| ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Erneut Verluste - Ölpreis schürt Inflationssorgen |
| 12.03.2026 18:38:00 |
Die europäischen Aktienmärkte haben
am Donnerstag ihre jüngsten Verluste ausgeweitet und damit auf den
erneut gestiegenen Ölpreis reagiert. Anleger scheuten insofern
weiter Risiken. Die Nachrichtenlage mahnte einmal mehr zur Vorsicht,
denn zum einen wurden in irakischem Gewässer zwei Öltanker
angegriffen, und zum anderen verunsicherten Aussagen von Irans neuem
Religionsführer und Staatsoberhaupt. Modschtaba Chamenei forderte
Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Auch müsse
"weiterhin der Hebel der Blockierung der Straße von Hormus genutzt
werden". Sie ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung.
Vor diesem Hintergrund kostete ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent
zuletzt wieder knapp unter 100 US-Dollar. Dies schürte
Inflationssorgen, und aktuell ist wegen der Preisrisiken ungewiss,
ob die US-Notenbank Fed überhaupt - wie eigentlich von den Anlegern
erhofft - in diesem Jahr die Leitzinsen senken kann.
Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,79
Prozent auf 5.748,89 Punkte. Außerhalb der Eurozone gab der
britische Leitindex FTSE 100 um 0,47 Prozent auf
10.305,15 Punkte nach. Der Schweizer SMI büßte 0,90
Prozent auf 12.842,16 Zähler ein.
Europaweit schwächster Sektor waren die Bankaktien .
Sie reagierten damit auf die sich eintrübenden Konjunkturaussichten.
"Am Markt wird zusehends das Risiko eingepreist, dass die Hoffnung
auf kurzfristige Preisspitzen trügt und sich hohe Ölpreisnotierungen
verfestigen, was ernsthafte Flurschäden für die Weltwirtschaft
verursachen könnte", schrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden
Research. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, verwies
zudem auf die "hohen Mittelabflüsse im Private-Equity-Sektor", was
zu Liquiditätsengpässen führe.
Unter dem Ölpreisanstieg, der Kerosin verteuert, litten insbesondere
Aktien der Fluggesellschaften. So fielen Air France-KLM
um 2,3 Prozent. In London büßten Easyjet
4,2 Prozent ein.
Gegenläufige Signale bestimmten unterdessen den Versicherungssektor
. Während Generali um 1,5 Prozent
zulegten, verloren Swiss Life 2,6 Prozent. Bei den
Italienern lobten die Analysten der US-Bank JPMorgan die Aussagen zu
den Ausschüttungen an die Aktionäre. Der Dividendenvorschlag der
Schweizer dagegen wurde mit Enttäuschung aufgenommen. Zudem
begründeten Händler die Verluste mit der hohen Bewertung der
Papiere.
Es gab aber auch Gewinner der Entwicklung in der Golf-Region. So
waren Rüstungswerte gefragt. Ein überzeugender Ausblick des
italienischen Branchenunternehmens Leonardo lieferte
einen zusätzlichen Impuls. Die Aktien zogen um fast sechs Prozent
an./la/mis
ISIN GB0001383545 FR0003500008 EU0009658145 CH0009980894
AXC0313 2026-03-12/18:38
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Autor: - dpa-AFX
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