| Chemieverband zieht wegen des Iran-Kriegs Prognose zurück |
| 13.03.2026 08:35:00 |
Der Iran-Krieg hat die Aussichten für die
schon seit längerem in einer tiefen Branchenkrise steckende deutsche
Chemiebranche noch einmal verschlechtert. Der Verband der Chemischen
Industrie (VCI) zog wegen der hohen Unsicherheiten seine Prognose
für das laufende Jahr zurück, wie er am Freitag in Frankfurt
mitteilte. Zuletzt hatte der VCI für das laufende Jahr für die
chemisch-pharmazeutische Branche insgesamt eine stagnierende
Produktion und für die Chemie alleine einen Rückgang um ein Prozent
erwartet. Bei sinkenden Preisen und stagnierender Produktion sollte
das ein Umsatzminus von rund zwei Prozent bedeuten.
"Die Jahresbilanz der Chemie ist unterirdisch - Produktion, Umsatz
und Preise sind im roten Bereich", fasste der Hauptgeschäftsführer
Wolfgang Große Entrup das vergangene Jahr für die Branche zusammen.
2026 werde nicht leichter. Schon vor dem Iran-Krieg habe es keine
Aufbruchsstimmung gegeben. Die Branche leide insgesamt unter einer
schwachen Industriekonjunktur, hohem Importdruck und einem
intensiven Preiswettbewerb.
Jetzt sorge der Iran-Krieg für weitere Risiken aufgrund der Blockade
der Straße von Hormus, sagte der Manager. Neben der Öl- und
Gasversorgung könnte es zu ernsten, zunehmenden Versorgungsengpässen
bei Rohstoffen wie Ammoniak, Phosphat, Helium und Schwefel kommen.
Es gebe bereits Hinweise auf Störungen bei internationalen
Lieferketten. Je länger der Krieg dauere, desto heftiger seien die
Folgen. "Die hohen Preise und die anhaltende Unsicherheit bringen
viele Betriebe an ihre Grenzen."
Viele Chemiekonzerne haben wegen der konjunkturellen Lage bereits
Sparprogramme aufgelegt. So baut der Ludwigshafener Chemiekonzern
BASF als Teil seiner Sparkurses Tausende Jobs ab: Rund 4.800
Beschäftigte hätten das Unternehmen zwischen Dezember 2023 und
Dezember 2025 verlassen, sagte Finanzvorstand Dirk Elvermann Ende
Februar. Etwa die Hälfte davon entfallen laut BASF auf Deutschland.
Ein Ende des Beschäftigungsabbaus in der Chemie sei derzeit nicht
absehbar, teilte der Verband mit.
Im vergangenen Jahr hatte die Chemie- und Pharmabranche mit 478.000
Beschäftigten unter einer Nachfrageschwäche und billiger Konkurrenz
aus China gelitten. Der Umsatz 2025 schrumpfte um 1,4 Prozent auf
219,6 Milliarden Euro. Die Produktion sank um 0,5 Prozent./mne/stk
ISIN DE000BAY0017 DE000BASF111 DE0005470405 DE000WCH8881 DE000EVNK013
AXC0064 2026-03-13/08:35
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Autor: - dpa-AFX
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