| Abschaltungen in Moskau: Mit Telefonzellen aus dem Funkloch? |
| 13.03.2026 15:33:00 |
Nach zunehmenden Netzabschaltungen in Russland
kursiert im Parlament der Vorschlag, wieder Telefonzellen
aufzustellen. Die Wiederbelebung von Telefonzellen, nun mit
Internetzugang, sei dringlich geworden, sagte der Duma-Abgeordnete
der Kremlpartei Einiges Russland, Igor Antropenko, der staatlichen
russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. "Das ermöglicht es
Bürgern, sogar in der Zeit von Abschaltungen Verbindung zu halten
und gewährleistet ein gebührendes Niveau an Sicherheit."
Seit Tagen klagen Menschen in der Hauptstadt Moskau über massive
Internetprobleme, die den Alltag behindern. An den Kassen muss
teilweise wieder bar bezahlt werden, Apps für etwa Fitnesszentren,
Banken, Kurierdienste oder Taxis funktionieren nicht. Auch andere
Städte und teilweise ganze Regionen des Landes gehen immer häufiger
offline. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte diese Woche, dass die
Abschaltungen nötig seien wegen ukrainischer Angriffe und so lange
anhalten würden wie nötig.
Moskau baut Kontrolle und Zensur im Netz vor allem seit Beginn
seines Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren
zunehmend aus. Mehrere Messengerdienste und zahlreiche Websites sind
blockiert und lassen sich ohne ein virtuelles privates Netzwerk
(VPN) - wogegen Moskau auch immer stärker vorgeht - nicht öffnen.
Inzwischen drohen sogar Strafen für die reine Suche nach
Informationen, die Behörden als "extremistisch" eingestuft haben.
Als "extremistisch" gebrandmarkt sind vor allem Internetressourcen,
die den Machtapparat kritisieren, wie der Anti-Korruptions-Fonds des
in Haft gestorbenen Kremlgegners Alexej Nawalny./ksr/DP/men
AXC0209 2026-03-13/15:33
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Autor: - dpa-AFX
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