| Potsdamer Finanzminister schlägt Entlastung kleinerer Einkommen vor |
| 13.03.2026 16:39:00 |
Brandenburgs scheidender Finanzminister Robert
Crumbach (SPD) hat ein Konzept zur Steuerentlastung für kleine und
mittlere Einkommen vorgelegt. Das Ziel des Vorschlags für eine
mögliche Bundesratsinitiative ist, dass es bis zu einem
Bruttoeinkommen von 26.400 Euro im Jahr - das sind 2.222 Euro im
Monat - keine Besteuerung geben soll.
Bei einem solchen Arbeitslohn läge die Ersparnis für ein Ehepaar mit
zwei Kindern bei 4.470 Euro im Jahr und für eine Alleinerziehende
oder einen Alleinerziehenden mit Kind bei 1.174 Euro im Jahr. Ob es
tatsächlich zu einer Initiative für die Länderkammer kommt, ist aber
offen.
"Mindestens 20 Millionen Steuerpflichtige deutschlandweit würden
davon profitieren", sagte Crumbach. "Es geht darum, zu mehr
Netto-Arbeitseinkommen zu kommen. Ich halte es auch für unabdingbar,
dass man damit auch den Abstand zwischen Grundsicherung und
Arbeitslohn erhöht." Das Konzept ähnelt von der Idee dem
Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. "Ob daraus eine
Bundesratsinitiative wird, muss man mit der CDU besprechen", sagte
er der Deutschen Presse-Agentur und der "Märkischen Allgemeinen".
Höherer Spitzensteuersatz und Vermögensteuer
Die Kosten der Entlastung unter dem Motto "Mehr Netto vom Brutto"
lägen nach Angaben des Ministers bei 37 Milliarden Euro im Jahr
bundesweit. Zur Gegenfinanzierung könnte der Spitzensteuersatz nach
seiner Vorstellung mit dem Reichensteuersatz kombiniert und von 42
Prozent auf 45 oder 49 Prozent erhöht werden.
Zusätzlich könnte die Vermögensteuer wieder eingeführt und die
Erbschaftssteuer geändert werden. Die Vermögensteuer wird in
Deutschland seit 1997 nach einem Urteil des
Bundesverfassungsgerichts nicht mehr erhoben. Kanzler Friedrich Merz
(CDU) hatte im Februar vor neuen Steuerbelastungen gewarnt.
Geplanter Koalitionspartner kennt Konzept nicht
Das Konzept ist Ministerpräsident Dietmar Woidke und Crumbachs
designiertem Nachfolger als Finanzminister, Daniel Keller, laut
Crumbach bekannt. Es ist aber noch nicht mit dem geplanten
Koalitionspartner CDU abgestimmt. Die CDU reagierte zurückhaltend.
"Wir kennen das Konzept nicht. Wir werden uns damit beschäftigen,
wenn es uns vorliegt", sagte ein Parteisprecher.
Der frühere BSW-Politiker Crumbach war vor wenigen Tagen in die SPD
eingetreten. Seinen Vorschlag hat er bereits vorher konzipiert.
"Kleine Einkommen zu entlasten und größere Einkommen zu belasten,
ist zutiefst sozialdemokratisch", sagte er.
Große Herausforderungen für Nachfolger
Der Finanz- und Europaminister ist als Infrastrukturminister in der
geplanten rot-schwarzen Koalition vorgesehen. Beide Aufgaben -
Finanzen und Europa - seien "sehr herausfordernd, sehr groß, aber
auch sehr schön" gewesen. "Natürlich hätte ich die Aufgaben sehr
gern weiter wahrgenommen", sagte er.
Die Herausforderungen für seinen Nachfolger Keller nennt er groß -
auch angesichts der erwarteten Milliardendefizite im Haushalt. "Herr
Keller kriegt das ganz sicher hin, ich schätze ihn sehr."/vr/DP/men
AXC0235 2026-03-13/16:39
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Autor: - dpa-AFX
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