwende bei unserer Profitabilität geschafft und unser Jahresziel
erreicht", sagte Unternehmenslenker Hirsch. Damit kam das
Unternehmen indes am unteren Ende seiner Prognose heraus, die bei 71
bis 81 Millionen Euro gelegen hatte. Für die Aktionäre steigt die
Dividende leicht auf 0,42 Euro je Aktie, nachdem es im Vorjahr 0,40
Euro gegeben hatte.
Das starke Wachstum des Leasingneugeschäfts der letzten Jahre hatte
laut Grenke zu einem kräftigen Anstieg der operativen Erträge
geführt, diese zogen 2025 um 14,7 Prozent auf knapp 661 Millionen
Euro an. Zugleich verschlechterte sich jedoch das Ergebnis aus der
Schadensabwicklung und Risikovorsorge weiter, und die Schadenquote
erhöhte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent. Ähnlich hoch bei
1,6 bis 1,7 Prozent erwartet Grenke die Schadenquote auch 2026. Das
Leasingneugeschäft soll derweil in diesem Jahr nochmals klettern und
3,4 bis 3,6 Milliarden Euro erreichen - wie bereits seit Anfang
Januar bekannt lag es 2025 mit 3,3 Milliarden Euro um rund 8 Prozent
über dem Vorjahreswert./tav/mne/stk/mis
ISIN DE000A161N30
AXC0296 2026-03-12/17:38
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Autor: - dpa-AFX
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