| ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Verluste - Ölpreisrally schürt Inflationssorgen |
| 12.03.2026 21:48:00 |
Inflationssorgen wegen der Folgen des
Iran-Krieges haben am Donnerstag den US-Aktienmarkt stark belastet.
Anlegern missfiel, dass die Ölpreise trotz der Freigabe von Reserven
durch die Internationale Energieagentur weiter stiegen. Angesichts
iranischer Attacken auf den Energiesektor im Persischen Golf kostete
ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent teils wieder mehr als 100
US-Dollar. Aktuell rechnen Finanzmarktakteure nicht mehr mit
Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed in diesem Jahr.
Der US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 1,56
Prozent auf 46.677,85 Punkte und weitere damit seine
Vortagesverluste deutlich aus. Der marktbreite S&P 500
sank um 1,52 Prozent auf 6.672,62 Zähler.
Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um
1,73 Prozent auf 24.533,58 Punkte nach unten. Er hatte sich am
Mittwoch noch dank eines Kurssprungs bei den Aktien des Soft- und
Hardware-Herstellers Oracle stabil gehalten.
Am Donnerstag mahnte die Nachrichtenlage einmal mehr zur Vorsicht,
denn zum einen wurden in irakischem Gewässer zwei Öltanker
angegriffen, und zum anderen verunsicherten Aussagen von Irans neuem
Religionsführer und Staatsoberhaupt. Modschtaba Chamenei forderte
Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Auch müsse
"weiterhin der Hebel der Blockierung der Straße von Hormus genutzt
werden". Sie ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung.
"Der Iran hat es mit vergleichsweise begrenzten Mitteln geschafft,
den für die Weltwirtschaft so wichtigen Seetransport durch die
Straße von Hormus den mittlerweile zwölften Tag in Folge
lahmzulegen", konstatierte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der
Consorsbank. Die beiden brennenden Tanker vor der Küste Iraks und
die Evakuierung des Ölhafens im Oman demonstrierten Irans
unveränderte Bereitschaft, Öl als Waffe einzusetzen. "Solange der
Iran die Straße von Hormus kontrolliert, werden sich die
Finanzmärkte nicht nachhaltig beruhigen."
Eine Blockade dieses Seeweges über längere Zeit hätte dramatische
Auswirkungen auf die Weltkonjunktur. Ein kräftiger Schub bei den Öl-
und Gaspreisen könnte jeglichen Wirtschaftsaufschwung im Keim
ersticken. Die Internationale Energieagentur spricht bereits von der
"größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen
Ölmarktes".
Unter den Einzelwerten stiegen dementsprechend die Ölwerte weiter
an. So gewannen Exxon Mobil , Chevron
und ConocoPhillips zwischen 1,3 und 2,8 Prozent.
Papiere aus der Düngemittelbranche waren ebenfalls gefragt, denn die
Straße von Hormus ist auch bedeutend für den Schwefel-Bedarf, einem
Bestandteil von Düngespezialitäten. Damit stiegen Mosaic
um fast 8 Prozent. Die Anteilsscheine von CF
Industries waren gar auf ein Rekordhoch geklettert;
hier stand am Ende an der S&P-500-Spitze ein Plus von gut 13 Prozent
zu Buche.
Finanztitel hingegen bekamen die Konjunktursorgen und das sinkende
Vertrauen der Anleger in die privaten Kreditmärkte zu spüren.
Cliffwater und Morgan Stanley sahen sich bereits
genötigt, Entnahmen aus ihren milliardenschweren privaten
Kreditfonds zu begrenzen. Die Anteilscheine von Morgan Stanley
büßten 4,1 Prozent ein. Im Sog dessen verloren Goldman Sachs
am Dow-Ende 4,4 Prozent.
Die zuletzt sehr gut gelaufenen Aktien von Dollar General
knickten um gut sechs Prozent ein. Der Einzelhändler
hatte enttäuschende Jahres- und Langzeitprognosen genannt./la/mis
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
ISIN US2605661048 US6311011026 US78378X1072
AXC0341 2026-03-12/21:48
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Autor: - dpa-AFX
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