| Aktien Wien Schluss: Hohe Ölpreise belasten |
| 13.03.2026 18:18:00 |
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und
die damit in Verbindung stehende Ölpreisentwicklung haben den Wiener
Aktienmarkt auch am Freitag belastet. Der Leitindex ATX
verabschiedete sich mit einem Abschlag von 1,61
Prozent auf 5.263,07 Punkte aus dem Geschäft. Damit schloss das
österreichische Börsenbarometer die zweite vom Irankrieg geprägte
Handelswoche mit einem kumulierten Verlust von 2,6 Prozent ab.
Vom fast drei Wochen alten Rekordhoch bei knapp 5.867 Punkten ist
der ATX nun um rund zehn Prozent zurückgefallen und kratzt damit an
der charttechnischen Korrekturzone. Diese Schwelle hatte der Index
im früheren Wochenverlauf bereits vorübergehend unterschritten. Die
Gewinne seit Jahresanfang sind inzwischen gänzlich abgeschmolzen.
Auch an den anderen europäischen Handelsplätzen ging es am Freitag
tiefer. Marktbeobachter verwiesen vor dem Wochenende auf eine
erhöhte Risikoaversion angesichts möglicher weiterer Ereignisse im
Nahen Osten. Zudem bleibt das Muster bestehen, dass sich Aktien- und
Anleihenkurse sowie der Euro entgegengesetzt zu den
marktbestimmenden Ölpreisen bewegen.
Der Brent-Ölpreis pendelte am Freitag um die Marke von 100
US-Dollar. Irans Revolutionsgarden bekräftigten, dass die Straße von
Hormus geschlossen bleiben soll und drohten mit weiteren Angriffen
auf die Öl- und Gas-Infrastruktur der Region. Die USA intensivierten
eigenen Angaben zufolge wiederum die Luftangriffe auf den Iran. Die
erhöhten Energiepreise schlagen sich durch wachsende Sorgen über die
Auswirkungen auf Inflation und Konjunktur wiederum auf die
Aktienkurse nieder.
Fraglich bleibt, wie die Europäische Zentralbank (EZB) auf einen
möglichen Inflationsanstieg reagieren würde. Einer
Bloomberg-Erhebung zufolge rechnet die große Mehrheit der vor
wenigen Tagen befragten Ökonomen damit, dass die EZB ihre Leitzinsen
in diesem Jahr noch nicht anheben wird. An den Terminmärkten werden
hingegen bereits ein bis zwei kleine Zinsanhebungen um 25
Basispunkte bis Jahresende eingepreist. Knackpunkt dürfte dabei
sein, ob die Notenbanker ölpreisbedingte Inflationsanstiege als
vorübergehend ansehen können, was insbesondere auf die Entwicklung
der Inflationserwartungen im Euroraum ankommen dürfte.
Im ATX gaben Uniqa nach Zahlen 3,5 Prozent ab. Der
Aktienkurs hatte sich seit Beginn des Vorjahres jedoch mehr als
verdoppelt. Der Versicherer hatte 2025 unter anderem wegen
ausbleibender Naturkatastrophen deutlich besser verdient und hob
daher die Dividende deutlich an. Analyst Thomas Unger von der Erste
Group sprach von erwartungsgemäß starken Zahlen und Ausblick, die
eine solide operative Entwicklung und eine anhaltende Wertschöpfung
für die Aktionäre untermauern würden. Der höher als erwartet
ausgefallene Dividendenvorschlag sei eine positive Überraschung.
Unter den wenigen Gewinnern im ATX befanden sich die Ölwerte.
Angesichts der starken Ölpreisanstiege reagierten mehrere Analysten
mit Kurszielanhebungen für europäische Branchenvertreter. OMV
stiegen um 1,5 Prozent. Klare Abgaben gab es hingegen
bei den konjunktursensiblen Industrie- und Bauwerten sowie Banken.
Außerhalb des Leitindex fielen Mayr-Melnhof um 2,9
Prozent auf 91,70 Euro. Analyst Michael Marschallinger von der Erste
Group hob sein Kursziel von 82,2 auf 95,5 Euro an, beließ das Papier
jedoch auf "Hold". Der europäische Kartonsektor befinde sich
weiterhin in einer anhaltenden Phase struktureller Ungleichgewichte,
die durch Überangebot, gedrückte Auslastungsraten und eine schwache
Nachfrage gekennzeichnet sei, schrieb der Analyst.
Polytec gewannen dagegen zwei Prozent auf 3,54 Euro.
Die Analysten der Baader Bank haben ihre Empfehlung für die Aktien
des Automobilzulieferers von "Reduce" auf "Add" erhöht; mit einem
Kursziel auf 6-Monatssicht von 4,20 Euro./spa/ste/APA/men
ISIN AT0000999982
AXC0265 2026-03-13/18:18
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Autor: - dpa-AFX
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